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Obst,  Pilze  u.  dgl.  Seine  liebste  Speise  aber  ist  der  Honig.  Findet  er  ein  Bienennest
im  Baume,  so  klettert  er  hinauf;  denn  aufs  Klettern  versteht  er  sich  vorzüglich.  Er  wird
dabei  von  seinen  spitzen  Krallen  unterstützt.  Auch  Bienenkörbe  plündert  er.  Daß
ihn  der  Stich  der  Bienen  nicht  schmerze,  ist  eine  irrige  Meinung.  „Er  brummt  sogar
vor  Schmerz,  wälzt  sich,  sucht  die  Peiniger  abzustreifen,  läuft  auch  wohl  ins  Wasser,
kehrt  aber  bald  wieder  zurück.“  Wenn  er  älter  geworden  ist,  frißt  er  gern  Fleisch
und  stellt  besonders  Schafen  und  Rindern  nach.  In  Gebirgsgegenden  sucht  er
diese  nicht  selten  durch  Brummen  und  Umherjagen  so  zu  ängstigen,  daß  sie  sich  in
den  Abgrund  stürzen,  worauf  er  ihnen  nachklettert  und  sie  verspeist.  Ein  Bär
schlug  einst  eine  Kuh  nieder,  packte  sie  mit  den  Vorderbeinen  und  trug  sie,  aufrecht
gehend,  durch  einen  Bach  dem  Walde  zu.  Auch  Pferde  schlägt  er  zu  Boden.  Bei
großem  Hunger  und  bei  Verfolgung  greift  er  selbst  den  Menschen  an.  Meist  stürzt
er  auf  allen  vieren  (zuweilen  auch  hoch  aufgerichtet)  auf  ihn  los,  schlägt  ihn  mit
den  Vordertatzen  nieder  oder  umarmt  ihn  und  zerbricht  ihm  die  Rippen.  —  Im
hohen  Norden  macht  sich  der  Bär  gegen  den  Winter  ein  Lager  zurecht,  um  darin
einen  Teil  des  Winters  zu  verschlafen.

142.  Das  Renntier.

1.  Heimat,  Gestalt  und  Nahrung.  Das  Renntier  ist  etwa  so  groß  wie
ein  Hirsch  und  sieht  im  Sommer  braun,  im  Winter  weißgrau  aus.  Es  bewohnt
den  Norden  Europas,  Asiens  und  Amerikas,  jene  Gegenden,  wo  Pferd,  Schaf
und  Rind  der  Kälte  wegen  nicht  mehr  gedeihen.  Zum  Aufenthalte  in  jenen
Gegenden  sind  seine  Füße  ganz  vorzüglich  geeignet.  Die  Hufe  sind  nämlich  sehr
breit,  so  daß  es  mit  Leichtigkeit  sowohl  über  die  zahlreichen  Moräste  des  Sommers
als  auch  über  die  weiten  Schneedecken  des  Winters  hinwegeilen  und  geschickt  an
den  Gletschern  hinaufklettern  kann.  Was  das  Renntier  aber  vor  allem  zum  Auf—
enthalte  im  hohen  Norden  geeignet  macht,  das  ist  seine  Genügsamkeit.  Seine
Nahrung  besteht  hauptsächlich  aus  der  Renntierflechte,  die  dort  überall  wächst
und  oft  wie  ein  weißgrauer  Teppich  den  Boden  meilenweit  bedeckt.  Im  Winter
scharren  sich  die  Renntiere,  solange  der  Schnee  weich  ist,  mit  den  Vorderfüßen
(nicht  mit  dem  Geweih)  ihre  Nahrung  unter  dem  Schnee  hervor.

2.  Nutzen.  Dem  nördlichen  Bewohner  —  namentlich  dem  Lappen  —  ist
das  Renntier  unentbehrlich,  da  es  fast  alle  seine  Bedürfnisse  befriedigt.  Auf  den
vielen  Wanderungen  des  Lappen,  die  sein  Nomadenleben  mit  sich  bringt,  trägt
ihm  das  Renntier  sein  Zelt  und  Hausgerät.  Vor  den  bootähnlichen  Schlitten
gespannt,  durcheilt  es  an  einem  Tage  100—150  km.  Die  fette  Milch  des  Tieres
wird  getrunken  oder  zu  Käse  bereitet.  Im  Herbste  schlachtet  der  Lappländer  je
nach  Vermögen  eine  Anzahl  Renntiere.  Das  Fleisch  ist  sehr  schmackhaft.  Aus
den  Knochen  werden  Löffel,  Messer,  Nadeln  u.  dgl.  geschnitzt.  In  den  Blasen
wird  Milch  und  Tabak  aufbewahrt  und  aus  den  Sehnen  und  Gedärmen  Zwirn
bereitet.  Die  Haut  dient  als  Kleidung  und  das  Geweih  zu  allerlei  Gerätschaften.

143.  Das  einhöckrige  Kamel  (Dromedar).

*s2  Heimat  und  Aussehen.  Das  Kamel  lebt  in  den  Wüsten  Asiens  und
Afrikas.  Dem  Wüstenbewohner  ist  das  Kamel  unentbehrlich.  Mit  seiner  Milch
ersetzt  es  ihm  die  Kuh,  mit  seinem  Haar  das  wollige  Schaf  und  mit  seiner  Kraft
das  Pferd.  Die  Gestalt  des  Kamels  ist  ziemlich  häßlich.  Der  lange  Hals  trägt
einen  kleinen  Schafskopf.  Der  Leib  wird  durch  den  hohen  Höcker  und  die  einge—
zogenen  Weichen  entstellt.  Die  Farbe  ist  licht  sandfarben,  grau,  braun  oder  schwarz.

2.  Wüstenschiff.  Je  weniger  die  Natur  für  die  Schönheit  des  Kamels
sorgte,  desto  mehr  that  sie  für  die  Zweckmäßigkeit  seines  Körpers.  Ohne  das
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