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hierin  etwas  zu  weit  gegangen  ist.  Das,  was  uns  die  Waldluft  im  Sommer  so
angenehm  macht,  ist  nämlich  besonders  auch  ihre  Reinheit,  ihr  würziger  Duft  und
ihre  Kühle.  —  Wenn  der  Sauerstoff  der  Luft  mit  Terpentin  in  Berührung  kommt
—  wie  dies  besonders  in  Nadelwäldern  geschieht  —  so  geht  eine  Veränderung  mit
ihm  vor,  und  er  nimmt  alsdann  einen  sehr  scharfen  Geruch  an.  Man  nennt  ihn
in  diesem  Zustande  „Ozon“  und  schreibt  ihm  heilkräftige  Wirkung  zu.

29.  Die  Kiefer  und  ihre  Feinde.  I.

.  1.  Nadeln.  Die  Blätter  (Nadeln)  der  Kiefer  sind  schmal  und  spitz.  Sie
bieten  daher  nur  eine  geringe  Verdunstungsfläche  dar.  (S.  204.)  Auch  haben  sie
eine  starke  Oberhaut.  Dies  schützt  den  Baum,  der  oft  auf  ausgedörrtem  Sandboden
wächst,  vor  Vertrocknung.  Je  2  und  2  Nadeln  stehen  beisammen  und  werden  am
Grunde  von  Deckblättchen  wie  von  einer  schützenden  Scheide  umhüllt.  Erst  im
dritten  (oder  vierten)  Jahre  fallen  die  Nadeln  ab.  Da  nun  in  jedem  Jahre  neue
Triebe  mit  frischen  Nadeln  hinzuwachsen,  so  sitzen  an  der  Kiefer  im  Winter  2,  im
Sommer  3  Jahrgänge  von  Nadeln.  Daher  erscheint  sie  immer  grün:  ein  treffliches
Bild  der  Hoffnung  und  Beständigkeit.  —  Aus  den  Nadeln  bereitet  man  eine  Art
Wolle,  die  „Waldwolle".  Sie  dient  zur  Füllung  von  Matratzen,  Bettkissen  u.  s.  w.
Auch  zu  Bädern  benutzt  man  die  Nadeln.  (Kiefern=  und  Fichtennadelbäder!)

2.  Blüten.  Jeder  Baum  trägt  zweierlei  Blüten,  gelbe  und  purpurrote.  Die
gelben  sind  die  Staubblüten,  die  roten  die  Stempelblüten.  Die  Staubblüten  finden
sich  am  Grunde  der  jungen  Triebe.  Sie  bilden  kleine  Kätzchen,  von  denen  mehrere
an  einer  gemeinschaftlichen  Achse  stehen.  Schneide  ein  einzelnes  Kätzchen  der  Länge
nach  auf!  Du  siehst  eine  fleischige  Mittelsäule  mit  vielen  Staubblättern.  Schüttle
einen  Zweig  mit  Kätzchen!  Es  steigen  gelbe  Wolken  von  Blütenstaub  auf.  Der
Staub  kann  also  leicht  vom  Winde  auf  die  Stempelkätzchen  getrieben  werden.  Wird
er  durch  den  Regen  in  größerer  Menge  zu  Boden  geschlagen,  so  meinen  manche  Leute
wohl  gar,  es  habe  Schwefel  geregnet.  Die  Stempelblüten  sitzen  an  der  Spitze
der  jungen  Zweige,  weil  sie  hier  leichter  von  dem  Blütenstaube  getroffen  werden.
Ihre  Achse  (Spindel)  trägt  zahlreiche  Schupyen,  die  später  mit  ihr  zu  einem  Zapfen
verholzen.  (S.  215.)  An  der  Innenseite  jeder  Schuppe  liegen  2  Samenknospen.  Die
schützende  Fruchtknotenhülle  fehlt  ihnen.  Die  Schuppen  reichen  zum  Schutze  völlig  aus.

3.  Triebe.  Am  Ende  des  Sommers  bilden  sich  an  den  Spitzen  der  jungen
Zweige  kleine  Knospen.  Diese  bestehen  aus  trocknen,  harzigen  Blättern,  die  sich
kugelig  zusammenschließen  und  so  als  Schutzhülle  den  Anfang  zum  nächsten  Jahrestriebe

  bedecken.  Im  Juni  und  Juli  des  nächsten  Jahres  entwickelt  sich  die  Knospe
in  etwa  4  Wochen  zu  einem  30—100  cm  ot6

   

  

    

    

  

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langen  Zweige.  An  einem  jungen  Stamme  17  5
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stehen  die  Zweige  stets  kreisförmig  um  «
den  Stamm  und  bilben  einen  wuir  Ann
mählich  sterben  die  untern  Aste  ab,  da
ihnen  in  dicht  geschlossenen  Beständen  dass
Licht  fehlt.  Hier  sind  daher  die  schlanken
Stämme  fast  bis  zur  Krone  astlos.  Einzeln
  stehende  Kiefern  behalten  auch  die
untern  Aste.  n
4.  Feinde.  Die  Kiefer  hat  zahlln
reiche  Feinde.  Die  schlimmsten  sind  diee#
Raupen  des  Kiefernspinners  und  der
Nonne  sowie  der  Fichtenborkenkäfer.  Der  -«-·"
Kiefernspinner  schwärmt  an  warmen  Die  Nonne.

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