—  214  —

7.  Weinbereitung.  Die  reifen  Trauben  werden  in  ein  Gefäß  mit  fein  durchlöchertem
  Boden  gethan  und  dann  ausgepreßt.  Der  süße  Saft  heißt  Most.  Er
hat  stets,  auch  bei  den  blauen  Beeren,  eine  weiße  Farbe.  Will  man  roten  Wein
erzielen,  so  läßt  man  auch  die  Stengel  und  die  Beerenschalen  mit  gären.  Den
jungen  Most  bringt  man  in  großen  Fässern  zur  Gärung.  Die  Gärung  wird  durch
Hefepilze  bewirkt.  Diese  gelangen  aus  der  Luft  in  den  Most  und  vermehren  sich
hier  sehr  schnell.  Der  Most  enthält  nämlich  Zucker.  Von  diesem  zehren  die  Pilze.
Den  Rest  aber  scheiden  sie  als  Weingeist  und  Kohlensäure  aus.  Damit  die  Kohlensäure
  entweichen  kann,  müssen  die  Fässer  geöffnet  sein.  Der  Most  beginnt  zu
schäumen  und  wirft  die  Hefe  und  alle  unreinen  Teile  an  die  Oberfläche.  Je  mehr
aber  der  Zuckerstoff  abnimmt,  desto  ruhiger  wird  der  Most,  und  endlich  fällt  die
Hefe  matt  auf  den  Boden  nieder.  Der  nun  halbfertige  Wein  wird  „abgezogen“,
um  in  andern  Fässern  unter  Abschluß  der  Luft  seine  Gärung  zu  vollenden.  Dazu
ist  fast  ein  ganzes  Jahr  nötig.  Wird  der  Wein,  ehe  er  ausgegoren  hat,  in  fest
verschlossene  Flaschen  gethan,  so  daß  die  Kohlensäure  nicht  entweichen  kann,  so
erhält  man  den  Schaumwein  oder  Champagner.

74.  Schlußbetrachtung.

1.  Kohlweißling,  Apfelwickler  und  Reblaus  zeigen  uns,  daß  die  Tiere  den
Pflanzen  vielfach  Schaden  zufügen.  (Andre  Beispiele:  Blattläuse,  Schnecken  am  Salat,
Maikäfer,  Wanderheuschrecke.  Siehe  auch  Kiefer  (S.  185)  und  Eiche  (S.  1871)
Die  Pflanzen  sind  den  Tieren  gegenüber  meist
machtlos.  Einige  haben  zwar  vom  Schöpfer  gegen
die  Angriffe  der  Tiere  Schutzmittel  empfangen,  «  S
z.  B.  Dornen,  Stacheln,  Giftsäfte,  Brennhaare
und  Borsten,  aber  diese  schützen  meist  nur  gegen
größere  Tiere.  Gegen  die  Insekten  fehlen  vielfach
die  Schutzwaffen.  Hier  sind  sie  meistens  auf  den
Schutz  andrer  Tiere,  z.  B.  der  Singvögel,  Kuckucke,
Spechte,  Eulen,  Fledermäuse,  Maulwürfe  u.  s.  vö.
angewiesen.  9

2.  Aber  auch  unter  den  Insekten  selbst  habern  «
schädlicheJnsektenihreFeinde.Zudiesengehören»,,,sI-.«-Tsz·s737.7««s«-».»

vor  allem  die  Schlupfwespen.  So  sehen  wir  z.  8.  .
die  Raupen  des  Kohlweißlings  nicht  selten  tot  Schlupfwespe
oder  matt  neben  oder  auf  kleinen,  gelben  Cocons  gine  Schiupfweive  legt  mit  ihrem  Lege
liegen.  (Siehe  Abbildungl)  Man  hält  diese  borrer  *  Ern  die-  Manve  des  fchäolicher
“  1  s  »  ·  lka  tmfk.  te  .
Cocons  fälschlicherweise  wohl  für  „Raupeneier“.  d  kriecht,  verpupdet  %  "-!|“  dir  Naupe:  zu
;  «  ;  «  «  lei  it  verpuppt  sich  auch  die  Raupe,
Aber  das  sind  sie  nicht.  Sie  enthalten  vielmehr  lracher  Seinue  vopt  sich  auch  de  hraube:,
die  Puppen  einer  Schlupfwespe.  Diese  legt  Raupenpurpe,  aus  der  dann  statt  des

 

 
   
 

—
–

n"r
l
l

nämlichihreEiskindieäxsxxiksPfg-»Ist;:W-kzkgggkdzssgzkx
Raupe—Ast-MERM-äkgKgskxgssgggsggkxxks»Im-F»Es-«Exz:
stehen  Larven,  die  sich  von  zerstört  werden.)

dem  Blute  der  Raupe  nähren

und  nach  einigen  Wochen  die  Haut  der  Raupe  durchbrechen,
un  sich  draußen  in  dem  gelben  Gespinste  zu  verpuppen.  Ebenso
vernichten  auch  die  Laufkäfer  viele  schädliche  Insekten.  Der
Hainlaufkäfer,  der  sich  am  Tage  unter  Steinen  u.  s.  w.  verborgen
  hält,  fällt  in  der  Dämmerung  und  nachts  in  Gärten
mit  den  auskriechenden  und  Hecken  Schnecken  und  schädliche  Würmer  an,  und  der  „Gold-Meeeh

  schmied"  stellt  selbst  dem  Maikäfer  nach.  Der  „Puppenräuber"

 