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die  sich  oben  zu  einer  Spalte,  der  Stimmritze,  verengen.  Die  häutigen  Ränder
der  Stimmritze  heißen  Stimmbänder.  Sie  können  durch  Muskeln  gespannt  und
so  mehr  oder  weniger  genähert  werden.  Geht  durch  die  gespannten  Stimm—
bänder  von  der  Lunge  aus  ein  stärkerer  Luftstrom,  so  werden  sie  in  Schwin—
gungen  versetzt,  und  es  entsteht  ein  Ton.

28.  Pflege  der  Atmungswerkzeuge.  Reine,  gesunde  Luft  ist  für  die  Lunge
das  Haupterfordernis;  daher  ist  ja  auch  der  Aufenthalt  in  Wald  und  Gebirge  so
wohlthuend.  Rauhe,  kalte  Luft  suche  man  von  den  Lungen  fernzuhalten;  darum
atme  man  im  Winter  durch  die  Nase,  da  sich  dadurch  die  Luft  etwas  erwärmt,
oder  halte  den  Mund  durch  ein  Tuch  geschlossen.  „Geschlossener  Mund  erhält
gesund.“  Ferner  atme  man  recht  tief,  um  die  Lungen  kräftig  zu  machen  und  gehörig
  auszuweiten.  Verhindert  wird  das  tiefe  Atemholen  besonders  durch  zu  enge
Kleider  und  Schnürleibchen,  sowie  durch  Anpressen  der  Brust  an  die  Tischkante  beim
Schreiben.  Auch  lautes  Lesen  und  Sprechen  sowie  ganz  besonders  das  Singen
ist  eine  sehr  zweckmäßige  Ubung  zur  Kräftigung  der  Lungen.  Jede  übermäßige
Anstrengung  der  Lunge  durch  zu  heftiges  Laufen,  Schreien  u.  s.  w.  suche  man  zu
vermeiden.  Auch  halte  man  sich  nicht  unnötigerweise  an  staubigen  Orten  und  in
raucherfüllten  Stuben  auf;  denn  Staub  und  Tabaksqualm  sind  arge  Feinde  der
Lungen.  Durch  Entzündung  der  Schleimhaut  des  Kehlkopfes  und  der  Luftröhre
entsteht  der  Husten.  Durch  Erkältung  der  Lunge,  wie  sie  z.  B.  leicht  durch
einen  zu  kalten  Trunk  hervorgerufen  werden  kann,  entsteht  Lungenentzündung.

29.  Kleidung.  Am  heilsamsten  für  den  Körper  ist  eine  sich  ziemlich  gleichbleibende
  Wärme.  Diese  soll  u.  a.  auch  durch  die  Kleidung  hergestellt  werden.
Im  Winter  tragen  wir  daher  solche  Stoffe,  die  als  schlechte  Wärmeleiter  (S.  308)
die  Körperwärme  zusammenhalten,  wie  Wolle,  Pelz  oder  Seide.  Im  Sommer
wählen  wir  bessere  Wärmeleiter,  z.  B.  Leinen,  da  sie  die  Körperwärme  schneller
nach  außen  abgeben  als  jene.  Namentlich  wollen  Füße,  Bauch,  Rücken  und  Achselhöhlen
  warm  gehalten  sein;  daher  empfiehlt  sich,  besonders  für  Kranke,  das  Tragen
wollener  Strümpfe  und  Unterjacken.  Diese  saugen  den  Schweiß  des  Körpers  ein
und  geben  ihn  nur  langsam  durch  Verdunstung  wieder  ab.  Sie  schützen  besser
gegen  Erkältung  als  Leinen,  das  die  Feuchtigkeit  schnell  verdunsten  läßt  und  dadurch
  das  Gefühl  der  Kälte  erzeugt.  Dichte  Kleiderstoffe  wärmen  nicht  so  gut  als
lockere;  weitmaschige  Strümpfe  und  Unterjacken  sind  demnach  besser  als  dicht  gewebte.
  Auch  das  Wechseln  der  Leibwäsche  ist  dem  Körper  sehr  zuträglich.  Der
Hals  wird  am  besten  bloßgetragen,  niemals  aber  darf  er  durch  enge  Halsbinden
und  Hemdenkragen  eingeschnürt  werden.

30.  Die  Wohnung  ist  für  das  Wohlbefinden  des  Menschen  von  großem
Einfluß.  Besonders  ist  darauf  zu  achten,  daß  sie  reine  Luft  und  genügend  Licht
hat  und  durchaus  nicht  feucht  ist.  Um  reine  Luft  im  Zimmer  zu  haben,  muß
man  es  täglich  mehrmals  lüften,  besonders  wenn  es  von  vielen  Personen  bewohnt
ist.  In  dunstigen,  mit  Staub,  Rauch  oder  Gestank  erfüllten  Stuben  kann  kein
Mensch  wohl  gedeihen.  Deshalb  halte  man  alle  übelriechenden  Stoffe,  wie  schmutzige
Wäsche,  Käse  u.  s.  w.,  möglichst  von  der  Wohnstube  fern  und  dulde  weder  Misthaufen
  noch  Aborte  in  der  Nähe  des  Hauses.  Eine  freundliche,  helle  Wohnung
stimmt  das  Gemüt  heiter  und  ist  einer  dunkeln  entschieden  vorzuziehen.  Die  Temperatur
  sei  mäßig,  etwa  —  17  bis  20°  C.,  im  Schlafzimmer  genügen  schon  15  o.
Das  Einatmen  eiskalter  Luft  während  der  Nacht  ist  nicht  gesund.  Der  Fußboden
in  den  Stuben  werde  gestrichen  oder  geölt,  da  hierdurch  das  schädliche  Ausdünsten
beim  Scheuern  und  die  Bildung  von  Staub  verhütet  wird.

 

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