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kommt  es,  daß  er  stets  rückwärts  schwimmt.  Obgleich  ungeschickt  in  seinen  Be—
wegungen,  überfällt  der  Krebs  doch  den  Frosch  und  das  Fischlein.  Auch  greift
er  mit  den  Scheren  in  die  Muschelschalen  hinein,  um  den  Bewohner  herauszuholen.
  Frische  Tierleichen  zieht  er  jeder  andern  Speise  vor.  Daher  ist  er  namentlich
  in  mondscheinhellen  Nächten  leicht  mit  einem  Köder  von  frischem  Fleische  im
Korbe  oder  mit  toten  Fröschen  an  Ruten  zu  fangen.  Die  eingefangene  Nahrung
wird  von  den  unter  der  Mundöffnung  liegenden  3  Paar  „Kaufüßen“  festgehalten,
mit  den  sägeförmigen  Oberkiefern  aber  in  Stücke  zerrissen.  Die  Atmung  geschieht
durch  blattbüschelförmige  Kiemen.  Sie  sitzen  in  einer  Kiemenhöhle  am  Grunde  der
Beinpaare.  Im  Frühjahre  legt  das  Weibchen  200  gestielte  Eier.  Diese  trägt  es
an  den  Afterfüßen  mit  sich  umher  und  schützt  sie  so,  bis  die  Jungen  auskriechen.
2.  Häutung.  Alljährlich,  gewöhnlich  im  August,  wirft  der  Krebs  seinen  alten
Panzer  ab  (warum?  s.  Eidechse  S.  251),  und  aus  der  darunter  liegenden  schleimigen
Lederhaut  bildet  sich  dann  ein  neuer.  Der  Krebs  ist  jetzt  zuerst  ganz  weich  und  wird
„Butterkrebs“  genannt.  Nach  einigen  Tagen  jedoch  hat  sich  schon  wieder  eine
harte  Kruste  gebildet,  und  einige  Wochen  später  ist  das  neue  Kleid  fertig.  Zur
Bildung  des  Panzers  dienen  die  sogenannten  „Krebsaugen“;  das  sind  kalkhaltige
Steine  von  der  Größe  einer  Linse,  die  sich  im  Magen  des  Krebses  finden.  Sie  bilden
sich  erst  einige  Wochen  vor  der  Häutung,  werden  dann  im  Magen  aufgelöst  und  so
ins  Blut  übergeführt.  Früher  benutzte  man  die  Krebsaugen  in  den  Apotheken,  da
sie  beruhigend  wirken.  Jetzt  weiß  man,  daß  kohlensaure  Magnesia  dieselben  Dienste
leistet.  (Die  Farbe  des  Panzers  ist  eine  Mischung  von  Rot  und  Schwarz.  Die
schwarze  Farbe  entweicht  beim  Kochen;  daher  wird  der  Krebs  dann  rot.)

125.  Die  gemeine  Schlammschnecke.

1.  Gehäuse.  Der  Schöpfer  gab  der  Schnecke  zum  Schutze  ein  steinernes  Gehäuse.
  Sie  hat  dieses  auch  sehr  nötig;  denn  ihr  Körper  besteht  aus  einer  weichen
Masse,  die  leicht  verletzt  werden  kann,  und  an  Verteidigungswaffen  fehlt  es  ihr
gänzlich.  Das  Schneckenhaus  hat  die  Form  eines  Kegels.  Es  setzt  sich  aus
6—8  schraubenförmigen  Windungen  zusammen.  Die  untere  Offnung  heißt  Mündung,
  das  oberste  Gewinde  Spitze.  Von  der  Spitze  bis  zur  Mündung  sitzt  inwendig
  eine  Spindel,  um  die  sich  die  Windungen  herumwinden.  Die  Schnecke  ist
mit  dieser  Spindel  durch  einen  kräftigen  und  schnellwirkenden  Muskel  verbunden.
Sobald  dieser  angezogen  wird,  verkürzt  er  sich  und  zieht  die  Schnecke  leicht  und
schnell  in  das  Gehäuse  zurück.  Beim  Eintritt  des  Winters  verkriecht  sich  die
Schnecke  in  den  Schlamm.  Dann  sondert  sie  einen  kalkartigen  Schleim  ab,  der
bald  wie  ein  Deckel  die  Mündung  des  Gehäuses  verschließt.  Das  ist  der  sogenannte
  Winterdeckel;  er  fällt  im  Frühlinge  wieder  ab.  In  dem  Maße,  wie  das
Tier  selbst  wächst,  vergrößert  sich  auch  das  Gehäuse.  Der  schleimige  Körper
scheidet  nämlich  Kalkteile  aus,  die  aus  der  Nahrung  in  das  Blut  übergeführt  sind;
diese  legen  sich  an  den  Rand  des  Gehäuses  an  und  erweitern  es  so  allmählich.
2.  Körperbau.  Vorn  am  Kopfe  bemerken  wir  die  beiden  wulstigen,  nicht
einziehbaren  Fühler.  Dicht  am  Grunde  jedes  Fühlers  sitzt  ein  schwarzes  Pünktchen,
das  Auge.  (Andre  Schnecken,  wie  z.  B.  die  Hain=  und  die  Weinbergschnecke,  haben  je
4  Fühler,  die  sie  einziehen  d.  h.  nach  innen  stülpen  können.  Die  beiden  größern
haben  je  ein  Auge,  aber  an  der  Spitze.)  Den  Rüäcken  deckt  eine  mit  den
Rändern  frei  überhängende  Hautfalte,  der  „Mantel“.  Er  sondert  den  Kalk  zum
Gehäuse  ab.  An  der  Unterseite  des  Körpers  findet  sich  eine  fleischige  Muskelscheibe,
  die  „Sohle“  oder  der  „Fuß".  Mittels  dieser  Scheibe  „kriecht“  die
Schnecke,  indem  sie  dabei  die  Scheibe  von  hinten  nach  vorn  wellenförmig  hebt  und
senkt.  Zuweilen  gleitet  sie  mit  derselben  Fußbewegung  —  das  Gehäuse  nach