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soll,  einem  baldigen  Tode  entgegen.  Viele  Tausende  kommen  so  auf  schändliche
Weise  um.  Ein  solches  Los  aber  haben  sie  nicht  verdient.  Denn  sie  sind  nicht
nur  eine  Zierde  unfrer  Gärten  und  Wälder,  sondern  vertilgen  auch  viele  schädliche
  Insekten.  Manchen  Apfel,  den  wir  uns  im  Winter  gut  schmecken  lassen,
haben  wir  dem  Rotkehlchen  zu  verdanken.

67.  Schlußbetrachtung.

Die  Taubnessel  liefert  dem  Bienchen  Honig.  Dafür  trägt  das  Bienchen  den
Blütenstaub  von  einer  Blüte  zur  andern  und  sorgt  für  die  Befruchtung.  Der
Holunder  erquickt  das  Rotkehlchen  im  Herbste  mit  Beeren.  Dafür  hat  es  ihm  im
Sommer  Blattläuse  und  Raupen  abgesucht.  Die  Brennessel  und  der  Löwenzahn
nähren  eine  ganze  Anzahl  von  Gästen,  und  in  den  Schlafäpfeln  der  Hundsrose
entwickelt  sich  die  Rosengallwespe.  So  hängt  überall  das  Tier=  und  Pflanzenleben
  eng  miteinander  zusammen.  Im  Meere  giebt  es  Krebse,  die  es  dulden,
daß  sich  auf  ihrem  Rücken  kleine  Meerespflanzen  ansiedeln;  dafür  erweisen  ihnen
diese  dadurch  einen  Gegendienst,  daß  sie  die  Krebse  unkenntlich  machen  und  sie  so
gegen  ihre  Verfolger  schützen.  Ja,  einige  Krabbenarten  schneiden  sogar  mit  ihren
Scheren  Stücke  vom  Tang  ab  und  befestigen  sie  auf  ihrem  Panzer  an  hakenförmigen
  Haaren,  damit  sie  dort  wachsen.

XI.  Der  Garten  im  Herbste.

Die  Blumenbeete  haben  sich  mit  buntfarbigen  Astern  und  Georginen  geschmückt.
Von  den  Unkräutern,  die  man  jetzt  schon  mehr  ungehindert  wuchern  läßt,  hat
sich  neben  dem  Kreuzkraute  auch  der  giftige  Nachtschatten  mit  seinen  schwarzen
Beeren  eingestellt.  Im  Gemüsegarten  fallen  uns  die  gelbgewordenen  Blätter  der
Stangenbohne  auf,  zwischen  denen  die  gereiften  Hülsen  hangen.  Auf  dem  Kürbisbeete
  erfreut  uns  die  riesige  Kürbisfrucht  an  der  weitgelaufenen  Ranke.  Am
Giebel  reift  die  süße  Traube,  und  auf  den  Obstbäumen  prangen  saftige  Früchte.
Die  Singpögel  schicken  sich  —  soweit  sie  uns  nicht  schon  verlassen  haben  —  zur
Abreise  an.  Maulwürfe  und  Engerlinge  ziehen  sich  der  kältern  Luft  wegen  tiefer
in  die  Erde  zurück.  Abends  aber  durchstreift  noch  einmal  der  Igel  den  Garten.
Dann  sucht  er  sein  Winterlager  auf,  wo  er  die  kalten  Tage  des  Winters  verschläft.

68.  pflaumen  und  Pflaumenwickler.

1.  Pflaumen.  Die  Pflaumen  sind  jetzt  reif  geworden.  Sie  haben  sich  mit
weißbläulichem  Reife  überzogen.  Das  ist  eine  Wachsschicht,  die  sie  ausschwitzen.  Sie
schützt  die  Pflaume  bei  anhaltendem  Regen  vor  Fäulnis.  Im  Innern  birgt  die
Pflaume  einen  Stein,  die  Schutzhülle  des  Samenkerns.  Pflaumen=  und  Kirschensteine
brennen  gleichwie  Nußschalen.  Vorher  schwärzen  sie  sich:  sie  verkohlen.  Sie  enthalten
  also  Kohle  und  sind  in  Wirklichkeit  nicht  etwa  Steine,  sondern  sehr  hartes  Holz.

2.  Pflaumenwickler.  Offne  mehrere  vorzeitig  vom  Baume  gefallene  Pflaumen!
Ein  rötlicher  „Wurm“,  die  „Pflaumenmade“,  sitzt  darin.  Dieser  „Wurm“  ist  die
Raupe  des  Pflaumenwicklers,  eines  kleinen,  graubraunen  Schmetterlings.  Er  fliegt
im  Juni  und  Juli  umher  und  setzt  dann  bald  an  diese,  bald  an  jene  Pflaume
ein  Ei  ab.  Nach  mehreren  Tagen  kriecht  aus  dem  Ei  die  rötliche  Raupe.  Sie
frißt  nur  das  Fleisch,  den  Kern  verschmäht  sie.  Sobald  sie  ausgewachsen  ist  (meist
im  September),  kriecht  sie  aus  der  Pflaume  hervor  und  sucht  sich  ein  Versteck
hinter  Rindenschuppen  u.  s.  w.  Hier  spinnt  sie  sich  ein  und  bringt,  ohne  sich
zu  verpuppen,  den  Winter  zu.  Erst  im  kommenden  Frühlinge  verpuppt  sie  sich.
Schüttle  zeitig  die  wurmstichigen  Pflaumen  ab  und  vernichte  siel