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Körper  nur  wenig  Blut  und  Kraft  und  find  infolgedessen  bei  weitem  nicht  so
nahrhaft  wie  z.  B.  Brot,  Hülsenfrüchte  und  Fleisch.  (Die  Kartoffelknolle  besteht
zu  70—80  %  aus  Wasser,  zu  18—21  %  aus  Stärke  und  nur  zu  2  %  aus
dem  für  die  Ernährung  so  wichtigen  Eiweißstoffe.)

3.  Stengel,  Blätter  und  Blüten.  Der  Stengel  ist  mit  weit  hervortretenden
Kanten  versehen.  Dadurch  leitet  er  wie  in  einer  Wasserrinne  das  Regenwasser
zur  Wurzel.  (S.  167.)  Die  Blätter  sind  gefiedert.  Die  Fiederblättchen  sind  ungleich;
denn  es  wechseln  größere  und  kleinere  unregelmäßig  ab.  Welchen  Vorteil  gewähren
  die  gefiederten  Blätter?  (S.  181.)  Die  Blüten  haben  keinen  Honig.  Der
Insektenbesuch  ist  daher  spärlich.  Meist  tritt  Selbstbestäubung  ein.  Dies  geht  um
so  leichter,  als  die  Blüte  meist  nickend  ist  und  der  herausragende  Stempel  sich
etwas  zur  Seite  krümmt,  um  den  herabfallenden  Blütenstaub  aufzufangen.  Die
Frucht  ist  eine  Beere.  (S.  209.)

4.  Die  Kartoffelkrankheit  entsteht  durch  einen  kleinen  Pilz,  der  sich  in  allen
Teilen  der  erkrankten  Pflanze,  zunächst  jedoch  gewöhnlich  auf  den  Blättern  zeigt.
Hier  erscheint  er  als  zarter  Schimmel,  der  das  saftige  Grün  der  Pflanzen  in  ein
häßliches  Graubraun  verwandelt.  Die  Sporen  dieses  Pilzes  werden  vom  Regen  teilweise
  in  den  Boden  gespült,  wo  sie  mit  den  jungen  Knollen  in  Berührung  kommen.
Sie  wachsen  in  diese  hinein  und  zerstören  sie,  indem  die  Knollen  zu  einer  jauchigen
Masse  verfaulen  (nasse  Fäule)  oder  zu  einer  bröckligen,  rissigen  Masse  zusammenschrumpfen
  (trockene  Fäule).  Um  das  Krankwerden  der  Kartoffel  fürs  folgende
Jahr  zu  verhüten,  ist  es  notwendig,  die  von  Pilzen  befallenen  Stengel  zu  verbrennen,
  die  faulen  Knollen  aber  aufzulesen  und  vom  Acker  zu  entfernen.

5.  Kartoffelkäfer.  1877  tauchte  am  Rhein  der  Kartoffelkäfer  auf.  Er  war
aus  Amerika  hierher  verschleppt.  Dieser  Käfer  frißt  die  Kartoffelfelder  vollständig
kahl.  Glücklicherweise  hat  er  sich  seitdem  bei  uns  nicht  wieder  gezeigt.

56.  Das  Verwelken  der  Pflanzen.

Wenn  im  Sommer  die  Sonne  heiß  brennt,  lassen  manche  Pflanzen  schlaff
ihr  Köpfchen  hängen,  andre  verwelken  ganz.  Dies  hängt  mit  der  steten  Verdunstung
der  Feuchtigkeit  zusammen,  die  aus  den  Spaltöffnungen  der  Pflanzen  entweicht.
(S.  187.)  Das  verdunstete  Wasser  muß  durch  neue  Wassermengen  aus  dem  Boden
ersetzt  werden.  Ist  die  Hitze  aber  zu  groß,  so  verdunstet  mehr  Wasser,  als  die
Wurzel  aufzunehmen  vermag.  Es  tritt  also  bei  der  Pflanze  ein  Saftmangel  ein,
und  so  wird  die  Pflanze  welk.  Junge  Topfpflanzen  bedeckt  man  mit  einem
Glase,  um  so  die  zu  starke  Verdunstung  zu  verhüten.  Damit  die  Verdunstung
bei  frisch  gepflanzten  Bäumen,  deren  Wurzeln  wegen  der  verletzten  Saughaare
anfangs  nur  wenig  Wasser  ziehen  können,  nicht  zu  stark  geschieht,  schneidet  man
ihnen  teilweise  die  Zweige  ab.

57.  Die  Zuchkerrübe.

1.  Anbau.  Die  Zuckerrübe  ist  wegen  ihres  reichen  Zuckergehalts  (10—17  %)
eine  sehr  wichtige  Kulturpflanze  geworden,  die  den  Wohlstand  mancher  Gegenden
erst  begründet  hat,  wie  z.  B.  den  der  Magdeburger  Börde.  Im  April  oder  anfangs
Mai  werden  die  Samenkerne  mit  Hilfe  der  „Drillmaschine“  in  regelrechte  Reihen
gelegt.  Je  dichter  die  einzelnen  Büschel,  desto  weniger  haben  die  jungen  Pflanzen
von  den  Nachtfrösten  zu  leiden.  Sobald  die  Wurzeln  die  Dicke  eines  Strohhalms
erlangt  haben,  beginnt  das  „Verziehen“.  Dabei  werden  alle  Pflanzen  eines  Büschels
bis  auf  eine  —  die  kräftigste  —  entfernt.  Während  des  Sommers  muß  das  Rübenfeld
4—5  mal  behackt  werden,  damit  der  Boden  ausgelockert  werde.  (Warum?  S.  193.)

2.  Zuckerfabrikation.  Mitte  Oktober  sind  die  Rüben  ausgewachsen.  Die