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und  läßt  diesen  mit  dem  andern  Ende  in  der  Luft  umherfliegen,  bis  er  sich  irgendwo
  festgehäkelt  hat.  Die  Spinnwarzen  sitzen  an  der  Unterseite  des  Hinterleibes.
Jede  Warze  ist  wie  ein  Sieb  mit  3—400  kleinen  Löchern  versehen.  Aus  diesen
(über  2000)  Löchern  treten  beim  „Spinnen“  ebenso  viele  feine,  klebrige  Fäden
hervor,  die  aber  durch  die  Fußklauen  des  letzten  Beinpaars  zu  einem  einzigen  Faden
vereinigt  werden,  der  an  der  Luft  sofort  erhärtet.  Hat  sich  der  Faden  festgehäkelt,
so  löst  die  Spinne  das  andre  Ende  von  der  Spinnwarze  und  klebt  es  ebenfalls  fest.
So  entsteht  der  obere  Querfaden  des  Netzes.  Nachdem  die  Spinne  nun  noch  einige
andre  Fäden  gleichsam  als  Rahmen  des  Netzes  ausgespannt  hat,  zieht  sie  von  der
Mitte  des  obern  Querfadens  einen  senkrechten  Faden  und  von  dessen  Mitte  aus
Strahlen  nach  allen  Richtungen.  Darauf  verbindet  sie  die  Strahlen  untereinander,
vom  Mittelpunkte  ausgehend,  durch  einen  winkeligen  Spiralfaden,  und  so  erhält
das  Netz  die  Form  eines  eckigen  Rades.  Die  kreisförmigen  Fäden  sind  mit  klebrigen
  Tröpfchen  —  über  100000  —  befeuchtet,  um  die  anfliegenden  Tierchen  festzuhalten;
  die  Strahlen  dagegen  sind  trocken.

3.  Auf  der  Lauer.  Hat  die  Spinne  ihr  Netz  fertig,  so  sitzt  sie  stundenlang
darin  mit  geducktem  Kopfe  auf  der  Lauer  und  späht  fortwährend  nach  Beute.  Sie

·  —kann  gut  sehen,  denn  sie  hat  8  Augen.  Sobald
eine  Mücke  oder  Fliege  das  Netz  berührt,  bleibt
ssie  an  den  klebrigen  Fäden  hangen.  Sie  zappelt
unund  strampelt  dann  zwar  gewaltig,  um  sich  frei
pupuu  machen;  aber  je  mehr  sie  strampelt,  desto
fefrfester  verwickelt  sie  sich.  Vorsichtig,  immer  ruckwreeise

  naht  sich  die  Kreuzspinne,  bis  sie  dem
Teiere  so  nahe  ist,  daß  sie  es  mit  einem  Bisse
töten  kann.  Vorn  am  Kopfe  hat  sie  2  Oberunnd
  2  Unterkiefer.  Sie  sehen  aus  wie  Fühler
nrnd  werden  daher  „Kieferfühler“  genannt.
iJeder  Oberkiefer  endigt  in  einer  spitzen  Kralle,
die  wie  ein  Taschenmesser  zusammengeklappt
—  —  werden  kann.  Die  Kralle  ist  der  Länge  nach
Kreuzspinne.  durchbohrt  und  steht  mit  einer  Giftdrüse  in
Verbindung.  Bei  jedem  Bisse  fließt  in  die  Wunde  etwas  Gift,  das  kleinern  Tieren,
wie  Fliegen  und  Mücken,  sofort  den  Tod  bringt,  größern  aber  nicht  schadet.

4.  Als  sorgsame  Mutter.  Im  Herbste  spinnt  das  Weibchen  ein  kleines,
rundes  Säckchen,  legt  eine  Anzahl  Eier  hinein  und  heftet  es  an  einem  geschützten
Orte  zur  Uberwinterung  an.  Sie  selbst  aber  stirbt  bald  darauf.  Im  Frühlinge
kriechen  aus  den  Eiern  die  Jungen.  Sie  sind  klein,  aber  wie  die  Alten  gestaltet.

101.  Der  Thon.

1.  Thouboden.  Eigentümlichkeiten  des  Thons.  Zu  den  verschiedenen  Bodenarten,
  die  wir  im  Felde  antreffen,  gehört  auch  der  Thonboden.  Der  Landmann
hat  ihn  nicht  gern,  da  er  die  Feuchtigkeit  nicht  durchläßt  und  daher  schwer  zu  bearbeiten
  ist.  Der  Thon  hat  sich  durch  Verwitterung  thonhaltigen  Gesteins,  namentlich
  des  Feldspats,  gebildet.  Halte  ein  Stück  Thon  an  die  Zunge!  Er  klebt.  Er
saugt  nämlich  begierig  Feuchtigkeit  ein.  Hauche  gegen  den  Thon  oder  erwärme
ihn!  Er  giebt  einen  erdigen  Geruch  von  sich,  den  sogenannten  Thongeruch.  Der
Thon  kommt  in  der  Natur  in  verschiedener  Zusammensetzung  vor.  Der  Hauptbestandteil
  ist  die  Thonerde  (Aluminium  mit  Sauerstoff).  Ganz  reine  Thonerde  findet
sich  in  der  Natur  nicht.  Sie  ist  hier  mit  Kiesel,  Kalk,  Eisen,  Kohle  und  Wasser  verbunden.
  Demnach  unterscheidet  man:  Lehm,  Mergel,  Töpferthon,  Porzellanerde  u.  s.  w.

 

 

 

 

 