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106.  Das  kleine  Wiesel.

1.  Wohnung.  Das  kleine  Wiesel  lebt  überall  bei  uns,  in  Wald  und  Feld,
in  Hof  und  Garten,  in  Scheunen  und  Ställen.  Als  Wohnung  sucht  es  sich  irgend
einen  Schlupfwinkel  auf,  und  da  es  nur  klein  ist,  so  findet  es  einen  solchen  überall:
in  hohlen  Bäumen,  in  Mäuse=  oder  Rattenlöchern,  unter  einem  Steinhaufen  u.  s.  w.

2.  Das  Kleid  des  Wiesels  ist  hellbraun,  unter  dem  Bauche  aber  weiß.  Im
Norden  bekommt  es  im  Winter  ein  weißbraun  geflecktes  Winterkleid.  (Schutzkleid!)

3.  Seine  Räubereien.  So  klein  auch  das  Wiesel  ist,  so  ist  es  doch  ein
ganz  verwegener  Räuber.  Sein  Körper  ist  auch  ganz  wie  geschaffen  dazu.  Das
zeigt  sich  besonders  in  den  spitzen  Krallen  und  dem  scharfen  Gebisse.  Dazu  kommt
noch  der  sehr  geschmeidige,  fast  schlangenartige  Körper,  mit  dem  es  geschickt  durch
kleine  Löcher  und  Ritzen  kriechen  kann.  Gern  frißt  es  Insekten,  besonders  aber
Mäuse  und  Ratten.  Hat  es  ein  Rattenloch  aufgespürt,  so  schlüpft  es  ohne  weiteres
hinein.  Die  Ratte  flieht,  wenn  irgend  möglich,  ins  Wasser,  das  Wiesel  hinterdrein.
Mit  Blitzesschnelle  schwimmen  beide  dahin.  Aber  das  Wiesel  holt  die  Ratte  bald  ein.
Nun  giebt's  einen  Kampf  auf  Leben  und  Tod.  Die  Ratte  wehrt  sich  aus  Leibeskräften.
  Aber  das  Wiesel  bleibt  Sieger.  Es  zerbeißt  der  Ratte  den  Hals  und  trägt
sie  dann  ans  Land.  Leider  fängt  das  Wiesel  oft  auch  kleine  Singvögel  weg;  denn
es  ist  ein  geschickter  Kletterer.  Findet  es  ein  Ei,  so  säuft  es  dasselbe  entweder
gleich  aus  oder  nimmt  es  zwischen  die  Zähne  und  trägt  es  in  sein  Versteck.  So
klein  das  Tier  ist,  so  groß  ist  sein  Mut.  Einst  hatte  ein  Raubvogel  ein  Wiesel
gepackt  und  in  die  Luft  mitgenommen.  Oben  in  der  Luft  aber  biß  das  Wiesel
dem  Vogel  die  Schlagader  am  Halse  durch.  Der  Vogel  schwankte  und  fiel  mit
dem  Wiesel  zur  Erde.  Hier  starb  er;  das  Wiesel  aber  huschte  lustig  davon.

4.  Das  große  Wiesel  hat  viel  Ahnlichkeit  mit  dem  kleinen  Wiesel.  Sein
Pelz  wird  auch  bei  uns  im  Winter  weiß,  doch  bleibt  die  Schwanzspitze  immer
schwarz.  In  seinem  weißen  Kleide  führt  es  den  Namen  „Hermelin“.

109.  Der  Dachs.

1.  Körperbau,  zum  Höhlenbewohnen  passend.  Der  Dachs  lebt  im  Walde  in
einer  Höhle.  Dementsprechend  ist  auch  sein  Körper  gebaut.  Die  Zehen,  besonders  die  vordern,
  sind  mit  Krallen  besetzt.  Mit  diesen  scharrt  er  sich  die  Höhle  im  weichen  Boden
so  schnell,  daß  er  in  wenig  Minuten  verschwindet.  Die  Beine  sind  kurz  und  kräftig,
der  Körper  ist  niedrig,  so  daß  er  bequem  in  die  Höhle  rutschen  kann.  (Farbe  S.  2341)

2.  Lebensweise.  Am  Tage  läßt  sich  „Meister  Grimbart“  wenig  blicken.
Nur  in  ganz  einsamen  Gegenden  kommt  er  zuweilen  aus  seinem  dunkeln  Loche
hervor,  legt  sich  auf  den  Rücken  und  sonnt  sich.  Gewöhnlich  aber  verläßt  er  seine
Höhle  erst  spät  abends.  Im  Sommer  ernährt  er  sich  von  Wurzeln,  Schnecken,
Regenwürmern,  Engerlingen  und  Kerbtieren  aller  Art.  Die  Regenwürmer  und
Engerlinge  bohrt  er  mit  seinen  krummen  Krallen  geschickt  aus  der  Erde  hervor.
Auch  Hummel=  und  Wespennester  gräbt  er  aus  und  läßt  sich  den  Honig  gut  schmecken.
Gern  plündert  er  Vogelnester  am  Boden,  fängt  Mäuse,  Frösche,  Maulwürfe  und,  wenn
es  sein  kann,  junge  Hasen.  Im  Herbst  verspeist  er  keine  Bucheln  und  Eicheln,
wohl  aber  abgefallenes  Obst,  Möhren,  Rüben  und  Weintrauben.  Gegen  den  Winter
hin  bezieht  er,  wohlgemästet,  seine  Höhle  und  hält  seinen  Winterschlaf.  Um  ihn
zu  fangen,  schickt  der  Jäger  die  Dachshunde  (Dächsel)  in  den  Bau.  Sucht  er
dann  aus  einem  Fluchtloche  zu  entwischen,  so  schießt  ihn  der  Jäger  nieder.

110.  Das  Eichhörnchen.

1.  Körperbau,  dem  Leben  auf  den  Bäumen  angepaßt.  Das  Eichhörnchen
lebt  hauptsächlich  von  den  Früchten  der  Waldbäume,  besonders  von  Eicheln,  Kiefern-