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kriecht  an  den  Bäumen  unsrer  Wälder  empor  und  frißt  hier  die  schädlichen  Raupen
und  Puppen.  —  Auch  das  Marienkäferchen  wollen  wir  hier  nicht  vergessen,  da
es  (und  besonders  seine  Larve)  den  schädlichen  Blattläusen  nachstellt.

XII.  Der  Wald  im  Herbste.

Der  Laubwald  vertauscht  sein  maigrünes  Frühlingskleid  nach  und  nach  mit
einem  rotgelben  Herbstmantel.  (Wie  kommt  das?  S.  181.)  —  Hier  und  da  sinkt  schon
ein  Blatt  langsam  zur  Erde,  und  bald  wird  der  Wald  öde  und  kahl  dastehen.  Die  breiten
Wedel  der  Farnkräuter  fangen  an  zu  welken.  Ameisen,  Blindschleichen,  Ringel—
nattern  u.  s.  w.  suchen  ihre  Schlupfwinkel  für  den  Winterschlaf  auf.  Hirsche  und  Wild—
schweine  thun  sich  gütlich  an  den  Eicheln  und  Buchnüssen,  die  jetzt  von  den  Bäumen
abgeworfen  werden.  Das  Eichhörnchen  speichert  von  diesen  Baumfrüchten  einen  Win—
tervorrat  auf.  Die  Zugvögel  machen  sich  reisefertig.  Aus  dem  feuchten  Waldboden
schießen  die  Pilze  üppig  empor.  Haselstrauch,  Birke  und  Erle  aber  haben  sich  wunderbarerweise
  schon  mit  grünen  Staubblütenkätzchen  fürs  nächste  Jahr  versorgt.

75.  Die  fiefer.  II.  (6.  185.)

1.  Zapfen.  Aus  den  Stempelkätzchen  der  Kiefer  haben  sich  während  des  Sommers
grüne  Zapfen  entwickelt.  Sie  bestehen  aus  einer  Spindel  mit  vielen  Schuppen  (Deckblättern),
  die  sich  wie  ein  Schutzdach  über  die  Samen  legen.  Im  ersten  Jahre  stehen
sie  aufrecht,  im  zweiten  aber  wenden  sie  sich  langsam  nach  unten.  Ihre  Schuppen
öffnen  sie  erst  im  Frühlinge  des  dritten  Jahres  und  lassen  dann  den  Samen  auf  die
Erde  fallen.  Während  des  nun  folgenden  Sommers  vertrocknen  die  Zapfen  und  fallen
ab.  Zwischen  je  2  Schuppen  liegen  zwei  nackte  (S.  185)  Samenkörner;  jedes  ist  mit
einem  häutigen  Flügel  versehen,  so  daß  es  der  Wind  weit  umhertreiben  kann.

2.  Harz.  Ritzt  man  den  Stamm,  so  dringt  ein  klebriger  Saft  hervor,  gewöhnlich
  Harz  (richtiger  Terpentin)  genannt.  Es  schützt  (wie  das  Kirschgummi)
die  Wunde  vor  Luftzutritt  und  Wundfäule.  Durch  Abdampfung  des  Terpentins
mit  Wasser  gewinnt  man  Terpentinöl.  Durch  weiteres  Erhitzen  des  Rückstandes
erhält  man  Kolophonium.  Bei  der  trocknen  Abdampfung  harzreichen  Holzes  entsteht
  neben  Kienöl  besonders  Holzessig  und  Teer.  Auch  das  weiße  Pech  wird  aus
dem  Harze  (durch  Schmelzen  desselben)  erzeugt.  Vermischt  man  weißes  Pech  mit  dem
Rückstande  der  Teerabdampfung,  so  gewinnt  man  schwarzes  Pech.  Wird  harzreiches
Holz  bei  ungenügendem  Luftzutritte  verbrannt,  so  bildet  sich  Kienruß.

76.  Die  Eiche.  II.  (S.  187.)

1.  Eichelfrucht.  Aus  den  Stempelblüten  des  Eichbaumes  haben  sich  zum  Herbste
zahlreiche  Eicheln  entwickelt.  Eine  solche  Eichelfrucht  besteht  aus  2  Teilen,  dem
Näpfchen  und  der  eigentlichen  Eichel.  Das  Näpschen  schützt  die  junge  Eichel.  Es
ist  auswendig  mit  verwachsenen  Schuppen  bedeckt  und  hat  sich  aus  den  schuppenförmigen
  Blättchen  gebildet,  die  das  grüne  Stempelblütenköpfchen  umschließen.  Die
Eichel  selbst  enthält  viel  Nährstoff  und  ist  für  Haus=  und  Wildschweine,  Hirsche,
Eichhörnchen  u.  s.  w.  ein  Lieblingsfutter.  Aus  gerösteten  Eicheln  bereitet  man
den  Eichelkaffee,  der  manchen  Kranken  und  Kindern  verordnet  wird.

2.  Sommer=  und  Wintereiche.  Es  giebt  bei  uns  zwei  verschiedene  Arten
von  Eichen,  die  Sommer=  und  die  Wintereiche.  Die  Eicheln  der  Sommereiche  sind
langgestielt,  die  der  Wintereiche  nicht.  Bei  den  Blättern  ist  es  umgekehrt.  Die
Blätter  der  Wintereiche  bleiben  teilweise  bis  zum  nächsten  Frühjahre  hängen.

3.  Gerbsäure.  Die  Galläpfel,  deren  Bäckchen  jetzt  schön  gelb  und  rot  gefärbt
sind,  enthalten  einen  herben  Saft,  die  Gerbsäure.  Man  gewinnt  diese,  wenn  man
die  Apfel  in  warmes  Wasser  legt  und  auslaugt.  Besonders  reich  an  Gerbsäure