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aber  ist  zu  ihrer  Verwandlung  fast  immer  ein  „Zwischenwirt“  nötig,  in  dem  sich
die  Finnen  entwickeln  können.  Die  Finnen  aber  bilden  sich  nur  dann  zu  Band—
würmern  aus,  wenn  sie  wieder  in  den  Körper  derjenigen  Tierart  gelangen,  von
der  die  eierlegenden  Glieder  ausgeschieden  sind.  Beim  gestreiften  Menschenband—
wurme  ist  dieser  „Zwischenwirt“  das  Rind,  beim  Katzenbandwurme  die  Maus.
Die  Eier  des  Hundebandwurms  entwickeln  sich  im  Gehirne  des  Schafes  zu  Quesen
oder  Drehwürmern,  die  nicht  selten  die  Größe  eines  Hühnereies  erreichen  und  die
sogenannte  Drehkrankheit  der  Schafe  verursachen.  Die  Schafe  senken  anfangs  den
Kopf  und  drehen  sich  später  wie  taumelnd  immer  im  Kreise  herum.  Die  Finnen
des  Hülsenwurms,  der  im  Dünndarme  der  Hunde  lebt,  erreichen  im  menschlichen
Körper  (namentlich  in  der  Leber)  die  Größe  eines  Kinderkopfes  und  ein  Gewicht
von  15  kg.  Sie  führen  gewöhnlich  den  Tod  herbei.  Es  ist  daher  gefährlich,
mit  Hunden  zu  spielen  und  namentlich,  sich  von  ihnen  belecken  zu  lassen.

136.  Die  Trichine.

Die  Trichine  ist  so  klein,  daß  man  sie  mit  bloßem  Auge  gar  nicht  sehen
kann.  Sie  findet  sich  sehr  häufig  im  Fleische  der  Schweine.  Die  Schweine  er—
halten  sie  wahrscheinlich  dadurch,  daß  sie  Ratten  fressen.  Die  Ratten  erscheinen
als  die  eigentlichen  Träger  der  Trichinen  und  vererben  sie  dadurch  unter  sich,
daß  sie  ihresgleichen  auffressen.  —  Die  in  den  Muskeln  des  Schweines  lebenden
Trichinen  rollen  sich  im  Alter  von  3—5  Wochen  wie  eine  Uhrfeder  zusammen
und  umgeben  sich  mit  einer  kalkartigen  Kapsel  (k).  Genießen  wir  solches  trichinenhaltige
  Fleisch,  so  löst  sich  die  Kapsel  in  unserm  Magen  auf,  die  Trichinen  werden
lebendig  und  kriechen  zwischen  die  Zotten  des  Dünndarms,  wo  sie  als  „Darmtrichinen"
  (B)  bedeutend
größer  werden.  (Das  Männchen
  1,5  mm;  das  Weibchen
sogar  3  mm.)  Nach  kurzer
Zeit  bringen  sie  Junge  zur
Welt  (eine  einzelne  Trichine
zuweilen  gegen  2000),  und
nach  5—6  Wochen  sterben
sie.  Diese  jungen  Trichinen
nun  gerade  sind  es,  die  dem
Menschen  so  gefährlich  werden.
  Sofort  nach  ihrer  Geburt
  durchbohren  sie  die
Darmwände  und  kriechen  in

unser  Muskel  fleisch  (mm)  um  A.  Musk  el  trichine.  x.  Kapsel.  mm.  Muskelfasern.  f.  Fett.
sich  als  Muskeltrichinen"  B.  Darmtri  ch  ine.  a.  Vorderende.  b.  Hinterende.  (100  fach  vergrößert.)
*7  %

(A)  von  dem  Fleische  zu  ernähren.  Dann  stellt  sich  heftiges  Fieber  ein,  das
Gesicht  schwillt  auf,  und  heftige  Schmerzen  durchziehen  den  ganzen  Körper.  Die
Gefahr  ist  erst  nach  etwa  5  Wochen  vorüber,  wenn  die  Trichinen  anfangen,  sich
einzukapseln.  Die  Kapseln  behält  der  Mensch  für  immer  in  seinem  Körper.  —
Um  sich  vor  Trichinen  zu  schützen,  sollte  man  nie  rohes,  sondern  nur  gekochtes
Fleisch  genießen,  da  sie  bei  —  1000  C.  sterben.

XXI.  Im  Meere.
137.  Der  grönländische  Walfisch.

1.  Größe  und  Gestalt.  Der  Walfisch  ist  das  größte  aller  Tiere.  Er  erreicht
eine  Länge  von  20  m  und  ein  Gewicht,  das  etwa  dem  von  30  Elefanten  oder

 