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sogar  schneckenartig  zusammengerollt.  Vorteil:  Die  jungen  Knospen  werden  dadurch
vor  Wärmeverlust  und  zu  starker  Verdunstung  geschützt.  Je  weiter  aber  die  Knospen
von  unten  nach  oben  hin  erblühen,  desto  mehr  wickelt  sich  die  Traube  auf,  so  daß
sie  zuletzt  aufrecht  steht.  Man  nennt  eine  solche  Traube  Wickeltraube.

5.  Farbenwechsel.  Die  Knospen  des  Vergißmeinnichts  haben  vor  ihrer
völligen  Entfaltung  eine  rötliche  Färbung.  Je  mehr  sie  sich  entwickeln  und  die
Sonne  auf  sie  einwirken  kann,  desto  mehr  ändert  sich  die  Farbe.  Die  bereits  völlig
aufgeblühten  Blumen  zeigen  meist  keine  Spur  mehr  von  Rot,  sondern  prangen
im  lieblichsten  Blau.  Solchen  wunderbaren  Farbenwechsel  finden  wir  in  noch  auffallenderer
  Weise  beim  Lungenkraute,  Krummhalse,  Natterkopfe  u.  s.  w.  Bei  manchen
Pflanzen  ist  der  Boden  die  Ursache  des  Farbenwechsels.  So  lassen  sich  z.  B.  die
roten  Hortensien  durch  eisenhaltige  Erde  in  blaue  verwandeln,  und  Gänseblümchen,
in  eisenhaltige  Gartenerde  verpflanzt,  nehmen  eine  viel  rötlichere  Färbung  an.

50.  Die  (vielwurzelige)  Wasser-  oder  Teichlinse.

1.  Bau.  Nehmen  wir  eine  Handvoll  Wasserlinsen  (Entengrütze)  aus  dem
grünen  Teppich  des  Teiches  heraus,  so  sehen  wir,  daß  sich  dieser  Teppich  aus
unzählig  vielen  Pflänzchen  zusammensetzt.  Sie  sind  etwas  anders  gebaut  als  die
gewöhnlichen  Pflanzen.  Die  scheinbaren  Blätter  tragen  fast  alle  auf  der  rötlich
gefärbten  Unterseite  eine  Anzahl  Würzelchen  von  2—3  cm  Länge.  Sie  bilden
nämlich  den  Stamm.  Die  Wurzeln  können  ihrer  Kürze  wegen  den  Grund  des
Teiches  nicht  erreichen.  Sie  schweben  daher  frei  im  Wasser,  können  also  auch
ihre  Nahrung  nicht  aus  dem  Boden  nehmen.  Lege  einige  Teichlinsen  so  auf  ein
in  einem  Glase  schwimmendes  Stückchen  Kork,  daß  ihre  Wurzeln  ins  Wasser
hinabreichen,  ihre  blattartigen  Gebilde  aber  nicht  unmittelbar  auf  dem  Wasser
schwimmen!  Sie  vertrocknen  alsbald.  Es  ist  also  die  Wurzel  allein  nicht  im
stande,  die  Pflanze  mit  Nahrungsstoff  zu  versorgen,  sondern  auch  der  blattartige
Stamm  saugt  (und  zwar  mit  der  Unterseite)  Nahrung  aus  dem  Wasser  auf.

2.  Vermehrung.  Blüten  finden  wir  nur  höchst  selten  an  der  Teichlinse.
Dennoch  vermehrt  sie  sich  mit  erstaunlicher  Schnelligkeit.  In  wenigen  Wochen  überzieht
  sie  den  ganzen  Teich.  Wie  kommt  das?  Untersuchen  wir  solche  Teichlinsen,
die  mehrere  Blattgebilde  haben,  so  bemerken  wir  nicht  selten,  daß  die  einzelnen
Blattgebilde  unter  sich  durch  kleine  Stielchen  verbunden  sind.  Trennen  wir  die
einzelnen  Blattstämme  und  legen  sie  ins  Wasser,  so  wachsen  sie  als  selbständige
Pflanzen  weiter.  Ursprünglich  gehört  zu  jedem  Pflänzchen  nämlich  nur  ein  einziger
  Blattstamm.  Aus  diesem  entspringen  aber  durch  eine  Art  Knospung  (ähnlich
  wie  an  einem  Stengel)  bald  mehrere.  Diese  bewurzeln  sich  dann,  trennen
sich  von  der  Mutterpflanze  und  entwickeln  sich  so  zu  selbständigen  Pflanzen.

3.  Uberwinterung.  Die  meisten  Wasserpflanzen  (Rohr,  Igelkolben,  Schwertlilie
  u.  s.  w.)  überwintern  in  der  Weise,  daß  ihr  Wurzelstock  in  der  Erde  bleibt.  Dort
ist  er  durch  die  größere  Wärme  vor  dem  Erfrieren  geschützt.  Anders  bei  der
Teichlinse.  Im  Juli  bilden  sich  nämlich  an  dem  Blattstamme  die  „Wintersprossen“,
kleine,  fast  nierenförmige  Blattgebilde  mit  2—3  Mürzelchen.  Sie  enthalten  viel
Stärkemehl  und  wenig  Lufträume  und  sinken  infolge  der  Schwere  auf  den  Grund.
Dort,  wo  das  Wasser  nicht  gefriert  (S.  254),  überwintern  sie.  Sobald  aber  die
Frühlingssonne  kommt,  regt  sich  neues  Leben  in  den  Wintersprossen,  und  es  bilden
sich  an  ihnen  die  viel  leichtern  „Sommersprossen“.  Diese  enthalten  zahlreiche  Lufträume,
  steigen  infolgedessen  nach  oben  und  tragen  dabei  die  Winterknospen  mit  empor.

51.  Der  Teich-  oder  grüne  Wasserfrosch.

1.  Körperbau  und  Aufenthalt.  Der  Teichfrosch  hat  einen  grünen  Rock
an,  der  mit  drei  gelblichen  Längsstreifen  und  einigen  schwarzen  Flecken  geziert  ist.