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weiße  Wurzel  ist  dann  etwa  30—40  cm  lang  und  2—3  kg  schwer.  In  den
Zuckerfabriken  werden  die  Rüben  mittels  Maschinen  gewaschen  und  in  feine  Streifen
zerschnitten.  Diese  Streifen  bringt  man  alsdann  in  kupferne  Behälter  und  laugt
sie  durch  Zusätze  von  heißem  Wasser  allmählich  aus.  Der  so  entstandene  Buckersaft
  wird  mehrmals  durch  eine  Schichi  Knochenkohle  geseiht  und,  damit  das  in  ihm
enthaltene  Wasser  verdampfe,  auch  gekocht.  Darauf  wird  der  eingekochte  und  teilweise
  zu  kleinen  Körnchen  krystallisierte  Zuckersaft  in  Gesäße  gebracht,  die  die  bekannte
  Zuckerhutform  haben.  Die  Gefäße  sind  unten  an  der  Spitze  durchlöchert,
damit  der  schleimige,  nicht  krystallisierte  Saft  als  „Sirup“  abfließen  kann.

3.  Pflanzenzucker.  Zur  Versüßung  der  Speisen  bedienten  sich  unfre  Vorfahren
  des  Honigs.  Den  Piflanzenzucker,  wie  er  sich  im  Zuckerrohr,  in  den  Weintrauben,
  Rüben  u.  s.  w.  findet,  kannte  man  noch  nicht.  Durch  die  Kreuzzüge  scheint
man  zunächst  den  Rohrzucker  kennen  gelernt  zu  haben,  und  nun  wurde  das  Rohr
von  Kleinasien  aus  nach  Agypten,  Griechenland,  Sicilien  und  später  auch  nach
Westindien  verpflanzt.  Aber  bis  zu  Ende  des  17.  Jahrhunderts  war  der  Zucker
so  teuer,  daß  ihn  nur  die  Reichen  bezahlen  konnten.  Vor  etwas  mehr  als  100
Jahren  lernte  ein  Berliner  Chemiker  den  Zuckergehalt  der  Rüben  kennen,  doch  erst
in  den  30er  Jahren  des  19.  Jahrh.  wurde  die  Zuckerbereitung  aus  Rüben  allgemein.

53.  Giftpflanzen.

1.  Kennzeichen.  Auf  dem  Felde  wachsen  manche  Pflanzen,  deren  Genuß  uns
sehr  gefährlich  wird.  Dahin  gehören  z.  B.  der  schwarze  Nachtschatten,  das  Bilsenkraut,
  der  Stechapfel  u.  a.  Man  nennt  sie  Gift-  .
pflanzen.  Wir  finden  solche  Pflanzen  auch  noch  im
Garten  (Hundspetersilie,  Goldregen),  im  Walde
(Fingerhut,  Tollkirsche),  auf  der  Wiese  (Hahnenfuß,
Herbstzeitlose)  u.  s.  w.  Biele  von  ihnen  machen  sich
schon  durch  einen  unangenehmen  Geruch  kenntlich,
wie  Bilsenkraut,  schwarzer  Nachtschatten  und  Stecch
apfel;  andre  dagegen,  wie  Fingerhut,  Goldregen,.
Herbstzeitlose  u.  a.  locken  durch  Blüte  und  Frucht
den  Unkundigen  an.  Sehr  gefährliche  Giftpflanzen
sind  auch  die  verschiedenen  Schierlingsarten,  die
man,  besonders  solange  sie  jung  sind,  leicht  mit  der
Petersilie  verwechseln  kann.  An  Gräben  und  Teichen
finden  wir  den  Wasserschierling,  dessen  hohle,  durhg.
Querwände  in  Fächer  geteilte  Wurzel  außerordentlich  «
giftig  ist.  Der  gefleckte  Schierling  trägt  im  Alter
am  Stengel  rotbraune  Flecken.  Seine  Fiederblätter
sind  zum  Unterschiede  von  denen  der  Petersilie  sehr
tief  gespalten  und  geben  beim  Zerreiben  einen  widerlichen
  Geruch  von  sich.  Die  größte  Ahnlichkeit  mit
der  Petersilie  hat  aber  der  Gartenschierling  oder  die
Hundspetersilie.  Die  Blätter  sind  jedoch  auf  der
Unterseite  glänzend  und  riechen  beim  Reiben  nicht,  #
wie  die  Petersilie,  gewürzhaft,  sondern  unangenehm  Das  Bilsenkraut.
nach  Knoblauch.  Besondres  Kennzeichen:  an  den  Döldchen  hängen  2—3  lange
Hüllblättchen  herab.

2.  Heilmittel.  Als  Folge  der  Vergiftung  stellen  sich  entweder  heftige  Leiboder
  Kopsschmerzen  ein.  Gegen  die  Leibschmerzen  wendet  man  am  besten  Mittel
an,  die  zum  Erbrechen  reizen,  wie  warme  Milch  u.  dgl.  Auch  Soda  oder  Mag- 

