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bindet  die  Mauersteine  eng  miteinander,  denn  er  erhärtet  bald  an  der  Luft.  Vielfach
verwendet  man  statt  des  Mörtels  den  „Cement“,  d.  i.  mit  Thon  vermischter  Mörtel.
Er  wird  unter  Wasser  so  hart  wie  Stein.  Man  verwendet  ihn  deshalb  zu  Wasserbauten.

3.  Kreide  ist  auch  nichts  andres  als  kohlensaurer  Kalk.  Gieße  Essig  auf  ein
Stück  Kreide!  Sie  braust  auf.  Warum?  Betrachtet  man  Kreide  durch  ein  starkes
Vergrößerungsglas,  so  sieht  man,  daß  sie  aus  den  Gehäusen  äußerst  kleiner  Tierchen
besteht.  Diese  hat  früher  das  Meer  abgelagert.  Die  Kreide  bildet  oft  förmliche
Gebirge,  z.  B.  auf  Rügen  (Stubbenkammer),  an  den  Küsten  Englands,  in  Frankreich
  u.  s.  w.  Um  die  Kreide  von  fremden  Beimischungen  zu  reinigen,  schlämmt  man  sie.

4.  Marmor  ist  körniger,  sehr  harter  Kalkstein.  Er  wechselt  in  der  Farbe  und
kommt  weiß,  rot,  blau,  grün,  schwarz,  flammig  und  geädert  vor.  Der  schönste
Marmor  stammt  aus  Italien.  Dort  gewinnt  man  ihn  besonders  bei  Carrära  (aus
600  Brüchen).  Er  wird  vielfach  von  den  Bildhauern  zu  Denkmälern  benutzt.  In
Deutschland  wird  der  Marmor  besonders  im  Fichtelgebirge  bei  Wunsiedel  und  Hof,
in  Schlesien  bei  Strehlen  und  Jauer  gefunden.

117.  Der  Thonschiefer.

Im  „Schieferbruche“  sehen  wir  deutlich,  wie  der  Thonschiefer  in  wagerechten
Schichten  übereinander  lagert.  Diese  Schichten  lassen  darauf  schließen,  daß  der
Schiefer  durch  Ablagerung  im  Meere  entstanden  ist.  Er  besteht  der  Hauptsache  nach
aus  Thon  und  einer  geringen  Menge  Quarz.  Die  blauschwarze  Farbe  rührt  von
Kohlenteilen  her.  Hauptfundorte  in  Deutschland  sind:  für  Dachschiefer  Caub  a.  Rh.,
für  Tafelschiefer  Lehesten  am  Thüringer  Walde.  Verarbeitet  wird  dieser  Tafelschiefer
  in  Sonneberg,  von  wo  aus  fast  ganz  Deutschland  mit  Schiefertafeln
und  Griffeln  versorgt  wird.

118.  Schlußbetrachtung.

1.  Unermeßlich  groß  ist  die  Zahl  der  Tiere,  die  den  Wald  bewohnen.  Das
hat  seine  bestimmten  Gründe.  Einmal  gewährt  ihnen  der  Wald  reichliche  Nahrung,
sodann  aber  auch  Schutz  und  Obdach.  Zwar  suchen  manche  Waldtiere  ihre  Nahrung
teilweise  auch  außerhalb  des  Waldes  (Hirsch,  Wildschwein,  Fuchs,  Wolf),  aber  dies
geschieht  meist  nur  im  Dunkel  der  Nacht.  Beim  Grauen  des  Tages  suchen  sie  in  der
Regel  den  schützenden  Wald  wieder  auf.  Das  Eichhörnchen  wäre  vollständig  unfähig
zum  Leben  außerhalb  des  Waldes.  Es  verläßt  den  Wald  höchstens  einmal,  um  einer
nahen  Nußbaumallee  einen  Besuch  abzustatten,  sonst  aber  findet  es  jahraus,  jahrein
im  Walde  Nahrung  und  Schutz.  Und  ähnlich  wie  bei  den  Vierfüßlern  ist  es
auch  bei  den  Vögeln.  Der  Buntspecht  würde  ohne  den  Wald  bald  zu  Grunde
gehen.  Zwar  macht  er  auch  Apfel=  und  Kirschbäumen  Besuche,  aber  auf  die
Dauer  würde  er  sich  in  Obstgärten  nicht  halten  können.  Etwas  anders  ist  es  mit
dem  Hühnerhabichte.  Er  jagt  sowohl  im  Walde  als  auf  dem  Felde.  Dennoch  ist  er
mit  Recht  den  Waldvögeln  zuzurechnen;  denn  seinen  Horst  legt  er  in  der  Regel  nur
auf  alten,  hohen  Waldbäumen  an.  Seine  Geburtsstätte  ist  also  der  Wald.  Dort
pflegt  er  auch  zu  übernachten.  (Weise  auch  bei  der  Eidechse,  der  Kreuzotter,  der
Waldameise  nach,  warum  sie  den  Wald  aufsuchenl)

2.  Zu  den  Mineralien,  die  Tiere  und  Pflanzen  für  ihre  Ernährung  nötig  haben,
gehört  besonders  auch  der  Kalk.  Er  findet  sich  auf  der  Erde  in  verschiedener  Menge
verteilt,  mehr  oder  weniger  kommt  er  in  jeder  Bodenart  vor.  Im  Wasser  aufgelöst,
wird  er  von  den  Pflanzen  als  Nahrung  aufgenommen.  Bei  geringem  Kalkgebalt
des  Bodens  tritt  leicht  Kalkmangel  ein,  wodurch  das  Wachstum  der  Pflanzen
verhindert  wird.  Die  Tiere  nehmen  den  Kalk  wiederum  durch  die  Pflanzen  und
das  Wasser  in  sich  auf.  Der  größte  Teil  ihrer  Knochenmasse  besteht  ja  aus  Kalk.