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Nächten  vom  Oktober  bis  Dezember,  wandern  die  meisten  Weibchen  aus  den  Flüssen
ins  Meer,  um  dort  zu  laichen;  denn  der  Aal  setzt  seinen  Laich  niemals  in  Flüssen
ab.  Nur  die  jungen  und  einzelne  ausgewachsene  Weibchen  bleiben  zurück,  um  im
Schlamme  ihren  Winterschlaf  zu  halten.  Die  Aale,  die  im  Meere  ihren  Laich  abgesetzt
  haben,  kehren  nicht  wieder  in  die  Flüsse  zurück.  Man  vermutet,  daß  sie
bald  nach  dem  Laichen  sterben.  Ihre  Jungen  dagegen,  jedoch  nur  die  Weibchen,
wandern  im  nächsten  April  die  Flüsse  hinauf.  Sie  sind  anfangs  so  groß  wie  ein
Regenwurm.  In  dichten  Zügen  ziehen  sie  nahe  am  Ufer  entlang,  so  daß  man  sie
mit  Eimern  fangen  kann.  Alle  Hindernisse,  z.  B.  Schleusen  und  Wasserfälle,  werden
überwunden,  und  wenn  auch  Tausende  dabei  den  Tod  finden,  es  bleiben  immer  noch
genug  übrig.  Selbst  der  Rheinfall  bei  Schaffhausen  kann  sie  nicht  hindern,  ihren
Weg  nach  dem  Bodensee  fortzusetzen.  Mit  Hilfe  ihrer  klebrigen  Haut  klettern  sie
an  steilen  Felsen  empor,  winden  sich  durch  das  feuchte  Moos  und  gelangen  so  nach
oben.  Jedoch  besitzen  nur  die  jungen  Aale  diese  Kletterfähigkeit,  die  alten  nicht.
Im  Flußgebiete  des  schwarzen  und  kaspischen  Meeres  fehlt  der  Aal.

124.  Der  Flußkrebs.

1.  Aufenthalt,  Körperbau,  Nahrung,  Eier.  Der  Flußkrebs  lebt  bei  uns
überall  in  langsam  fließenden,  schlammigen  Gewässern.  Obgleich  von  Kopf  bis  zu
Fuß  stark  bepanzert,  hält  er  sich  aus  Furcht  vor  seinen  Feinden  (Aal,  Fischotter  u.  a.)
am  Tage  doch  in  Uferlöchern,  unter  Steinen  oder  Baumwurzeln  verborgen.  „Da
sitzt  er  vor  der  Thür  seiner  Wohnung  und  lauert  hungrig,  wie  er  immer  ist,  auf
Beute.  Droht  eine  Gefahr  —  ein  paar  Schläge  mit  dem  Schwimmschwanze,  und
rasch  wie  ein  Pfeil  verschwindet  er  rückwärts  in  seine  Höhle.“  Erst  am  Abend
wagt  er  sich  hervor.  Aber  sieh,  wie  langsam  er  trotz  seiner  5  Beinpaare  dahin
marschiert!  Besonders  hinderlich  sind  ihm  beim  Kriechen  die  großen  Scheren,  die
am  ersten  Beinpaare  sitzen.  Ihretwegen  kriecht  der  Krebs  auch  oft  rückwärts.  (Die
Scheren  des  zweiten  und  dritten  Beinpaares  sind  nur  klein,  die  beiden  letzten  Bein—
paare  haben  nur  ein—
fache  Klauen.)  Mit  den
großen  Scheren  kneipt
er  seine  Feinde,  mit
ihnen  ergreift  er  auch
seine  Beute.  Beim  Aufsuchen
  der  Nahrung

kommt  ihm  die  Einrich-Jtung
  der  Augen  (Netz-WM

  1’1174  aaugen)  zu  statten.  Sie
sitzen  auf  beweglichen

W—  Etielen  und  können  nach
allen  Seiten  hin  bewegt
werden.  Zum  Tasten
hat  er  4  Fühler:  2
kleine  gegabelte  und  2
sehr  lange.  Dazu  kommt
seine  Schwimmfertigkeit.
  Das  Schwimm-=werkzeug
  ist  der  lange,
gegliederte  Hinterleib
(lälschlich  „Schwanz“  genannt).  Er  ist  mit  flossenartigen  Anhängen  versehen.
Mit  diesen  schlägt  der  Krebs  beim  Schwimmen  gegen  die  Brust,  und  so

 

Flußkrebs,  von  unten  gesehen.