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wird  bald  folgen.  Das  Sommergetreide,  das  erst  im  Frühjahre  gesät  wurde
(Sommerroggen,  Sommerweizen,  Gerste  und  Hafer),  ist  zwar  noch  eiwas  zurück,
doch  versprechen  die  dunkelgrünen  Blätter  einen  kräftigen  Halm.  Der  Raps  ist  bereits
gemäht,  und  die  Kartoffeln  bedecken  schon  mit  ihren  Stengeln  und  Blättern  den
Boden.  Auch  Klee,  Erbsen  und  Rüben  haben  sich  prächtig  entwickelt.  Da  steht  denn
der  Landmann  und  schaut  an  die  Güte  des  Herrn,  und  in  seinem  Herzen  erklingt's:
„Du  feuchtest  die  Berge  von  oben  her;  du  machest  das  Land  voll  Früchte,  die  du
schaffest.  Du  lässest  Gras  wachsen  für  das  Vieh  und  Saat  zu  Nutz  den  Menschen,
daß  du  Brot  aus  der  Erde  bringest.“  Und  hoch  oben  in  der  blauen  Luft  jauchzt
auch  die  Lerche  ihr  Loblied  und  dankt  dem  Schöpfer,  der  alles  so  schön  gemacht  hat.

38.  Der  Roggen.

1.  Kornfeld.  Wo  jetzt  wogende  Kornfelder  stehen,  da  waren  vor  2000
Jahren  noch  dichte  Wälder  und  tiefe  Sümpfe.  Aber  die  Wälder  sind  ausgerottet,
die  Sümpfe  entwässert,  und  aus  dem  wilden  Jäger  jener  Zeit  ist  ein  friedlicher
Landmann  geworden.  So  ein  wogendes  Kornfeld  übt  einen  geheimnisvollen  Zauber
auf  uns  aus.  Wehe  dir,  wenn  du  deinen  Fuß  in  das  Kornfeld  setzen  wolltest,
vielleicht  eine  der  blauen  Kornblumen  zu  pflücken!  Denn  da  drinnen  sitzt  die
„Roggenmuhme“  und  „wird  die  Kinder  fangen,  die  nach  den  Blumen  langen“.
Wichteln  und  Elfen  begleiten  sie,  und  von  ihnen  rühren  die  kleinen  Steige  her,
die  man  oft  im  Kornfelde  findet.  Der  ungläubige  Jäger  freilich  behauptet,  der
Hase  habe  sie  getreten,  und  lacht  über  „Roggenmuhme,  Elfen  und  Wichteln“.

2.  Wurzel.  Die  faserige  Hauptwurzel  des  Winterroggens  steigt  vor  Weihnachten
  (namentlich  auf  trocknem  Boden)  tief  in  die  Erde  hinab,  weil  sie  der  dort
vorhandenen  Feuchtigkeit  und  Wärme  bedarf.  Bei  den  wärmern  Strahlen  der
Frühlingssonne  dagegen  stirbt  die  Hauptwurzel  ab.  An  ihrer  Stelle  aber  entwickeln
  sich  dann  eine  Anzahl  kurzer  Nebenwurzeln.  Diese  sind  ziemlich  dick,  damit
sie  den  nun  höher  und  höher  emporschießenden  Halm  festhalten  können.  Da  der
schnell  wachsende  Halm  im  Frühlinge  vieler  Nahrung  bedarf,  so  breiten  sich  die
Nebenwurzeln  nach  allen  Richtungen  hin  unter  der  Oberfläche  aus,  um  so  dem
Erdboden  die  Nahrung  von  allen  Seiten  entziehen  zu  können.

3.  Halm.  Der  Stengel  heißt  Halm.  Er  ist  hohl  und  mit  Knoten  versehen.
  Die  Knoten  sind  sehr  hart  und  geben  dem  schwachen  Halme  Festigkeit.
Zwischen  je  2  Knoten  befindet  sich  ein  Stengelglied.  Die  untersten  Stengelglieder
sind  ungemein  kurz,  damit  der  Halm  nicht  so  leicht  einknicken  kann.  Auch  die
Blattscheiden  stützen  den  Halm.  Entferne  sie!  Er  wird  leicht  umknicken.  Die
untersten  Knoten  treiben  nicht  selten  Wurzeln  und  Zweige:  der  Halm  „bestockt"  sich.
Der  Landmann  sieht  dieses  „Bestocken“  gern;  denn  die  Zweige  lösen  sich  mit  der
Zeit  von  der  Mutterpflanze  ab  und  bilden  selbständige  Pflanzen.  Anfangs  war  der
Halm  nicht  hohl,  sondern  mit  weichem  Mark  angefüllt.  Je  mehr  er  aber  wuchs
und  sich  ausdehnte,  desto  mehr  dehnte  sich  auch  das  Mark,  bis  es  endlich  zerriß.
So  entstand  die  Höhlung.  An  dem  Halme  sieht  man  Längsstreifen,  das  sind  Gefäßbündel,
  wie  wir  sie  auch  in  den  Blättern  finden.  (S.  187.)  Da,  wo  die  Blattfläche
beginnt,  legt  sich  ein  kleines  Häutchen  eng  an  den  Stengel  an,  das  „Blatthäutchen“.
Dieses  verhindert,  daß  die  Regentropfen  zwischen  Stengel  und  Blattscheide  geraten.
Der  Blattrand  ist  mit  Sägezähnen  versehen;  ihre  Schärfe  rührt  von  dem  reichen
Kieselgehalte  der  Pflanze  her.  Der  Kiesel  schützt  die  Pflanze  vor  Schneckenfraß.

4.  Die  Roggenähre  ist  aus  vielen  kleinen  Ahrchen  zusammengesetzt,  die
an  einer  gemeinschaftlichen  Spindel  sitzen.  An  jedem  Ahrchen  nehmen  wir  verschiedene
  trockenhäutige  Blattgebilde  wahr:  die  „Spelzen“.  Sie  vertreten  die  Hüllund
  Kelchblätter.  Die  untere  (äußere)  ist  mit  einer  Granne  versehen.  Die  Granne