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erleichtern  dem  Eichhörnchen  das  Nagen.  Auch  Hasel-  und  Walnüsse,  die  es
unter  schnellem  Hin-  und  Herdrehen  mit  den  scharfen  Nagezähnen  zernagt  (nicht
aufknackt),  verspeist  das  Eichhörnchen  gern.  Aber  damit  begnügt  es  sich  nicht.  Der
kleine  Bösewicht  plündert  leider  die  Vogelnester,  schält  von  den  Waldbäumchen  ringsum
die  Rinde  ab  und  frißt  die  jungen  Zweige  und  Knospen  von  den  jungen  Fichten,  so
daß  diese  verkrüppeln  müssen.  Kein  Wunder  also,  daß  der  Jäger  das  Eichhörnchen
haßt  und  daher  oft  genug  niederschießt.  —  Für  den  Winter  sammelt  es  sich  einen  Vorrat
von  Nüssen  und  Eicheln,  die  es  in  hohlen  Bäumen  und  Erdlöchern  aufspeichert.

4.  Nest.  Wo  die  Zweige  oben  im  Baume  am  dichtesten  stehen  und  die
meisten  Fichten=  und  Kiefernzapfen  reifen,  legt  das  Eichhörnchen  sein  Nest  an.  Die
Grundlage  wird  aus  Reisern  hergestellt,  darüber  aber  aus  Moos,  Heu  u.  dgl.  ein
kegelförmiges  Dach  angebracht.  Das  enge  Eingangsloch  liegt  gewöhnlich  nach  unten
zu;  außerdem  aber  ist  nach  oben  mindestens  noch  ein  kleines  Fluchtloch  vorhanden,
woraus  das  Eichhörnchen  entwischt,  wenn  ein  Feind  naht.

111.  Der  Hühnerhabicht.

1.  Der  Habicht  —  ein  Ränber.  Der  Habicht  ist  der  schlimmste  Räuber  unter
unsern  Vögeln.  Wenn  sie  ihn  sehen,  erzittern  sie  und  flüchten  eiligst  in  ihr  Versteck.
Manche  aber  werden  vor  Schreck  förmlich  starr.  Fast  kein  Vogel  ist  vor  ihm  sicher.
Besonders  hat  er  es  auf  die  kleinen  Sänger  abgesehen.  In  seiner  Frechheit  stößt  er
aber  auch  mitten  auf  dem  Bauernhofe  zwischen  die  Küchlein.  Das  weiß  die  Henne.
Deshalb  lockt  sie  die  Kleinen  mit  ängstlichem  „Gluck,  gluck,  gluck!“  unter  ihre  Flügel,
wenn  sie  den  Habicht  hoch  oben  erspäht.  Flieht  eine  Taube  vor  ihm,  so  wagt  er  sich
zuweilen  bis  in  den  Taubenschlag  mit  hinein.  Aber  auch  kleinere  Säugetiere  verschont
er  nicht.  Einst  gewahrte  ein  Habicht  im  Baume  ein  Eichhörnchennest  mit  Jungen.
Schnell  kam  er  herbei,  packte  ein  Junges  mit  seinem  Schnabel  und  flog  mit  ihm  davon.  —
Ein  andermal  schoß  ein  Habicht  auf  einen  Hasen  herab.  Der  Hase  suchte  zu  entwischen.
Der  Habicht  aber  packte  ihn  mit  seinen  spitzen  Krallen  und  stieß  ihn  fortwährend
mit  dem  Schnabel  auf  den  Kopf.  Der  Hase  drehte  und  wälzte  sich  am  Boden.  Aber
der  Habicht  ließ  nicht  los,  bis  der  Hase  tot  war.  —  Oft  lauert  er  seinem  Opfer
wie  ein  Wegelagerer  aus  heimlichem  Verstecke  auf.  Einst  flüchtete  sich  ein  Hänfling
  vor  ihm  in  ein  Dorngebüsch.  Da  setzte  sich  der  Habicht  auf  die  Lauer  und
wartete  wohl  eine  Stunde  lang.  Endlich  huschte  der  Hänfling  aus  der  Hecke
hervor.  Aber  o  wehl!  Gleich  darauf  hatte  ihn  der  Habicht  in  seinen  Krallen.

2.  Seine  Mordwaffen.  Zu  seinem  Räuberhandwerke  ist  der  Habicht  mit
vorzüglichen  Waffen  ausgerüstet.  Der  Oberschnabel  ragt  mit  der  Spitze  wie  ein
Haken  über  den  Unterschnabel  hervor.  Damit  zerreißt  und  zerhackt  er  seine
Beute.  Die  Krallen  sind  gekrümmt  und  spitz  wie  Nadeln.  Mit  ihnen  packt
er  die  Vöglein  so  fest,  daß  gleich  das  Blut  aus  den  Wunden  fließt.  Die  Flügel
sind  kurz,  aber  äußerst  kräftig.  Sieht  er  von  fern  ein  Vöglein  unter  sich,  so  zieht
er  sie  dicht  an  den  Leib  und  stößt  mit  furchtbarer  Gewalt  auf  die  Beute  herab.
Sein  Auge  erblickt  hoch  oben  in  der  Luft  den  kleinsten  Vogel  auf  der  Erde.

3.  In  der  Räuberhöhle.  Auf  den  höchsten  Bäumen  legt  er  ein  Nest  an.
Hier  bringt  er  2—4  Junge  aus.  Die  Jungen  sind  sehr  gefräßig,  und  die  Alten
haben  vollauf  zu  thun,  deren  Heißhunger  zu  stillen.  „Der  Horst  wird  dann  zu
einer  wahren  Schlachtbank.  Beide  Alten  schleppen  herbei,  was  sie  finden,  sogar
ganze  Nester  mit  Jungen,  namentlich  Drossel=  und  Amselnester.“

112.  Der  Buntspecht.

1.  Sein  Kleid.  Buntspecht  heißt  er,  weil  er  ein  buntes  Kleid  anhat.  Es
sieht  aus,  als  wäre  es  aus  lauter  roten,  weißen  und  schwarzen  Lappen  zusammengeflickt.
  Das  Männchen  trägt  auf  dem  Hinterkopfe  ein  rotes  Käppchen.