—  228  —

Feldmäuse  und  Frösche  besonders  liebt,  so  zieht  er  im  Sommer  aufs  Feld.  Hier
wohnt  er  in  einer  Erdhöhle.  Um  eine  Wohnung  zu  erlangen,  würgt  er  einen
Hamster  oder  ein  Kaninchen  und  nimmt  dann  von  dessen  Wohnung  Besitz.
Sobald  gegen  den  Winter  die  Nahrung  auf  dem  Felde  ausgeht,  kommt  er  in  die
Nähe  menschlicher  Wohnungen.  Klettern  —  wie  sein  Vetter,  der  blutdürstige
Marder  (S.  244)  —  kann  er  nicht.  Deshalb  kriecht  er  in  einen  Holz=  und  Steinhaufen
  und  richtet  sich  dort  wohnlich  ein.

2.  Körperbau  und  Raubgier.  Meist  geht  der  Iltis  nachts  auf  Raub  aus.
Seine  kastanienbraune  Farbe  dient  ihm  als  Schutzfarbe.  (S.  234.)  Er  ist  etwas
kleiner  als  die  Katze.  Der  Körper  ist  schlangenartig  und  sehr  geschmeidig.  Mit  ihm
kann  sich  der  Iltis  durch  fast  unglaublich  enge  Offnungen  hindurchwinden.  Die  Fußsohlen
  sind  unten  behaart,  und  daher  ist  der  Tritt  so  leise,  daß  man  ihn  kaum
hören  kann.  So  beschleicht  er  das  junge  Häschen  und  das  brütende  Rebhuhn.
Er  mordet  alles,  was  ihm  in  den  Weg  kommt.  Frösche  scheinen  seine  Lieblingsspeise
  zu  sein.  Er  fängt  sie  in  großer  Zahl,  zerbeißt  ihnen  die  Beine  und  trägt  sie
dann  in  seine  Wohnung,  wo  die  armen  Krüppel  oft  noch  tagelang  leben.  Dem  Landmanne
  ist  er  besonders  wegen  seiner  nächtlichen  Besuche  beim  Hausgeflügel  verhaßt.
Mit  seinen  spitzen  Nägeln  gräbt  er  weithin  unterirdische  Gänge  bis  in  den  Hühnerstall
  und  das  Taubenhaus.  Hier  mordet  er  nicht  alles  auf  einmal  wie  der  Marder,
sondern  trägt  jedes  abgewürgte  Tier  erst  in  sein  Versteck.  Die  Eier  der  Hühner
nimmt  er  behutsam  zwischen  die  Zähne  und  legt  sie  zu  seinen  Vorräten.

36.  Die  langohrige  FKledermaus.

1.  Winterschlaf.  Während  des  Winters  sehen  wir  die  Fledermaus  nicht  umherflattern.
  Sie  schläft  jetzt  Tag  und  Nacht.  Im  Herbste  geht  ihr  nämlich  die  Nahrung
aus.  Weite  Reisen  wie  die  Zugvögel  kann  sie  nicht  machen.  Daher  sucht  sie  sich  ein
Versteck  auf  (Keller,  Schornstein  u.  s.  w.),  häkelt  sich  hier  mit  den  Hinterbeinen  fest
und  schlägt  die  Flughaut  wie  einen  Mantel  um  sich.  Der  Körper  wird  starr  und
steif.  Der  Atem  geht  immer  langsamer,  und  das  Blut  pulsiert  kaum  merklich.

2.  Nahrung  und  Körperbau.  Sobald  die  Frühlingssonne  wärmer  scheint  und
die  Insekten  umherfliegen,  erwacht  die  Fledermaus  aus  dem  Winterschlafe.  Wenn
dann  unfre  gefiederten  Insektenfänger  zur  Ruhe  gegangen  sind,  verläßt  sie  ihr
dunkles  Versteck  und  setzt  den  Vernichtungskampf  gegen  Maikäfer,  Nachtschmetterlinge
u.  a.  nächtliches  Gesindel  eifrig  fort.  Zu  solcher  Insektenjagd  ist  ihr  Körper
außerordentlich  zweckmäßig  gebaut.  Dies  zeigt  sich  besonders  in  der  Flughaut  sowie
in  der  Einrichtung  der  Ohren  und  des  Maules.

a.  Die  Flughaut  beginnt  an  beiden  Schultern  und  breitet  sich  zwischen  d  den
4  Gliedmaßen  und  den  nnn.  4  —  —
gern  wie  ein  Mantel  aus,
der  auch  den  Schwanz  mit
einschließt.  Damit  aber  diese
Flughaut  beim  Flattern  ausgespannt
  werden  kann,  sind
die  Finger  der  vordern  Gliedmaßen
  (Arme)  von  außerordentlicher
  Länge  und  können
ähnlich  wie  die  Drahtstangen
eines  Regenschirms  gespreizt
und  zusammengelegt  werden.
Damit  ferner  der  Regen  an

der  Flughaut  nicht  hafte  und  Die  langohrige  Fledermaus.

 