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2.  Insektenjäger.  Durch  ihre  Kletterkunst  ist  die  Kohlmeise  ganz  besonders
zum  Insektenjäger  geeignet.  Jeden  Zweig,  jede  Ritze  durchsucht  sie  nach  Käfern,
Raupen  oder  Insekteneiern.  Bald  sitzt  sie  oben,  bald  unten  am  Baume.  Ihr
unersättlicher  Magen  läßt  sie  keinen  Augenblick  zur  Ruhe  kommen.  Meisterhaft
versteht  sie  es,  die  steinharten  Eier  des  Ringelspinners  loszuhacken,  obgleich  sie  so
fest  an  die  Rinde  gekittet  sind,  daß  man  sie  mit  bloßen  Fingern  nicht  loslösen  kann.
Millionen  solcher  Eier  werden  von  der  Kohlmeise  verspeist.

3.  Im  Winter.  Besonders  nützlich  wird  uns  die  Meise  dadurch,  daß  sie  auch
den  ganzen  Winter  hindurch  ihre  Jagd  eifrig  fortsetzt.  Zu  dieser  Zeit  kommt  sie  vom
Walde  in  unfre  Gärten  und  sucht  die  Obstbäume  ab.  Dringt  dann  einmal  ein
milder  Sonnenstrahl  durch  die  Wolken,  so  läßt  die  Meise,  immer  heiter  und  lustig,
gleich  ihr  bekanntes  Pinken  („spinn  dicke,  spinn  dicke“)  wie  im  Frühlinge  erschallen.
Sind  aber  die  Zweige  dicht  mit  Schnee  bedeckt,  so  ergeht  es  den  Meisen  oft
recht  traurig.  Zum  Verdrusse  des  Imkers  klopfen  sie  dann  zuweilen  an  den
Bienenkorb  und  locken  dadurch  die  Bienen  heraus,  die  sofort  von  ihnen  verspeist
  werden.  Auch  wagen  sie  sich  in  Zeiten  solcher  Not  selbst  an  andre  Vögel
und  suchen  ihnen  das  Gehirn  auszupicken.  Der  Gärtner  aber  schützt  seine  Lieblinge
  im  Winter  soviel  wie  möglich,  macht  ihnen  einige  Bäume  schneefrei  und  verschafft
  ihnen  auch  etwas  Futter.

4.  Das  Nest  legt  die  Meise  gern  in  hohlen  Bäumen  an.  Diese  werden
jedoch  jetzt  immer  seltener,  so  daß  die  Meisen  oft  recht  lange  suchen  müssen,  ehe
sie  ein  Loch  zum  Nestbau  finden.  Aus  dieser  Verlegenheit  kannst  du  ihnen  aber
helfen,  wenn  du  recht  viele  Nistkasten  in  die  Bäume  hängst.

98.  Fütterung  der  Vögel  im  Winter.

Wenn  im  Winter  dichter  Schnee  die  Gärten  und  Felder  einhüllt,  dann  sind
die  armen  Vöglein  draußen  oft  schlimm  daran,  da  es  ihnen  an  jeglicher  Nahrung
fehlt.  Mancher  dieser  fröhlichen  Singer  muß  dann  verhungern.  Hast  du  also  die
Vöglein  lieb,  dann  versäume  es  doch  ja  nicht,  ihnen  in  solchen  schlimmen  Zeiten
Futter  hirzustreuen.  Das  wird  dir  unendlich  viel  Vergnügen  gewähren,  besonders,
wenn  du  schon  im  Herbste  für  die  verschiedenen  Vögel  auch  verschiedene  Nahrungsvorräte
  gesammelt  hast  und  ihnen  so  im  Winter  noch  etwas  besseres  hinstreuen
kannst  als  Brotkrümchen  und  Kartoffeln.  Die  Finken,  Hänflinge  und  Stieglitze
fressen  gern  Lein-,  Hanf=  und  Rübsamen.  Den  Amseln  sind  Holunderbeeren,
Vogelbeeren,  Käseabfälle  oder  zerstoßene  Rüben  wahre  Leckerbissen.  Den  Meisen
jedoch  kannst  du  eine  Freude  bereiten,  wenn  du  ihnen  Gurken-,  Kürbis=  und
Sonnenblumenkerne  hinstreust.  Willst  du  dir  aber  ein  ganz  besonderes  Vergnügen
bereiten,  dann  binde  ihnen  einen  Schinkenknochen  an  einen  Baumzweig,  und  du
wirst  deine  Freude  daran  haben,  wenn  die  Vöglein  ankommen  und  an  dem  Knochen
herumzerren,  bis  auch  das  letzte  Fleischrestchen  abgenagt  ist.  Zuweilen  werden  die
Vöglein  im  Winter  so  zutraulich,  daß  sie  dir  die  Kerne  aus  der  Hand  fressen.

99.  Der  Totengräber.

1.  Versammlung  bei  der  Tierleiche.  Wo  ein  toter  Vogel,  eine  Maus  oder
eine  andre  Tierleiche  im  Garten  oder  auf  dem  Felde  liegt,  da  stellt  sich  gewöhnlich
der  Totengräber  ein.  Das  ist  ein  Käfer,  der  uns  leicht  an  seinen  kurzen,  mit
zwei  rotgelben  Querbinden  gezierten  Flügeldecken  auffällt.  Bald  gesellen  sich  zu  dem
einen  Käfer  noch  acht,  zehn,  zwölf  andre.  Sie  wurden,  mit  einem  sehr  scharfen
Geruchsvermögen  begabt,  ebenfalls  durch  den  Aasgeruch  angelockt.

2.  Das  Begräbnis.  Was  wollen  die  Käfer  nun  hier?  Die  Tierleiche  etwa
verzehren?  Nein,  sie  wollen  sie  vielmehr  begraben  und  dann  ihre  Eier  in  den