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damit  sie  sich  nicht  abnutzen,  in  eine  Scheide  zurückgezogen  werden.  Dadurch  wird
der  schleichende  Gang  fast  unhörbar  gemacht.  Auch  sind  die  Krallen  so  spitz,  daß
sie  mit  Leichtigkeit  das  Fell  des  Hirsches  durchbohren.  Die  erstaunliche  Geschmeidigkeit
  und  Dehnbarkeit  des  gestreckten  Körpers  befähigt  den  Löwen  zu  weiten
Sprüngen.  Dazu  kommt  noch  die  schrecklich  dröhnende  Stimme,  die  alle  Tiere
ringsum  in  Bestürzung  versetzt.

3.  Auf  der  Lauer.  Der  Löwe  bewohnt  die  Wald=  und  Grasdickichte  Afrikas
und  des  südlichen  Asiens.  Am  Tage  liegt  er  gewöhnlich  still  in  seinem  Lager.  Seine

 

 

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Löwe  im  Sprunge.

Farbe  ist  die  Farbe  der  Wüste  —  sandgelb,  weshalb  er  aus  der  Ferne  oft  schwer  zu
erkennen  ist.  Meist  geht  er  erst  am  Abend  auf  Raub  aus.  In  Rohr  und  Gebüsch  legt
er  sich  auf  die  Lauer.  Endlich  knackt  es  im  Gezweige  —  eine  Antilopenherde  kommt
zur  Tränke.  Leise  schleicht  sich  der  Räuber  heran.  Ist  er  nahe  genug,  dann  stürzt  er
auf  seine  Beute  zu,  packt  und  zerreißt  sie.  (Daß  er  sich  immer  erst  in  einer  bestimmt
  abgemessenen  Entfernung,  etwa  von  10—12  Schritten,  niederducke  und  sich
dann  in  einem  ungeheuern  Sprunge  auf  sein  Opfer  werfe,  ist  eine  irrige  Meinung.)
Menschen  greift  er  nur  dann  an,  wenn  er  hungrig  ist  oder  von  ihnen  gereizt  wird.

141.  Der  gemeine  Bär.

1.  Aussehen.  Der  Bär  ist  ein  gar  plumper  Gesell.  Sein  zottiger,  brauner
Pelz  macht  ihn  noch  dicker,  als  er  wirklich  ist.  Plump  erscheint  auch  sein  dicker,
breiter  Kopf  mit  der  gewölbten  Stirn  und  der  verengten,  fast  zugespitzten  Schnauze.
Die  Ohren  sind  kurz  und  die  kleinen  Augen  schiefgestellt.  Der  Gang  ist  watschelig
und  unbeholfen.  Die  Mittelfußknochen  der  kurzen  Beine  stehen  nämlich  nicht,  wie
z.  B.  beim  Hunde,  senkrecht,  sondern  wagerecht,  weshalb  der  Bär  mit  der  ganzen
Sohle  auftritt.  (Sohlengänger.)  Auch  ist  er  zugleich  Paßgänger,  d.  h.  er  tritt
mit  beiden  Beinen  einer  Seite  so  ziemlich  zu  gleicher  Zeit  auf.  Bei  aller  Plumpheit
  aber  lernt  der  Bär  dennoch  sehr  gut  auf  den  beiden  Hinterbeinen  tanzen.

2.  Aufenthalt  und  Lebensweise.  Der  Bär  findet  sich  vorzugsweise  in  Polen,
Rußland,  Norwegen  und  in  den  Gebirgen  Ungarns.  In  den  Alpen  und  Pyrenäen
wird  er  nur  noch  selten  angetroffen.  Gewöhnlich  hält  er  sich  in  einsamen  Felsengegenden
oder  in  undurchdringlichen  Dickichten  auf.  In  der  Jugend  frißt  er  Gras,  Knospen,