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Winters  in  andre  Länder,  wo  es  warm  ist  und  das  Futter  nicht  fehlt.  Manchen
Tieren  hilft  der  Schöpfer  dadurch,  daß  er  sie  in  einen  Winterschlaf  fallen  läßt.
2.  Auch  in  der  Pflanzenwelt  können  wir  Gottes  Wunder  schauen.  Viele  der
Blumen  halten  gewissermaßen  auch  einen  Winterschlaf.  Ihre  Blätter  sind  zwar
dahin,  aber  ihre  Wurzelstöcke,  Zwiebeln,  Knollen  u.  s.  w.  ruhen  in  der  Erde.
In  ihnen  schläft  das  zukünftige  Pflänzchen,  bis  es  von  der  nächsten  Frühlings—
sonne  wachgerufen  wird.  Die  Obstbäume  sind  längst  ihres  Blätterschmuckes  be—
raubt,  aber  in  den  Knospen  liegen  wohlverwahrt  schon  wieder  Blätter  und  Blüten
des  nächsten  Frühlings.  Von  dem  Safte,  der  im  Sommer  Wurzelstöcke,  Zwiebeln,
Bäume  u.  s.  w.  erfüllte,  merkt  man  nichts  mehr.  Er  hat  sich  im  Herbste  in
schneeweiße,  winzig  kleine  Stärkekörnchen  umgewandelt.  Im  Frühlinge  verwandelt
sich  das  aufgespeicherte  Stärkemehl  dann  wieder  in  zuckersüßen  Saft,  der  als  erste
Nahrung  das  Schwellen  der  Knospen  und  das  Wachsen  der  Blätter  bewirkt.

3.  Der  gemeinschaftliche  Aufenthaltsort  für  Pflanzen  und  Tiere  ist  der  Erd—
boden.  Einige  Tiere  leben  in  der  Erde,  andre  auf  der  Erde.  Den  Pflanzen  liefert
der  Erdboden  zugleich  den  größten  Teil  ihrer  Nährstoffe.  Der  Erdboden  setzt  sich
größtenteils  aus  Mineralien  zusammen.  Diese  sind  auf  der  Erde  sehr  verschieden
verteilt.  Ihre  verschiedene  Verteilung  ist  wichtig  für  die  Pflanzen  und  für  die  in
der  Erde  lebenden  Tiere.  Warum  leben  im  steinigten  Boden  weder  Regenwürmer
noch  Maulwürfe?  Warum  gedeihen  im  harten  Lehmboden  keine  Obstbäume?

XV.  Der  Wald  im  Winter.

Kahl  und  öde  steht  der  Laubwald  da.  Nur  in  den  welken  Blättern  der
Wintereiche  raschelt  der  Wind.  Die  Nadeln  der  Fichten,  Kiefern  u.  a.  Nadelbäume
sind  zwar  sitzen  geblieben,  haben  sich  aber  dunkelgrün  gefärbt.  Hirsch  und  Reh,
Fuchs  und  Hase  haben  bereits  ihr  dichtes  Winterkleid  angezogen.  Das  Eich—
hörnchen  öffnet  jetzt  seine  Vorratskammern  und  sitzt  bei  heftigen  Schneestürmen
wohlgeborgen  im  Neste.  Schlimm  ergeht  es  den  Hirschen,  Rehen  und  Hasen,
wenn  eine  harte  Schneekruste  den  Boden  deckt.  Dann  werden  die  Läufe  leicht
wund,  und  die  abgenagte  Baumrinde  vermag  den  peinigenden  Hunger  nur  dürftig
zu  stillen.  Da  hat  es  der  Dachs  besser.  Wohlgemästet  von  Schnecken,  Obst,
Weintrauben,  Rüben  u.  s.  w.,  rollt  er  sich  in  seinem  Winterlager  zusammen,  legt
den  Kopf  zwischen  die  Vorderbeine  und  verschläft  die  kältesten  Tage  des  Winters.
Specht  und  Meise  klettern,  nach  Nahrung  suchend,  an  den  Bäumen  umher,  und
bei  gelinder  Witterung  huscht  des  Abends  die  Waldohreule  aus  dem  Astloche,  um
auf  den  Mäusefang  zu  gehen.  Am  fröhlichsten  verlebt  der  Zaunkönig  den  kalten
Winter.  Er  pfeift,  obgleich  fast  der  kleinste  von  allen  Vögeln,  sein  lustiges
Liedchen  so  keck  in  die  Welt  hinaus,  als  ob  es  bereits  Frühling  wäre.  Mit  Recht
verdient  er  daher  auch  den  Namen  „Schneekönig“.  Der  Kreuzschnabel  baut  sogar
dem  Winter  zum  Trotz  im  Dezember  hoch  oben  im  Tannenbaum  unter  schnee—
bedeckten  Zweigen  sein  Nest  und  macht  sich  ans  Brüten.  In  Erdlöchern  aber
oder  unter  hohlen  Baumstämmen  liegen  regungslos  Eidechsen,  Blindschleichen,
Ringelnattern  und  Kreuzottern.

103.  Der  Edelhirsch.

1.  Edle  Gestalt.  Der  Edelhirsch  führt  seinen  Namen  mit  Recht;  denn  unter
allem  Wild,  das  unfre  Wälder  belebt,  ist  er  unbestritten  das  schönste  Tier.  Welche
Anmut  und  Ebenmäßigkeit  tritt  uns  in  den  einzelnen  Körperteilen  entgegen,  wenn
wir  ihn  z.  B.  mit  dem  Wildschweine  vergleichen!  Nirgends  gewahren  wir  bei
ihm  etwas  Plumpes.  Der  Leib,  die  Beine,  der  nach  vorn  verschmälerte  Kopf
erscheinen  schlank,  fast  zierlich,  und  doch,  welche  Kraft  spricht  sich  in  ihnen  aus!