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zu  behandeln.  Vor  allen  Dingen  hat  er  dafür  zu  sorgen,  daß  die  Tiere  gut  und
regelmäßig  gefüttert  werden.  Der  Stall,  worin  die  Tiere  sich  aufhalten,  muß
dicht  sein  und  gegen  Sturm  und  Regen,  Frost  und  Hitze  hinreichenden  Schutz  ge—
währen.  Steht  das  Vieh  im  Winter  in  einem  sehr  kalten  Stalle,  so  braucht  es  mehr
Futter  und  gedeiht  doch  nicht  so  gut,  als  wenn  es  in  einem  mäßig  erwärmten
Stalle  (12—  18°  C.)  untergebracht  ist.  Aber  auch  Licht  und  reine  Luft  sind
jedem  Tiere  zum  Gedeihen  notwendig.  Daher  ist  es  nötig,  daß  der  Stall  mit
Fenstern  versehen  sei  und  öfters  gelüftet  werde.  Ganz  besonders  aber  sorge  man
für  Reinlichkeit  der  Tiere.  Der  Stall  werde  recht  oft,  womöglich  jeden  Tag
ausgemistet.  Jedes  Tier  sei  hinreichend  mit  trockner  Streu  versehen  und  werde  durch
Putzen,  Waschen  und  Baden  u.  s.  w.  stets  rein  erhalten.  „Wer  sein  Pferd  gut
putzt,  spart  die  Hälfte  am  Futter.“  —  So  sollten  die  Tiere  nach  allen  Seiten  hin  gut
gewartet  und  gepflegt  werden.  Leider  geschieht  es  aber  in  vielen  Fällen  nicht;  ja,
sie  werden  sogar  zuweilen  schändlich  mißhandelt.  Und  gerade  die  treuesten  Diener
des  Menschen,  das  Pferd  und  der  Hund,  haben  am  meisten  Ursache  zur  Klage.

2.  Unter  den  Insekten  sind  es  der  Seidenspinner  und  die  Biene  (S.  178),
die  der  Mensch  ihres  Nutzens  wegen  in  seine  Pflege  und  Obhut  genommen  hat.
Man  bezeichnet  aber  diese  Tiere  nicht  als  Haustiere;  denn  sie  lassen  sich  nicht
zähmen  wie  Hund  und  Pferd,  gehorchen  auch  nicht  dem  Winke  des  Menschen,
sondern  leben  in  seiner  Umgebung  nicht  viel  anders  als  im  wilden  Zustande.

3.  Von  den  ungebetenen  Gästen,  die  Haus  und  Hof  des  Menschen  bevölkern,
haben  sich  zwar  einige  zur  Freude  des  Menschen,  die  meisten  aber  zu  seinem  Verdrusse
  hier  eingefunden.  Daß  Storch  und  Schwalbe  in  seinem  Gehöfte  nisten,
sieht  er  nicht  ungern.  Dagegen  sucht  er  Ratten  und  Mäuse  auf  jede  nur  mögliche
Weise  zu  vertilgen,  und  die  Katze  und  GEule  leisten  ihm  darin  treuen  Beistand.

XIV.  Garten  und  Feld  im  Winter.

1.  Die  Blumen  sind  verschwunden,  die  Obstbäume  entlaubt.  Nur  wenige
Pflanzen  giebt  es,  die  mit  ihren  Blättern  dem  Winter  trotzen.  Dahin  gehört  vor
allem  der  Winterkohl  (Braun=  und  Grünkohl),  den  die  Hausfrau  noch  im  Garten
stehen  hat.  Sie  entblättert  ihn  erst  nach  eingetretenem  Froste,  weil  dann  seine  Blätter
süßer  schmecken.  (Durch  den  Frost  wird  nämlich  das  Stärkemehl  der  Blätter  in
Zucker  verwandelt.  Warum  schmecken  auch  gefrorene  Kartoffeln  süßlich?)  Den
Kohl  weiß  auch  das  Häslein  im  Winter  zu  schätzen.  Wenn  alles  zugeschneit  ist,
dann  stattet  es  den  Kohlgärten  seine  Besuche  ab  und  labt  sich  hier  an  den  süßen
Blättern.  —  Die  Felder  sind  meist  leer.  Nur  stellenweise  wird  unser  Auge  durch
das  saftige  Grün  des  Wintergetreides  und  Winterrübsens  erquickt.

2.  Die  Tierwelt  in  Garten  und  Feld  ist  im  Winter  ebenfalls  nicht  so  zahlreich
wie  im  Sommer.  Die  Zugvögel  sind  sämtlich  nach  dem  warmen  Süden  gezogen,  die
Strichvögel  dagegen  haben  uns  nur  teilweise  verlassen.  So  sieht  man  z.  B.  häufig
Schwarzdrosselmännchen  zur  Winterzeit  im  Garten,  während  die  Weibchen  mit  den
zahlreichen  Jungen  den  Süden  aufgesucht  haben.  Hin  und  wieder  huscht  auch  wohl
ein  zurückgebliebenes  Rotkehlchen  durchs  schneebedeckte  Gebüsch.  Ebenso  sind  von  den
Finken  einige  zurückgeblieben,  während  die  meisten  im  November  abgezogen  sind.
Die  Kohlmeisen  aber  und  die  Raben  (ausgenommen  die  Saatkrähen),  Sperlinge,
Goldammern,  Rebhühner  u.  s.  w.  bleiben  den  ganzen  Winter  bei  uns.  —  Die
Säugetiere  verlassen  uns  nicht.  Manche  von  ihnen  aber  sieht  man  nicht,  da  sie
einen  Winterschlaf  halten,  wie  z.  B.  Igel.

92.  Der  Maulwurf.

1.  Körperbau,  dem  Leben  in  der  Erde  angepaßt.  Der  Maulwurf  lebt
hauptsächlich  von  Regenwürmern  und  Engerlingen.  Er  muß  also  seine  Nahrung