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ist  krugförmig  und  hat  5  Zipfel.  So  ist  er  als  Schutzhülle  vorteilhaft  gestaltet.
Die  Stempel  sind  dem  mit  dem  Kelche  verwachsenen  Fruchtboden  eingesügt.  Aus
den  Fruchtknoten,  dem  Kelche  und  dem  Fruchtboden  bildet  sich  die  Frucht.  (S.  209.)

3.  Gefüllte  Blüten.  Die  Hundsrose  ist  die  Stammmutter  vieler  Rosenarten,
  auch  der  gefüllten  Gartenrose.  Die  Gartenrose  hat  viel  mehr  Blütenblätter,
  aber  weniger  Staubblätter  als  die  Hundsrose.  Die  Staubblätter  der
Gartenrose  haben  sich  nämlich  in  Blütenblätter  verwandelt.  Bei  nicht  ganz  gefüllten
  Rosen  läßt  sich,  wenn  man  die  Blumenblätter  auseinander  nimmt,  deutlich
der  Ubergang  vom  Staubblatte  zum  Blütenblatte  verfolgen.  In  völlig  gefüllten
Rosen  sind  keine  Staubblätter  mehr  vorhanden;  sie  bringen  daher  auch  niemals  Früchte.

4.  Rosenblattlaus.  Nicht  selten  sehen  wir  die  Rosenstöcke  über  und  über
mit  kleinen  Tieren  besetzt,  die  sich  an  Farbe  von  den  grünen  Laubblättern  kaum
unterscheiden.  (Schutzfarbel)  Das  sind  die  Rosenblattläuse.  Es  giebt  geflügelte
und  ungeflügelte.  —  Die  Blattläuse  sitzen  meist  so  still,  daß  sie  sich  den  ganzen
Tag  über  nicht  zu  rühren  scheinen.  Aber  doch  sind  sie  sehr  thätig.  Denn  mit
ihrem  Schnabel,  den  sie  in  die  zarten  Teile  der  Pflanzen  gesteckt  haben,  saugen
sie  unaufhörlich  Saft  aus  den  Pflanzen,  so  daß  die  Knospen  und  jungen  Blätter
verkümmern  müssen.  Die  Vermehrung  der  Blattläuse  ist  außerordentlich  stark.
Im  Sommer  bringen  sie  lebendige  Junge  zur  Welt.  Gegen  den  Winter  hin  aber
legen  sie  unter  Laub  oder  zwischen  Rindenteile  Eier,  aus  denen  im  Frühjahre
die  Jungen  hervorkriechen.  Ihr  größter  Feind  ist  das  Marienkäferchen.  (S.  215.)

45.  Slüchtige  Ole.

Die  Ursache  des  herrlichen  Rosenduftes  ist  das  in  den  Blütenblättern  enthaltene
  Ol.  Es  verdunstet  sehr  leicht,  erfüllt  mit  seinen  Teilchen  die  Luft  und
kommt  so  mit  den  Geruchsnerven  in  Verbindung.  Durch  Destillation  gewinnt
man  (besonders  im  Morgenlande)  aus  den  Rosenblättern  das  Rosenöl.  (10  000  kg
Rosenblätter  geben  erst  1  kg  Rosenöl.)  Das  Rosenöl  gehört  zu  den  flüchtigen
Olen.  Diese  verflüchtigen  sich  sehr  leicht,  und  wenn  man  sie  auf  Papier  tröpfelt,
hinterlassen  sie  im  Gegensatz  zu  den  fetten  Olen  keinen  Fleck.  (S.  181.)  Sie  brennen
auch  sehr  leicht,  selbst  ohne  Docht.  Beim  Diptam  (Spechtwurz)  sind  Kelch,  Blütenstiel,
  besonders  aber  die  Früchte  dicht  mit  Drüsen  besetzt,  deren  Köpschen  viel
Ol  enthalten.  Hält  man  nun  ein  brennendes  Schwefelholz  unten  an  die  Fruchttraube,
  so  entsteht  ein  kleines  Lauffeuer  bis  zur  Spitze  hinauf.

46.  Ckulieren.

Fast  alle  Arten  von  Gartenrosen  werden  durch  Veredelung  der  Hunderose
gezogen.  Da  sich  aber  das  Holz  der  Rosenstämmchen  wegen  des  dicken  Markes
nicht  zum  Pfropfen  und  Kopulieren  wie
bei  den  Obstbäumen  (S.  175)  eignet,  so
,zf„wendet  man  zur  Veredelung  der  Rosen
äein  andres  Verfahren  an,  das  Okulieren.
Doabei  löst  man  (gewöhnlich  im  Juni  bis
zum  August)  von  dem  edeln  Strauche
ein  Auge  mit  einem  Stück  Rinde  ab
(b)  und  macht  an  dem  1—2  jährigen
Wildlinge  einen  wagerechten  und  einen
senkrechten  Schnitt  (a);  sodann  lockert
man  die  Rinde  und  schiebt  das  Stück  Rinde  mit  dem  Auge  zwischen  die  gelockerte
Rinde.  Beim  nachfolgenden  Verbinden  muß  darauf  geachtet  werden,  daß  das
Auge  nicht  verdeckt  wird  (c).

    