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findet  man  hier  das  „Waschgold“  im  Flußsande  oder  im  angeschwemmten  Lande.
Zuweilen  hat  sich  im  Laufe  der  Zeit  eine  neue  Erdschicht  darüber  ausgebreitet,
so  daß  man  erst  durch  Schachte  zu  dem  eigentlichen  Goldlager  gelangen  kann.
Im  Jahre  1848  entdeckte  ein  Schweizer,  als  er  sich  in  Kalifornien  eine  Wassermühle
  bauen  wollte,  in  dem  Flußsande  des  Sakramento  Gold.  Er  wollte  die
Entdeckung  geheim  halten,  doch  vergebens.  Bald  strömten  von  allen  Himmelsgegenden
  Scharen  herbei,  um  Gold  zu  suchen.  Das  ganze  Flußthal  barg  Gold
in  sich,  und  mancher  las  an  einem  Tage  für  300—400  4  Gold  zusammen;  ja,
einer  hatte  das  Glück,  einen  Klumpen  zu  finden,  der  42  000  45  Wert  hatte.  Einige
Jahre  später  trieb  das  Goldfieber  die  Goldsammler  nach  Australien,  wo  einer  sogar
einen  Goldklumpen  von  99  kg  fand,  der  für  190  000  6  versteigert  wurde.
Um  das  reine  Gold  aus  dem  Goldsande  zu  gewinnen,  wäscht  man  diesen.

3.  Verwendung.  Vorzugsweise  wird  das  Gold  zu  Münzen  und  Schmucksachen
  verwendet.  Da  aber  reines  Gold  hierzu  zu  weich  ist  und  sich  daher  zu
leicht  abnutzt,  so  wird  es  mit  Kupfer  oder  Silber  vermischt.  Eine  solche  Mischung
verschiedener  Metalle  heißt  „Legierung“.  Unsre  Goldmünzen  bestehen  aus  900  Gewichtsteilen
  Gold  und  100  Teilen  Kupfer.  Wenn  Tombak  (Kupfer  und  Zinkh  stark
vergoldet  wird,  so  erhält  man  das  Talmigold.  Aus  dünnem  Goldblech,  das  man
zwischen  Pergament  und  Darmhäute  legt,  wird  durch  Hämmern  das  Blattgold  hergestellt.
  Dieses  wird  zum  Vergolden  von  Kupfer,  Holz,  Leder  u.  s.  w.  verwendet.

133.  Das  uechsilber.

1.  Eigenschaften.  Quecksilber  glänzt  wie  Silber.  Den  Namen  „Queck“  silber
hat  es  von  seiner  ungemein  leichten  Beweglichkeit;  denn  „queck“  heißt  lebendig,
schnell.  (Vgl.  Quecke,  erquicken!)  —  Im  täglichen  Leben  lernt  man  es  besonders
durch  das  Thermometer  und  Barometer  kennen.  Nimm  ein  Thermometer  zur  Hand
und  lege  den  Finger  an  die  Kugel,  die  mit  Quecksilber  gefüllt  ist!  Sogleich  steigt
das  Quecksilber  in  der  Röhre  empor.  Es  ist  nämlich  von  der  Blutwärme  ausgedehnt
  worden,  ein  Beweis,  daß  es  dem  ausdehnenden  Einflusse  der  Wärme  leicht
zugänglich  ist.  Gieße  etwas  Quecksilber  auf  einen  Teller!  Es  rollt  in  Tropfen  dahin,
ist  also  flüssig.  Quecksilber  ist  das  einzige  Metall,  das  sich  bei  gewöhnlicher  Luftwärme
  in  flüssigem  Zustande  befindet.  Erst  bei  —  400  C.  erstarrt  es.  —  Fülle
eine  Schale  mit  Quecksilber  und  lege  eine  eiserne  Kugel  auf  die  Flüssigkeit!  Sie
schwimmt;  denn  Eisen  ist  bedeutend  leichter  als  Quecksilber.  —  Läßt  man  Quecksilber
  in  einer  Schale  draußen  offen  in  der  Sonne  stehen,  so  wird  es  mit  der
Zeit  weniger.  Es  verdampft  nämlich  schon  bei  gewöhnlicher  Luftwärme.  Quecksilberdampf
  aber  ist  sehr  giftig.

2.  Vorkommen.  Das  Quecksilber  findet  sich  besonders  in  Klüften  und  Höhlungen
  des  Gesteins,  z.  B.  bei  Idria  in  Krain,  in  Spanien,  Österreich,  Rheinbayern
und  Peru.  Es  tritt  nur  selten  gediegen  auf.  Meist  kommt  es  in  Verbindung
mit  Schwefel  vor.  Mit  ihm  bildet  es  das  wichtigste  Quecksilbererz:  den  Zinnober.

3.  Verwendung.  Das  Ouecksilber  wird  bei  der  Vergoldung  angewandt.  Es
dringt  nämlich  in  andre,  besonders  in  edle  Metalle  wie  Wasser  in  Zucker  ein  und
bildet  mit  ihnen  eine  butterweiche  Masse.  Eine  solche  Verbindung  des  Quecksilbers
mit  andern  Metallen  nennt  man  Amalgam.  Will  der  Goldschmied  z.  B.  ein  Stück
Silber  vergolden,  so  wirft  er  ein  Stückchen  Gold  in  Quecksilber.  Das  Gold  wird
flüssig  und  verbindet  sich  so  mit  dem  Quecksilber  zu  Goldamalgam.  Damit  bestreicht
  der  Goldschmied  das  Silber  und  hält  dieses  dann  übers  Feuer.  Bei  der
Hitze  entweicht  das  Quecksilber,  das  Gold  aber  bleibt  zurück  und  setzt  sich  auf  der
Oberfläche  des  Silbers  fest.  Mit  einer  Mischung  von  Quecksilber  und  Zinn  (Zinnamalgam)
  sind  die  Rückseiten  der  gewöhnlichen  Spiegelscheiben  belegt.