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Juliabenden.  Jedes  Weibchen  legt  dann  100—200  Eier  in  die  Rinde  oder  an
die  Zweige  und  Nadeln  der  Kiefer.  Wenn  diese  Eier  alle  auskommen,  so  beträgt
die  Nachkommenschaft  eines  einzigen  Schmetterlings  in  3  Jahren  schon  über  eine
Million.  Nach  20—25  Tagen  kriechen  die  Raupen  aus.  Sie  machen  sich  sofort
über  die  Nadeln  her.  Tag  und  Nacht  kauen  sie  unaufhörlich,  und  ihrer  viele  fressen
in  einigen  Wochen  einen  ganzen  Wald  kahl.  Die  Bäume  vertrocknen  dann.  (Die
Schlafknospen  fehlen  den  Nadelbäumen.  S.  174.)  —  Die  Nonne  fiel  1853  in  Rußland
  in  solcher  Menge  ein,  daß  ihr  Erscheinen  einem  Schneegestöber  glich;  20  Jahre
hauste  sie  hier.  110  Mill.  chm  trocknes  Holz  mußte  abgeschlagen  werden.  —
Der  Fichtenborkenkäfer  gräbt  sich  unter  der  Rinde  lange  Gänge,  zerstört  den  Bast
und  damit  den  Saftstrom  (S.  187)  und  vernichtet  so  zuweilen  ganze  Wälder.

30.  Jahresringe  und  Rinde.

1.  Jahresringe.  An  der  Schnittfläche  eines  quer  durchgesägten  Baumstammes
bemerkt  man  eine  Anzahl  um  denselben  Mittelpunkt  herumlaufende  Kreise.  In
jedem  Jahre  ist  der  Baum  um  einen  solchen  Kreis  oder  Ring  gewachsen.  Daher
heißen  die  Kreise  Jahresringe.  Diese  Jahresringe  sind  aber  keine  wirklichen  Ringe,
sondern  gewissermaßen  übereinander  gelegte  Hohlcylinder,  von  denen  derzjenige,
welcher  das  Mark  umschließt,  der  älteste  ist.  Ihre  Zahl  giebt  uns  das  Alter  des
Baumes  oder  Astes  an.  Aus  dem  Wachstum  des  Holzes  in  jährlichen  Schichten
erklärt  sich  manche  merkwürdige  Erscheinung.  Schneidet  man  z.  B.  eine  Inschrift
in  einen  Baum,  die  bis  in  den  Splint  hinabreicht,  so  erhält  sie  sich  nicht  nur
in  der  Rinde,  sondern  auch  im  Holze,  wo  sie  mit  jungen  Schichten  bedeckt  wird.
So  findet  sich  im  Pariser  Museum  ein  im  Jahre  1805  gefällter  Buchenstamm,
dessen  Rinde  die  Jahreszahl  1750  trägt;  dieselbe  Zahl  findet  sich  aber  auch  im
Innern  des  Stammes,  von  genau  55  Jahresschichten  bedeckt.

2.  Rinde.  Die  Rinde  besteht  wie  das  Holz  ebenfalls  aus  mehreren  Schichten.
In  jedem  Jahre  setzt  sich  aber  hier  nach  innen  zu  eine  neue  Schicht  an,  also
umgekehrt  wie  beim  Holze.  Die  alte  Rinde  wird  nach  außen  gedrängt,  von  dem
wachsenden  Holze  ausgedehnt  und  so  auseinander  gerissen.  Sie  schützt  den  Ab=  und
Zuleitungsstrom  des  Saftes  (S.  175  u.  187)  vor  nagenden  Tieren.  Die  alte,  meist
rissige  Rinde  heißt  Borke.  Aus  dem  Wachstum  der  Rinde  erklärt  sich  ebenfalls
manche  merkwürdige  Erscheinung.  Wenn  man  z.  B.  2  Nähgel  in  einen  ältern
Baumstamm  in  gleicher  Höhe  so  einschlägt,  daß  sie  nur  in  die  Rinde  eindringen,
so  entfernen  sie  sich  mit  jedem  Jahr  immer  mehr  voneinander.  Schlägt  man  sie
dagegen  senkrecht  übereinander,  so  bleibt  ihr  gegenseitiger  Abstand  unverändert.  —
Namen  und  Jahreszahlen,  die  man  in  die  Rinde  einschneidet,  werden  mit  der  Zeit
in  die  Breite  gezerrt,  behalten  aber  ihre  Länge  bei.

31.  Die  Birke.

1.  Standort.  Die  Birke  ist  genügsam  und  nimmt  mit  magerm,  trocknem
Boden  vorlieb.  Auch  kann  sie  viel  Kälte  vertragen;  sie  wagt  sich  von  unsern  Waldbäumen
  am  weitesten  nach  Norden,  selbst  bis  nach  Grönland  hinauf.

2.  Der  Stamm  ist  mit  weißer  Rinde  umgeben,  die  weithin  leuchtet.  Sie
löst  sich  leicht  in  Streifen  los  und  läßt  deutlich  erkennen,  daß  sie  aus  Schichten
besteht.  (S.  oben!)  Bei  jüngern  Zweigen  ist  sie  braun  mit  hellern  Flecken.  Die
Flecke  sind  „Rindenporen“.  Durch  sie  tritt  Luft  in  die  lebende  Rinde.

3.  Die  Blüten  bilden  Kätzchen.  Staub=  und  Stempelkätzchen  stehen  auf
ein  und  derselben  Pflanze,  weshalb  man  die  Birke  zu  den  „einhäusigen  Pflanzen“
rechnet.  Von  diesen  unterscheidet  man  die  „zweihäusigen“,  bei  denen  der  eine  Stamm
nur  Staubkätzchen,  der  andre  nur  Stempelkätzchen  trägt.  (Weidel)  Die  Staubkätzchen