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verbrauchten  Schwefels.  Meistens  tritt  der  Schwefel  in  Verbindung  mit  Metallen
auf,  namentlich  im  Harze,  im  sächsischen  Erzgebirge,  in  Böhmen,  Schlesien  u.  s.  w.
Solche  Verbindungen  haben  meist  starken  Metallglanz.  Sie  werden  „Kiese“  genannt,
wenn  sie  weiß  oder  gelb  sind,  „Glanze“,  wenn  sie  grau  oder  schwarz  sind,  „Blen—
den“,  wenn  sie  durchscheinend  sind  und  Fettglanz  bis  Diamantglanz  haben.  Die
wichtigsten  Schwefelerze  sind  Schwefel-  oder  Eisenkies,  Bleiglanz,  Kupferkies  und
Kupferglanz.

2.  Eigenschaften.  Der  Schwefel  verbrennt  mit  blauer  Flamme  und  giebt
dabei  einen  stechenden  Geruch  von  sich,  der  zum  Husten  reizt.  Erhitzt  man  den
Schwefel  auf  +  1100  C.,  so  schmilzt  er  zu  einer  hellbraunen,  dünnen  Flüssigkeit.
Bei  —+  4200  C.  siedet  er  und  verflüchtigt  sich  zu  dunkelbraun-gelben  Dämpfen.

3.  Reinigung.  Um  den  Schwefel  von  dem  mit  ihm  gemengten  Mineralstoffen
  zu  trennen,  schmilzt  man  den  in  den  Steinbrüchen  gewonnenen  Schwefel
in  kleinen  Schachtöfen  und  gewinnt  so  den  Rohschwefel.  Um  diesen  von  allen
erdigen  Teilen  zu  befreien,  reinigt  man  ihn  gewöhnlich  noch  einmal,  indem  man
ihn  zum  Sieden  erhitzt.  Dabei  verwandelt  er  sich  in  Dämpfe.  Die  Dämpfe  leitet
man  in  eine  Kammer.  Dort  setzen  sie  sich,  solange  die  Kammer  noch  nicht  zu
warm  ist,  an  den  Wänden  in  Gestalt  eines  feinen  Pulvers  als  „Schwefelblumen“
ab.  Sobald  man  aber  die  Wärme  hier  bis  11070  C.  steigert,  schmilzt  der  Schwefel
wieder,  sammelt  sich  am  Boden  und  wird  nun  durch  eine  Offnung  abgelassen.
Dann  wird  er  in  cylinderförmige  Gefäße  gefüllt,  wo  er  zu  Stangenschwefel  erstarrt.

4.  Verwendung.  Am  bekanntesten  ist  der  Schwefel  durch  seine  Verwendung
zu  Streichhölzern  geworden.  Ferner  dient  er  zur  Herstellung  des  Schießpulvers.
Soll  er  hierzu  benutzt  werden,  so  zerstößt  man  ihn  zu  Staub  und  vermengt  ihn
mit  ungefähr  ebensoviel  gepulverter  Holzkohle  (Faulbaum  oder  Linde)  und  sechsmal
soviel  Salpeter.  Hierauf  rührt  man  die  Masse  mit  Wasser  zu  einem  steifen  Brei
ein  und  preßt  ihn.  Den  erhaltenen  Kuchen  zerstückelt  man  und  bringt  ihn  auf
ein  Pergamentsieb,  durch  dessen  feine  Löcher  die  Körner  hindurchgerüttelt  werden.
Mittels  andrer  Siebe  trennt  man  dann  die  Körner,  die  die  gehörige  Größe  haben,
von  den  übrigen,  und  hierauf  trocknet  man  sie  in  warmen  Räumen.  Das  gekörnte
  Pulver  wird  nun  poliert,  d.  h.  es  wird  in  Tonnen  gebracht,  die  sich  sehr
schnell  drehen  und  mit  etwas  Graphit  versehen  sind,  wodurch  sich  die  Körner  gegenseitig
  abschleifen.  —  Schwefelfäden  benutzt  man,  um  Pulverminen  anzuzünden.

132.  Das  Gold.

1.  Eigenschaften.  Lege  einen  goldenen  Ring  auf  längere  Zeit  in  feuchte  Luft!
Er  rostet  nicht  wie  Eisen,  läuft  auch  nicht  an  wie  Blei,  sondern  behält  seinen  Glanz.
Gold  ist  luftbeständig.  Von  allen  Metallen  verbindet  es  sich  am  schwersten  mit
Sauerstoff.  Auch  im  Feuer  verändert  es  seinen  Glanz  nicht.  Man  nennt  solche
Metalle  „edle“  Metalle.  (Zu  ihnen  gehören  auch  Platin,  Silber  und  Quecksilber.)  —
Reines  Gold  ritzt  Blei,  nicht  aber  Kupfer  und  Silber.  Es  ist  also  weicher  als
Silber.  Seine  Dehnbarkeit  übertrifft  jede  Vorstellung.  Behaupteten  doch  die  Nürnberger
  Goldschmiede,  daß  man  mit  einem  Dukaten  Pferd  und  Reiter  vergolden  könne.

2.  Vorkommen.  Die  ursprüngliche  Lagerstätte  des  Goldes  sind  die  Gebirge,
und  auch  heute  noch  findet  sich  das  „Berggold“  in  den  Höhenzügen  Ungarns,
Salzburgs,  Schottlands,  Mexikos,  Brasiliens  u.  s.  w.  Dort  liegt  es  in  quarzhaltigem
  Gesteine  eingeschlossen.  Es  hat  meist  die  Gestalt  von  kleinen  Körnern
oder  Klümpchen,  doch  kommt  es  auch  blatt-,  haar-,  draht=  und  moosförmig  vor.
An  vielen  Orten  aber  ist  durch  Zertrümmerung  der  Felsen  das  Gold  mit  dem
Gesteine  in  die  Flußthäler  hinabgespült,  so  z.  B.  in  Sibirien,  Kalifornien,
Australien,  in  Deutschland  nur  am  Rhein  zwischen  Basel  und  Mannheim.  Daher