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gewünschte  Form.  Sodann  legt  man  ihn  auf  kleine  Hürden  und  läßt  ihn  allmählich
  an  der  Sonne  oder  am  Ofen  trocknen.  Schließlich  bewahrt  man  ihn
zwischen  Lappen  in  einem  Steintopfe  auf.

34.  Das  Hausschaf.

1.  Körperbau  und  Charakter.  Das  Schaf  ist  ein  geduldiges,  friedliches
Tier.  Es  hat  auch  alle  Ursache,  den  Frieden  zu  lieben;  denn  es  fehlt  ihm  nicht
nur  an  Kraft  und  Stärke,  sondern  ihm  versagte  die  Natur  auch  fast  jegliche  Waffe.
Nur  der  Widder  ist  zum  Kampfe  bereit.  Zwar  sind  seine  hohlen,  schneckenförmig
gewundenen  Hörner  zum  Angriffe  nicht  geeignet,  wohl  aber  vermag  er  mit  der
harten  Stirn  manch  kräftigen  Stoß  auszuteilen.  —  Aus  dieser  Kraft=  und  Wehrlosigkeit
  des  Schafes  erklären  sich  leicht  viele  seiner  Eigenschaften,  vor  allem  seine
Gutmütigkeit  und  Furchtsamkeit.  Es  gehorcht  willig  dem  Pfiff  des  Schäfers  und
folgt  zuversichtlich  dem  vorangehenden  Leithammel.  Springt  dieser  über  einen  vorgehaltenen
  Stock,  so  springt  die  ganze  Herde  nach,  auch  wenn  kein  Stock  mehr  da
ist.  Man  hat  sogar  Beispiele,  daß  die  Herde  dem  Leithammel  ins  Wasser  oder
in  den  Abgrund  gefolgt  ist.  Gegen  seinen  Hüter  zeigt  das  Schaf  eine  große  Anhänglichkeit,
  und  wenn  es  sich  verirrt  hat,  blökt  es  klagend  um  Hilfe.  Jedes  Geräusch
  erschreckt  es.  Der  Knall  der  Büchse,  besonders  aber  die  zuckenden  Bilitze
und  der  rollende  Donner  bringen  es  völlig  außer  Fassung.  Mit  der  Furcht  vereinigt
  sich  die  Einfalt.  Bricht  des  Nachts  Feuer  aus,  so  ist  meistens  die  Herde
nicht  aus  dem  brennenden  Stalle  zu  bringen;  oft  auch  läuft  sie  blindlings  in  die
Flammen  hinein,  dem  sichern  Feuertode  entgegen.

2.  Nutzen.  Da  das  wehrlose  Schaf  leicht  zu  zähmen  war,  so  ist  es  schon
in  den  ältesten  Zeiten  zum  Haustiere  geworden.  Dazu  war  es  um  so  mehr  geeignet,
als  es  sehr  genügsam  ist  und  großen  Gewinn  bringt.  Am  meisten  nützt  es  uns
durch  seine  Wolle.  (Wozu  wird  sie  verwertet?)  Die  Schur  findet  in  der  Regel
im  Juni  statt.  Vor  der  Schur  werden  die  Schafe  an  einem  warmen  Tage  in
einem  Teiche  oder  Flusse  gebadet,  damit  die  Wolle  rein  werde.  Das  Fleisch  des
Schafes  ist  saftig  und  wohlschmeckend  und  wird  besonders  gern  in  England  gegessen.
  Aus  den  Gedärmen  des  Schafes  werden  Violinsaiten  gedreht,  aus  der
Haut  gerbt  man  Leder,  und  aus  den  Klauen  und  Fußknochen  kocht  man  Leim.
—  (UÜber  Drehkrankheit  s.  „Bandwurm“  S.  2681)

3.  Arten.  Unter  den  vielen  Arten  des  Hausschafes  zeichnet  sich  vor  allem
das  Merinoschaf  durch  seine  Wolle  aus.  Ursprünglich  war  dieses  nur  in  Spanien
zu  Hause;  jetzt  findet  es  sich  aber  auch  in  vielen  deutschen  Schäfereien.  Außer
den  Merinoschafen  wird  gegenwärtig  noch  vielfach  das  englische  Schaf  gezüchtet,
das  sich  durch  seine  Fleisch=  und  Fettmenge  auszeichnet.  In  der  Lüneburger  Heide
findet  sich  die  kleine  Heidschnucke;  sie  hat  ziemlich  lange,  aber  recht  grobe  Wolle.
In  Südrußland,  der  Türkei,  Kleinasien,  Persien  u.  s.  w.  lebt  das  Fettschwanzschaf.
  Es  hat  einen  ungemein  breiten  und  unförmlichen  Fettschwanz,  der  an  20  kg
schwer  wird.  Bei  einer  Art  wird  dieser  Schwanz  so  lang,  daß  er  nicht  selten  auf
untergelegtem  Rollwägelchen  von  dem  Schafe  fortgezogen  werden  muß,  damit  die
Wolle  am  Schwanze  rein  erhalten  und  nicht  abgeschabt  werde.  Die  Bließe  der
Fettschwanzschafe  sind  sehr  weich  und  hübsch  gekräuselt  und  werden  als  Pelzwerk
in  den  Handel  gebracht.  Die  der  ausgewachsenen  Schafe  heißen  „Krimmer“,  die

der  Lämmer  „Astrachan“.
85.  Der  Iltis.

1.  Wohnung.  Der  Iltis  ist  ein  rechter  Räuber.  Darum  schlägt  er  auch  seine
Wohnung  da  auf,  wo  es  am  meisten  für  ihn  zu  rauben  giebt.  Da  er  junge  Häschen,