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Kamel  würden  die  weiten  Wüsten  unsers  Erdballes  gar  nicht  zu  durchreisen  sein.
Nicht  mit  Unrecht  nennt  man  es  das  „Schiff  der  Wüste“.  Körperbau  und
Nahrung  machen  es  zu  solchen  Reisen  durch  die  Wüste  besonders  geeignet.

a.  Körperbau.  Wunderbar,  daß  gerade  diejenigen  Körperteile,  die  das
Kamel  am  meisten  verunstalten,  ihm  beim  „Durchschiffen  des  sandigen  Wüstenmeers“
  von  großem  Nutzen  sind.  So  ist  z.  B.  der  häßliche  Höcker  eine  Vorratskammer,
  worin  sich  Fett  ansammelt,  das  in  Hungerzeiten  durch  feine  Adern
dem  Blute  als  Nährstoff  zugeführt  wird.  Daher  schwindet  auch  der  Höcker  bei
dürftiger  Nahrung  allmählich  dahin,  schwillt  aber  auf  grüner  Weide  erstaunlich
schnell  wieder  an.  Auch  die  breiten  Füße  sind  wie  geschaffen  für  die  Wüste.
Die  beiden  Zehen  an  jedem  Fuße  sind  nämlich  auf  der  untern  Seite  mit  einer
dicken,  lederartigen  Sohle  bekleidet,  die  diese  Zehen  fast  bis  ans  Ende  verbindet
und  so  das  zu  tiefe  Einschneiden  in  den  glühend  heißen  Wüstensand  verhindert.
Ebenso  kommen  dem  Kamele  die  Schwielen  an  der  Brust  und  an  den  Gelenken
der  Beine  vorzüglich  zu  statten.  Soll  es  nämlich  beladen  werden,  so  kniet  es
nieder;  es  vermag  dann  mit  Leichtigkeit  wieder  aufzustehen,  da  es  sich  mit  den
Schwielen  bequem  aufstemmen  kann.  Am  meisten  aber  wird  das  Kamel  zu  seinen
Wüstenwanderungen  durch  die  gewaltige  Kraft  befähigt,  die  es  beim  Tragen  der
Lasten  zeigt.  Ein  Lastkamel  legt  mit  140—150  kg  täglich  50—70  km  zurück,
ein  Reitkamel  sogar  150  km.  Der  Gang  des  Kamels  ist  der  schaukelnde  Paßgang,
  indem  es  mit  beiden  Füßen  einer  Seite  ziemlich  zu  gleicher  Zeit  auftritt.

b.  Nahrung.  Es  giebt  kein  Tier,  das  dem  Kamel  an  Genügsamkeit  gleichkommt.
  Zwar  frißt  es  mit  Vorliebe  grünes  Laub  und  frisches  Gras.  Auf  der
Reise  durch  die  Wüste  aber  begnügt  es  sich  mit  Disteln  und  stachelichten  Dorngewächsen,
  wie  sie  ihm  der  dürre  Sand  bietet.  Sein  Gaumen  ist  auch  so  hart,
daß  es  selbst  die  schärfsten  Dornen  ohne  Beschwerden  hinunterwürgen  kann.  Hat
es  sich  einmal  ordentlich  satt  gefressen,  dann  kann  es  24  Stunden  lang  fasten.
Dazu  kommt  ferner,  daß  das  Kamel  2—3  (das  Reitkamel  Ostsudans  4—5)  Tage
ohne  Wasser  aushalten  kann.  Länger  jedoch  nicht.  Zwar  kann  es  bei  Ruhe
und  saftiger  Nahrung  auch  wohl  einmal  wochenlang  das  Wasser  entbehren,  beim
Lasttragen  aber  niemals.  Früher  sah  man  die  großen  Zellen  des  Pansens  als
Behälter  an,  die  das  Wasser  lange  frisch  erhielten.  Das  ist  jedoch  eine  irrige
Meinung.  Ebenso  ist  es  eine  Fabel,  daß  man  zuweilen  ein  Kamel  in  der  Wüste
schlachte,  um  mit  seinem  Wasservorrate  den  Durst  zu  löschen.

144.  Der  afstatische  Elefant.

1.  Gestalt  und  Kraft.  Wie  ein  Riese  überragt  der  Elefant  alle  andern
Landtiere.  Seine  Höhe  beträgt  mehr  als  die  doppelte  eines  Menschen,  sein  Gewicht
aber  sogar  mehr  als  das  von  50  erwachsenen  Personen.  Die  Kraft  des  Elefanten
ist  so  gewaltig,  daß  er  24  Menschen  auf  seinem  Rücken  zu  tragen  vermag.  Die
fast  nackte  Haut  des  Elefanten  wird  so  dick  wie  ein  Daumen,  so  daß  aus  ihr
sogar  Schilde  und  Spazierstöcke  gemacht  werden  können.  (Dickhäuter.)  Der  riesige
Leib  wird  von  4  Beinen  getragen,  die  das  Aussehen  von  Säulen  haben.  Dennoch
vermag  der  Elefant  mit  ihnen  so  schnell  zu  laufen,  daß  ihn  das  schnellste  Pferd
nicht  einholt.  Der  Kopf  ist  ungemein  groß,  der  Hals  kurz,  aber  kräftig.  (Tiere
mit  langem  Halse  haben  meistens  einen  kleinen  Kopf:  Giraffe,  Strauß.)

2.  Rüssel.  Die  Oberlippe  hat  sich  in  einen  Rüssel  verlängert,  der  über  2  m
lang  wird.  Von  der  Wurzel  nach  der  Spitze  zu  verdünnt  er  sich,  und  am  Ende
trägt  er  die  beiden  Nasenlöcher.  Zwischen  diesen  befindet  sich  ein  fingerförmiger
Fortsatz.  Der  Rüssel  ist  Geruchswerkzeug  und  Hand  zugleich  und  ist  dem  Elefanten
bei  dem  kurzen  Halse  unentbehrlich.  Er  ist  ungemein  beweglich.  Mit  ihm  pflückt