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150  Ochsen  gleichkommt.  Seiner  Riesennatur  entspricht  auch  der  gewaltige  Rachen.
Er  ist  so  groß,  daß  ein  Mann  bequem  darin  umhergehen  kann.  Die  Zunge  ist  2  m
breit  und  4  m  lang.  Dagegen  sind  die  Augen  auffallend  klein  und  nur  etwa  so
groß  wie  Ochsenaugen.  Auch  die  verschließbare  Ohröffnung  ist  nur  wenig  sichtbar
—  ein  Beweis,  daß  diese  beiden  Sinne  für  den  Walfisch  keine  große  Bedeutung  haben.
Um  so  schärfer  aber  ist  sein  Gefühl,  das  er  in  der  empfindsamen  Haut  besitzt.  Die
Haut  ist  2  Finger  dick.  Unter  ihr  liegt  eine  20—  40  cm  dicke  Fettschicht.  Diese
wärmt  ihn,  vermindert  sein  Eigengewicht  und  erleichtert  ihm  das  Schwimmen.  Der
Riesenkörper  ist  dem  Leben  im  Meere  angepaßt.  In  einer  Stunde  schwimmt  das  Tier
30  km  weit.  Die  Vordergliedmaßen  sind  zu  3  m  langen  Brustflossen  umgewandelt.
Eine  Ahnlichkeit  mit  einem  Fuße  kann  man  an  ihnen  nicht  mehr  erkennen,  da  die
Zehen  mit  einer  derben  Haut  umschlossen  sind  und  auch  keine  Nägel  haben.  Die
Hintergliedmaßen  fehlen  vollständig.  Dafür  läuft  der  Hinterleib  in  eine  große,
wagerecht  gestellte  Schwanzflosse  aus.  (Bei  den  Fischen  steht  die  Schwanzflosse
senkrecht.)  In  dieser  besitzt  der  Walfisch  solche  Kraft,  daß  er  mit  einem  Schlage
ein  Boot  zertrümmern  kann.  Mitten  auf  dem  Kopfe  hat  der  Walfisch  2  Nasenlöcher,
  mit  denen  er  Atem  holt.  Sobald  er  auftaucht,  bläst  er  das  Wasser,  das  in
die  Nasenlöcher  eingedrungen  ist,  mit  solcher  Gewalt  empor,  daß  es  sich  in  feine  Tropfen
auflöst  und  wie  eine  Dampfsäule  6  m  hoch  steigt.  Dann  erst  holt  er  rasch  Atem.
2.  Nahrung.  Barten.  Der  Walfisch  lebt  vorzugsweise  von  Weichtieren  und
winzigen  Krebsen.  Die  Unterlippe  gleicht  einem  riesigen  Schöpflöffel,  der  sich  zum
Einfangen  der  Nahrung  vorzüglich  eignet.  Größere  Tiere  kann  der  Walfisch  nicht
verschlucken,  da  sein  Schlund  so  eng  ist,  daß  man  kaum  mit  einer  Faust  hindurchfahren
  kann.  Jagd  auf  Heringe  macht  er  nicht.  Kleinere  Fische,  die  zufällig  ins
Maul  geraten,  mag  er  wohl  verschlucken.  Statt  der  Zähne  besitzt  er  über  300
Barten.  Das  sind  Platten,  von  denen  die  größten  4  m  lang  und  40  em  breit
sind,  also  ungefähr  die  Größe  eines  Brettes  haben.  Sie  stehen  im  Oberkiefer  in
2  Reihen  und  sind  am  untern  Ende  ausgefasert  wie  kleine  Bürsten.  Durch  diese
Fasern  werden  die  ins  Maul  eingedrungenen  Schleimtiere  wie  in  einem  Siebe  fest
gehalten.  Kleine  Streifen  dieser  Barten  sind  uns  unter  dem  Namen  Fischbein  bekannt.
3.  Fang.  Der  grönländische  Walfisch  lebt  im  nördlichen  Eismeere  sowie  in

den  nördlichen  Teilen  des  großen  und  des  atlantischen  Oceans.  Alljährlich  gehen
viele  Schiffe  dorthin,  um  Walfische  zu  fangen.  Besonders  eifrig  wird  der  Fang
von  Norwegen  aus  betrieben.  In  frühern  Jahren  suchte  man  den  Walfisch  mit
einer  Harpune  (Lanze  mit  Widerhaken)  zu  töten.  In  neuster  Zeit  benutzt  man
———  —  beim  Walfischfange  kleine
Dampfschiffe,  auf  deren  Deck
sich  eine  Kanone  befindet.
Diese  wird  mit  einem  har—
punenartigen  Geschosse  ge—
»H  laden,  woran  eine  lange
T  Leine  befestigt  ist.  Sobald
nmun  einen  Walfisch  oder  den
von  ihm  aufsteigenden  Wasserstrahl
  bemerkt,  sucht  man.
sich  dem  Tiere  auf  etwa
20  m  zu  nähern.  Ist  dies
gpPFgelungen,  so  schießt  man  ihm
—  —  die  Harpune  in  den  Leib.
««  *  Die  Harpune  enthält  eine
Waljischfang.  Granate,  die  im  Leibe  des

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