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Gebäuden  mit  Aus-  und  Einfluglöchern,  und  diese  findet  sie  hier  am  häufigsten,
z.  B.  Kuhställe  und  Scheunen.  Besonders  gern  sucht  sie  die  große  Hausflur
der  norddeutschen  Bauernhöfe  auf.  Den  Namen  Rauchschwalbe  hat  sie  davon,
daß  sie  zuweilen  im  Rauchfange  baut.  Den  Schornstein  benutzt  sie  zum  Einund
  Ausfluge.  Von  der  Hausschwalbe,  die  mehr  in  Städten  lebt,  ist  sie  leicht  zu
unterscheiden  durch  ihre  braunrote  Stirn  und  Brust.  6  .  .

2.  Nahrung  und  Flug.  Auf  dem  Bauernhofe  findet  sie  auch  zugleich  vielfach
  ihre  Nahrung.  Diese  besteht  aus  Insekten,  namentlich  Mücken  und  Fliegen.
Gern  macht  sie  deshalb  auch  Besuche  bei  dem  Dorfteiche,  wo  die  Mücken  oft  in
großen  Schwärmen  spielen.  (Die  Larven  der  Mücken  sind  nämlich  im  Wasser  aus
dem  Ei  gekrochen.)  Die  Insekten  kann  die  Schwalbe  sehr  geschickt  fangen;  denn
sie  hat  ein  gutes  Fangnetz,  das  ist  ihr  tief  gespaltener  Schnabel.  Auch  versteht
sie  sich  meisterhaft  aufs  Fliegen.  Bei  der  Jagd  macht  sie  die  geschicktesten  Wendungen
  in  der  Luft.  Wie  ein  Pfeil  eilt  sie  dahin,  bald  schnurgerade,  bald  im
Zickzack.  (Warum  dies?)  Sie  fliegt  so  schnell,  daß  sie  den  Weg  von  Berlin  nach
Afrika  in  18  Stunden  zurücklegt.  Ihr  Körper  ist  aber  auch  ganz  vorzüglich  zum
Fliegen  eingerichtet.  Das  sieht  man  besonders  an  den  langen  Flügeln,  die  den
Körper  mit  Leichtigkeit  emporheben.  Durch  sie  wird  der  Vogel  in  der  Luft  fortbewegt
  wie  der  Kahn  durch  die  Ruder  im  Wasser.  Uberhaupt  hat  der  Körper
etwas  Kahnartiges  in  der  Gestalt.  Mit  dem  spitzen  Schnabel  durchschneidet  der
Vogel  die  Luft  wie  ein  Schiffsbug  das  Meer.  Der  gabelförmige  Schwanz  dient
beim  Umwenden  als  Steuer.  Er  wird  bei  Linksschwenkungen  nach  links,  bei  Rechtsschwenkungen
  nach  rechts  gewendet,  beim  Aufsteigen  gehoben,  beim  Absteigen  gesenkt.
Die  Beine  sind  klein  und  beschweren  den  Körper  nur  wenig.  Uberhaupt  ist  der
Körper  sehr  leicht  gebaut.  Dazu  kommt  ferner,  daß  die  Knochen,  wie  bei  allen
Vögeln,  meist  hohl  sind  und  von  der  Lunge  aus  mit  Luft  gefüllt  werden  können.
Luch  finden  sich  in  der  Leibeshöhle  noch  besondere  Luftsäcke,  die  ebenfalls  wie  die
Knochen  durch  Offnungen  und  Luftwege  mit  der  Lunge  in  Verbindung  stehen  und
von  hier  aus  mit  Luft  versorgt  werden.  Diese  Luft  wird  in  dem  Körper  erwärmt,
dehnt  sich  aus  und  wird  so  leichter  als  die  äußere  Luft.  (S.  Naturlehre  S.  3151)
Dadurch  wird  das  Eigengewicht  des  Körpers  vermindert,  so  daß  er  mit  Leichtigkeit
emporgehoben  werden  kann.  An  schönen  Tagen  hält  sich  die  Schwalbe  mehr  oben
in  der  Luft  auf,  weil  dann  die  Mücken  dort  tanzen.  Bei  trübem  Wetter  aber
kommen  die  Mücken  nach  unten,  darum  fliegt  die  Schwalbe  dann  auch  niedriger.
Mit  ihren  langen  Beinen  laufen  die  Mücken  selbst  auf  dem  Wasser  umher.  Daher
streicht  die  Schwalbe  oft  ganz  dicht  über  dem  Teiche  dahin.  (Wie  erklärt  sich  die
Wetterregel:  „Es  wird  gutes  Wetter;  denn  die  Schwalben  fliegen  hoch“?)

3.  Nest.  Ihr  Nest  baut  die  Rauchschwalbe  stets  im  Innern  eines  Gebäudes
und  zwar  so,  daß  es  von  oben  her  durch  eine  weit  überragende  Decke  geschützt
wird.  An  einem  Balken  oder  an  der  Wand  klebt  sie  das  Nest  fest,  am  liebsten
da,  wo  es  durch  einen  Pflock  von  der  Seite  oder  von  unten  einen  Stützpunkt
hat.  Oben  befindet  sich  die  Offnung.  Der  Stoff,  aus  dem  das  Nest  gebaut  wird,
ist  fettige  Erde,  die  von  der  Schwalbe  im  Schnabel  herbeigetragen,  mit  Speichel
überzogen  und  vorsichtig  angeklebt  wird.  (Anders  baut  die  Haus=  oder  Mehlschwalbe.
  Sie  bringt  ihr  Nest  nur  von  außen  an  den  Gebäuden  an,  meistens
unter  dem  Gesimse.  Auch  mauert  sie  es  stets  bis  auf  das  Eingangsloch  zu,  so
daß  es  oben  nicht  offen  ist.)  —  Ihr  trauliches  Nisten  macht  uns  die  Schwalbe
lieb  und  wert.  „Wer  ein  Schwalbennest  zerstört,  zerstört  sein  eigen  Glück“,  und
„Wo  die  Schwalben  nisten,  zündet  kein  Blitz“,  sagt  der  Volksglaube.  Sobald
die  Jungen  befiedert  sind,  werden  sie  von  den  Alten  einige  Tage  lang  in  der  Kunst
des  Fliegens  unterrichtet.

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