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2.  Lehm  ist  kieselsaure  Thonerde  mit  Sand  vermischt.  Enthält  er  sehr  viel
Sand,  so  heißt  er  „mager“,  enthält  er  weniger  Sand,  so  heißt  er  „fett“.  Seine
gelbe  Farbe  erhält  er  durch  das  Eisenoxyd,  das  ihm  beigemischt  ist.  Er  wird  in
„Lehmgruben“  gegraben,  geknetet,  in  Holzformen  gethan,  getrocknet  und  dann  als
Lehmsteine  verwertet  oder  zu  Ziegelsteinen  gebrannt.  Die  sogenannten  Chamottesteine
  werden  aus  feuerfestem  Thone  gebrannt  und  besonders  bei  Feueranlagen  verwendet,
  wo  Ziegelsteine  bald  schmelzen  würden.  Je  weniger  fremde  Beimischungen
der  Thon  hat,  desto  weniger  schmelzbar  ist  er.

3.  Mergel.  Hat  die  kieselsaure  Thonerde  einen  starken  Zusatz  von  Kalk,  so
nennt  man  sie  Mergel.  Dieser  ist  leicht  schmelzbar,  sehr  bröcklig  und  daher  nicht
zur  Verarbeitung  von  Geschirren  geeignet.  Dagegen  sucht  man  durch  ihn  sandigen
Ackerboden  zu  verbessern.

4.  Der  Töpferthon  besteht  hauptsächlich  aus  kieselsaurer  Thonerde,  die  durch
Kalk  und  Eisen  verunreinigt  ist.  Der  Töpfer  bereitet  aus  ihm  auf  der  Drehscheibe
allerlei  Töpferwaren,  Wasserkrüge,  Milchnäpfe  u.  s.  w.  Die  meisten  Töpferwaren
erhalten  einen  glasartigen  Uberzug,  die  Glasur.  Man  taucht  die  Töpferware  zu
diesem  Zwecke  vor  dem  Brennen  in  Wasser,  in  das  Bleiglätte  und  fein  zerriebener
Sand  zu  einem  dünnen  Brei  eingerührt  ist.  Die  poröse  Thonmasse  sangt  die  Flüssigkeit
  begierig  auf  und  bedeckt  sich  mit  der  Pulverschicht,  die  beim  Brennen  schmilzt
und  die  Thonware  wasserdicht  macht.  Bessere  Töpferwaren  glasiert  man  erst  nach
dem  ersten  Brennen  und  brennt  sie  dann  noch  einmal.  Von  den  gewöhnlichen
Töpferwaren  unterscheidet  man  das  „Steingut“.  Echtes  Steingut  (wie  z.  B.  das
Bunzlauer)  besteht  aus  einer  sehr  kieselhaltigen  Thonmasse  und  wird  bei  größerer
  Hitze  gebrannt  als  die  gewöhnliche  Töpferware.  Es  sieht  trübe,  blaugrau
oder  gelblich  aus.

5.  Die  Porzellanerde  ist  die  reinste  kieselsaure  Thonerde  und  sieht  weiß  aus.
Die  bedeutendsten  Gruben  in  Deutschland  sind  in  Bayern  und  Sachsen.  Auch  in
Böhmen,  Frankreich,  England,  China,  auf  Korea  u.  s.  w.  wird  viel  Porzellanerde  gegraben.
  Wie  aller  Thon,  so  bildet  die  Porzellanerde,  wenn  sie  durchfeuchtet  ist,
eine  weiche,  teigartige  Masse,  die  sich  leicht  kneten,  formen  und  zu  den  feinsten
Porzellansachen  verarbeiten  läßt.  Zu  diesem  Zwecke  wird  sie  zunächst  von  allen
Beimischungen  (Steinen,  Wurzeln)  gereinigt  und  dann  geschlämmt.  So  gewinnt
man  fast  reinen  Thon.  Dieser  wird  getrocknet,  gesiebt,  mit  Schmelzmitteln  (Feldspat)
versehen,  geknetet  und  dann  sich  eine  Zeitlang  zum  „Faulen“  überlassen.  Aus  dieser
Masse  werden  nun  die  Gefäße  geformt.  Das  geschieht  entweder  auf  der  Drehscheibe
(wie  beim  Töpfer)  oder  durch  Einpressen  in  Formen.  Darauf  trocknet  man  die  Gefäße
  an  der  Luft  und  stellt  sie  sodann  in  den  Ofen,  wo  sie  verglühen,  d.  h.  leicht
gebrannt  werden.  Da  sie  aber  nach  dem  ersten  Brennen  noch  porös  sind,  so  versieht
man  sie  hierauf  mit  Glasur.  Zu  diesem  Zwecke  werden  sie  in  den  dünnen  Glasurbrei,
  der  hauptsächlich  aus  fein  gemahlenem  Pulver  von  Porzellanerde,  Gips  und
Feldspat  besteht,  getaucht  und  dann  in  besondern  Kapseln  fertig  gebrannt.

102.  Schlußbetrachtung.

1.  Der  Winter  ist  ein  böser  Gast  für  die  Tiere.  Jedes  muß  sich  durchzuschlagen
  suchen,  so  gut  es  geht.  Der  Maulwurf  verlegt  sein  Jagdgebiet  jetzt
tiefer  in  die  Erde,  weil  die  Engerlinge  und  Regenwürmer  sich  der  Wärme  halber
tiefer  in  die  Erde  zurückgezogen  haben.  Der  Rabe,  der  im  Sommer  die  Felder
besucht,  kommt  im  Winter  auf  den  Hof.  Der  scheue  Hase  wagt  sich  bis  in  die
Kohlgärten,  und  die  Meise  klopft  selbst  an  die  Bienenstöcke,  um  ihre  Bewohner
hervorzulocken  und  zu  verspeisen.  Vielen  hilft  ein  angeborener  Naturtrieb  über
die  Gefahren  des  Winters  hinweg.  So  ziehen  die  Zugvögel  bei  Beginn  des