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und  Herschwenken  der  Pfeife  zu  einer  birnenförmigen  Masse  auf.  Durch  ver—
schiedene  Werkzeuge  giebt  er  dann  dieser  Birnenform  die  gewünschte  Gestalt,  z.  B.
die  einer  Flasche  (durch  Einblasen  der  Glasbirne  in  hohle  Formen).  Will  man
Fensterglas  herstellen,  so  wird  diese  Birnenform  sehr  erweitert  und  dann  hin  und
her  geschwenkt,  bis  sie  die  Form  eines  Cylinders  annimmt.  Hierauf  wird  der
Cylinder  mit  einem  glühenden  Eisenstabe  der  Länge  nach  aufgeschnitten.  Dann
kommt  er  in  den  Streckofen.  Dort  erweicht  er,  breitet  sich  zu  einer  Platte  aus
und  wird  mit  einem  nassen  Plättholze  vollends  glatt  gestrichen.  Die  Scheiben  der
Schaufenster  und  Spiegel  werden  nicht  geblasen,  sondern  gegossen.

127.  Das  Kochsalz.

1.  Solsalz.  Schütte  etwas  Kochsalz  in  ein  Schälchen  mit  Wasser!  Es  löst
sich  darin  auf.  Stelle  das  Salzwasser  längere  Zeit  in  die  Sonne  oder  in  die
heiße  Ofenröhre!  Es  verdunstet,  und  das  Salz  wird  wieder  sichtbar.  In  ähnlicher
  Weise  findet  sich  auch  in  der  Natur  das  Salz  im  Wasser  aufgelöst  und  quillt
so  als  „Sole"  an  zahlreichen  Stellen  aus  der  Erde  hervor.  Da,  wo  die  Salzqduelle
  sprudelt,  findet  sich  immer  eine  Salzschicht  in  der  Erde.  Durch  diese  sickert
das  unterirdische  Wasser  hindurch,  löst  einen  Teil  des  Salzes  auf  und  nimmt  es
mit  sich.  So  entsteht  das  Solwasser.  Solche  Salzquellen  giebt  es  z.  B.  bei
Reichenhall,  Kissingen,  Lüneburg,  Halle,  Schönebeck,  Kreuznach,  Dürrenberg  u.  s.  w.
Die  Gewinnung  des  Solsalzes  ist  mit  vieler  Mühe  verbunden.  Auf  100  Teile
Solwasser  kommen  etwa  6—24  Teile  Salz.  Zunächst  sucht  man  das  Wasser
durch  Luft  und  Sonnenwärme  zu  vermindern:  man  „gradiert“  die  Sole.  Zu
dem  Zwecke  wird  sie  durch  Pumpwerke  auf  hohe,  lange  Dornschichten  („Gradierwerke“)
  geleitet  und  mittels  durchlöcherter  Rinnen  über  deren  ganze  Länge  verteilt.
Aus  diesen  Rinnen  rieselt  das  Wasser  auf  die  Dornen  herab  und  fällt  von  Zweig
zu  Zweig.  Dabei  verdunstet  viel  Wasser,  und  die  erdigen  Teile  (Kalk,  Gips  u.  a.)
bleiben  an  den  Dornen  als  „Dornstein“  sitzen.  Unten  wird  die  Sole  durch  Behälter
aufgefangen.  Schwache  Sole  muß  mehrmals  gradiert  werden.  Ist  die  Sole  hinlänglich
  gesättigt,  so  wird  sie  in  große  Pfannen  geleitet  und  gekocht.  Dabei  scheidet
sich  das  Salz  in  kleinen  Krystallen  aus  und  wird  mit  hölzernen  Schaufeln  aus
der  Mutterlauge  (der  zurückbleibenden  Flüssigkeit)  geschöpft  und  dann  getrocknet.

2.  Steinsalz.  Aber  nicht  bloß  in  flüssigem,  sondern  auch  in  festem  Zustande
  bietet  uns  die  Natur  das  Kochsalz.  Es  bildet  oft  förmliche  Felsen  und
heißt  dann  Steinsalz.  Zerschlage  mit  Hammer  und  Meißel  ein  Stück  Steinsalz!
Es  läßt  sich  leicht  und  oft  in  Würfel  spalten.  Das  bedeutendste  Steinsalzlager
Europas  befindet  sich  bei  Staßfurt.  Das  reine  Steinsalz  wird  gemahlen  und  als
„Tafelsalz“  sofort  in  den  Handel  gebracht;  die  sogenannten  Abraumsalze  aber
werden  verarbeitet  und  als  Kalisalze  zum  Düngen  benutzt.  (Erdk.  S.  101.)  —  Auch
bei  Wieliczka  (wjelitschka)  in  Galizien  ist  ein  berühmtes  Steinsalzbergwerk.

3.  Seesalz.  Besonders  reichhaltig  an  Salz  ist  auch  das  Meer.  Jedoch  hat
dieses  Salz  einen  etwas  bittern  Beigeschmack,  weshalb  es  nicht  als  Tischsalz,  wohl
aber  zum  Einsalzen  der  Fische  verwertet  wird.

4.  Verwertung.  Das  Salz  ist  das  unentbehrlichste  Gewürz.  Nährstoffe
selbst  enthält  es  nicht,  aber  es  dient  dazu,  andre  Speisen  verdaulicher  und  daher
nahrhafter  zu  machen.  Die  meisten  Speisen  sind  ohne  Salz  fast  ungenießbar.  Auch
würde  es  uns  ohne  Salz  gar  nicht  möglich  sein,  Fleisch  auf  längere  Zeit  vor
Fäulnis  zu  schützen.  (Einsalzen  von  Fleisch,  Heringen,  Schinken  u.  s.  w.)  Ohne
Salz  würde  selbst  unser  Blut  leicht  in  Fäulnis  übergehen.  Dumpfes,  mooriges
Brunnenwasser  läßt  sich  durch  Salz  etwas  wohlschmeckender  machen,  und  Solbäder
üben  auf  manche  Kranke  sehr  heilsame  Wirkungen  aus.