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greift  die  Last  an.  Wieviel  hat  sie  also  von  der  Last  zu  übernehmen?  Die  bewegliche
  Rolle  gleicht  einem  einarmigen  Hebel,  bei  dem  die  Last  in  der  Mitte  angreist.

12.  Der  Flaschenzug  (s.  Abb.  S.  295)  besteht  aus  einer  Vereinigung  von  (gewöhnlich)
  gleichvielen  festen  (A)  und  beweglichen  (B)  Rollen.  Die  gleichnamigen
Rollen  haben  eine  gemeinschaftliche  Schere:  die  „Flasche“;  daher  der  Name.  Sind
(wie  in  der  Abbildung)  drei  feste  und  drei  bewegliche  Rollen  verbunden,  so  ist  das
Gleichgewicht  schon  durch  ½  der  Kraft  hergestellt.  Bei  vier  festen  und  vier  beweglichen
  Rollen  genügt  ⅛,  bei  fünf  festen  und  fünf  beweglichen  Rollen  ½10  der
Kraft  u.  s.  w.

13.  Das  Wellrad.  (S.  Abb.,!)  Aus  tiefen  Brunnen  wird  das  Wasser  oft  durch  eine
„Welle“  (ein  walzenförmiges  Stück  Holz)  mit  Kette  und  Eimer  heraufgeholt.  Die  „Welle“
oder  „Walze“  wird  durch  eine  Kurbel  oder  durch  ein  Rad  gedreht.  (Die  Kurbel  ist  eine
mit  einem  Handgriff  versehene  Speiche.)  Sie  läßt  sich  um  so  leichter  drehen,  je  größer
die  Kurbel  (oder  das  Rad)  ist.  Versuch:  Wir  durchbohren
  eine  Walze  von  4  cm  Durchmesser  der  Quere
nach.  In  das  Loch  stecken  wir  einen  (mit  Centimetermaß
  versehenen)  40  cm  langen  Stab  so  hinein,  daß
die  zu  beiden  Seiten  der  Walze  hervorragenden  Teile
gleich  lang  sind.  Sodann  schlagen  wir  in  jedes  Ende
der  Walze  einen  Drahtstift  und  lassen  nun  die  Walzen
muopon  2  Kindern  an  Drahtösen  (oder  in  Scherlöchern)

sooooo  halten,  daß  die  Drahtstifte  sich  in  den  Osen  frei  be--mwegen
  können.  Jetzt  umwickeln  wir  die  Walze  mit  einer

Schnur,  deren  eines  Ende  ein  Gewicht  von  500  g  trägt.
Hängen  wir  nun  an  den  Stab  10  cm  weit  vom  Mittel-1
  punkte  der  Walze  ein  Gewicht  von  100  g  auf,  so  halten
diese  100  g  den  500Fg  das  Gleichgewicht.  Am  Ende  des  Stabes  (also  20  cm  vom  Mittelpunkte)
bewirken  sogar  schon  50  g  das  Gleichgewicht.  Der  Halbmesser  der  Walze  beträgt  2  cm.
Hat  also  der  Stab  (der  die  Speichen  eines  Rades  oder  die  Kurbel  darstellt)  die  fünffache
Länge  des  Halbmessers,  so  ist  ½  der  Last,  hat  der  Stab  die  zehnfache  Länge  des  Halbmessers,
  so  ist  ½10  der  Last  zur  Herstellung  des  Gleichgewichts  nötig.  Um  einer  Last  an
der  Welle  das  Gleichgewicht  zu  halten,  braucht  die  Kraft  nur  der  so  vielte
Teil  der  Last  zu  sein,  wie  der  Halbmesser  der  Welle  vom  Halbmesser  des
Rades.  —  Steht  die  Axe  des  Wellrades  senkrecht,  so  wird  es  gewöhnlich  „Göpel“  genannt.
Dieser  kommt  häufig  bei  Dreschmaschinen,  in  Fabriken  u.  s.  w.  zur  Anwendung,  um  ein
Räderwerk  u.  dgl.  in  Bewegung  zu  setzen.

14.  Die  schiefe  Ebene.  a.  Lege  ich  eine  Schiefertafel  wagerecht  auf  den  Tisch,  so
bildet  sie  eine  wagerechte  Ebene.  Hebe  ich  sie  an  einem  Ende  etwas  in  die  Höhe,  so  bildet
sie  eine  schiefe  (geneigte)  Ebene.  (Was  für  einen  Winkel  bildet  sie  mit  der  wagerechten
Ebene?  Was  ist  demnach  eine  schiefe  Ebene?)  Laß  eine  Kugel  zuerst  von  einer  weniger

eneigten,  dann  von  einer  mehr  geneigten  Schiefertafel  hinabrollen!  Wo  rollt  sie  am
chnellsten?  Befestigen  wir  an  der  Kugel  eine  Schnur  und  leiten  sie  am  obern  Ende  der
schiefen  Ebene  über  eine  feste  Rolle,  so  wird  irgend  ein  Gewicht  im  stande  sein,  die  Kugel
am  Herabrollen  zu  verhindern  oder  sie  auf  der  Tafel  emporzuziehen.  Dies  Gewicht  wird
um  so  schwerer  sein  müssen,  je  größer  die  Neigung  der  Tafel  ist.  Nennen  wir  nun  das
Gewichtstück  Kraft  und  die  Kugel  Last,  so  ergiebt  sich:  Je  geringer  die  Neigung  einer
##rn  schiefen  Ebene  ist,  desto  weniger  Kraft
ist  erforderlich,  um  eine  Last  auf  der
schiefen  Ebene  emporzuziehen.

b.  Nebenstehende  Abbildung  stellt  ebenfalls
  eine  schiefe  Ebene  dar,  auf  der  die
Schnur  über  eine  Rolle  (R)  geht.  (Welchen
gNZceck  hat  die  Rolle?)  AB  ist  die  Länge,

5  B-B0  die  Höhe  der  schiefen  Ebene.  Die  Länge
4  4  beträgt  hier  das  Doppelte  der  Höhe,  darum

·  :  96  9  hält  auch  1  kg  (K)  einer  Last  (L)  von  2  kg
4—GGE  das  Gleichgewicht.  Betrüge  die  Höhe  ½  der
Länge,  so  würde  1  kg  genügen,  um  einer  Last  von  3  kg  das  Gleichgewicht  zu  halten.
Bei  der  schiefen  Ebene  sind  Kraft  und  Last  im  Gleichgewichte,  wenn  die
Kraft  der  so  vielte  Teil  der  Last  ist,  wie  die  Höhe  der  schiefen  Ebene  von
deren  Länge.  (Aufgaben!)

 

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