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c.  Wie  viel  Gewicht  (Kraft)  ist  erforderlich,  um  ein  100  kg  schweres  Bierfaß  auf
einen  2  m  hohen  Wagen  zu  laden,  an  den  eine  4  m  lange  Schrotleiter  gelegt  ist?  Um
zu  große  Steigungen  zu  vermeiden,  legt  man  Bergstraßen  in  Schraubenlinien  an.  Was
man  durch  diese  an  Kraft  erspart,  büßt  man  jedoch  an  Zeit  wieder  ein.

15.  Keil  und  Schraube.  a.  Der  Keil  ist  eine  bewegliche  schiefe  Ebene.  Er  läßt  sich
um  so  leichter  ins  Holz  treiben,  je  schmaler  sein  Rücken  im  Verhältnis  zu  seiner  Länge
ist.  Wo  wirkt  die  Kraft,  wo  die  Last  beim  Eintreiben  des  Keiles?  Als  Keile  sind  auch
Nähnadeln,  Brettnägel,  Axte  u.  dgl.  anzusehen.

b.  Eine  Schraube  ist  eine  um  einen  Cylinder  (oder  eine  Walze)  gewundene  schiefe
Ebene.  Man  unterscheidet  die  Schraubenspindel  und  die  Schraubenmutter.  Bei  der  Schraubenspindel
  befinden  sich  die  Windungen  auf  der  äußern  Seite  des  Cylinders,  bei  der  Schraubenmutter
  auf  der  innern  Seite  eines  Hohlcylinders.  Jede  Schraubenmutter  muß  zu  einer
ganz  bestimmten  Schraubenspindel  passen.  Je  nachdem  man  nun  rechts  oder  links  dreht,
steigt  oder  sinkt  die  Schraubenmutter  —  vorausgesetzt,  daß  die  Spindel  befestigt  ist.  Ist
die  Schraubenmutter  befestigt,  so  steigt  oder  sinkt  die  Spindel.  Je  flacher  die  Windungen,
desto  leichter  die  Drehung.  Was  man  aber  bei  flachen  Windungen  an  Kraft  erspart,  verliert
  man  wieder  an  Zeit,  wenn  die  gleiche  Wirkung  erzielt  werden  soll.

16.  Beharrungsvermögen.  a.  Lege  ein  Lineal  mit  dem  einen  Ende,  auf
dem  ein  Thaler  liegt,  auf  den  Tisch!  Dann  ziehe  plötzlich  das  Lineal  weg!  Der
Thaler  bleibt  auf  dem  Tische  liegen.  Er  macht  die  Bewegung  des  Lineals  nicht
mit.  Lineal  und  Thaler  befinden  sich  zuerst  im  Zustande  der  Ruhe.  Das  Lineal
wird  alsdann  plötzlich  in  Bewegung  gesetzt,  nicht  aber  auch  der  Thaler,  der  daher
diese  Bewegung  nicht  mitmacht.  Ein  Körper  bleibt  solange  im  Zustande
der  Ruhe,  bis  er  durch  eine  Kraft  in  Bewegung  gesetzt  wird.  Warum
fällt  man  rückwärts,  wenn  man  auf  einem  ruhenden  Wagen  steht  und  die  Pferde
plötzlich  anziehen?

b.  Wenn  das  Pferd  eines  galoppierenden  Reiters  stürzt,  so  fliegt  der  Reiter
in  der  Regel  über  den  Kopf  seines  Rosses  hinweg.  Reiter  und  Pferd  befanden
sich  beide  in  voller  Bewegung.  Die  Bewegung  des  Pferdes  wird  durch  den  Sturz
gehemmt,  die  des  Reiters  nicht.  Dieser  fliegt  weiter  und  schießt  deshalb  über  den
Kopf  des  Pferdes  hinweg.  Ein  Ball  bewegt  sich  noch  lange  in  der  Richtung
fort,  die  ihm  durch  die  Hand  mitgeteilt  ist,  und  er  würde  noch  weiter  fliegen,
wenn  er  durch  die  Schwerkraft  nicht  nach  unten  gezogen  und  durch  die  Luft  nicht
aufgehalten  würde.  Jeder  in  Bewegung  gesetzte  Körper  hat  das  Bestreben,
  in  der  Bewegung  zu  verharren.  Dieses  Gesetz  bringt  der  Bäcker
in  Anwendung,  wenn  er  Brot  in  den  Ofen  schiebt,  der  Maurer,  wenn  er  seinen
Hammer,  die  Magd,  wenn  sie  den  Besen  am  Stiele  befestigt.

17.  Der  freie  Fall.  Laß  eine  Bleikugel  auf  einen  untergehaltenen  Bogen  Papier
fallen,  anfangs  aus  geringerer,  dann  aus  immer  größerer  Höhe,  bis  zuletzt  die  Kugel  das
Papier  durchbohrt!  Je  länger  der  Körper  fällt,  desto  größer  wird  seine  Geschwindigkeit
und  damit  auch  die  Kraft,  die  er  durch  seine  Bewegung  erhält.  Das  zeigen  uns  auch
die  Hagelkörner.  —  Man  hat  gefunden,  daß  ein  Körper  im  luftleeren  Raume  in  einer
Sekunde  etwa  b#mm  tief  fällt,  in  der  zweiten  Sekunde  aber  nicht  etwa  wieder  5  m,  sondern
3  K.5  =  15  m,  in  der  dritten  Sekunde  5  X  5  =  25  m  u.  f.  f.  (Reihenfolge  der  ungeraden
Zahlen.)  Wie  lang  ist  demnach  die  Strecke,  die  ein  Körper  in  3  (4,  5)  Sekunden  fällt?

18.  Das  Pendel.  a.  Wir  lassen  eine  Kugel  an  einem  Faden  frei  in  der
Luft  schweben.  Im  Zustande  der  Ruhe  hängt  sie  mit  dem  Faden  in  lotrechter
Richtung.  Geben  wir  der  Kugel  nun  einen  Stoß  nach  rechts,  so  kehrt  sie  infolge
der  Schwerkraft  bald  wieder  zurück,  um  mit  dem  Faden  ihre  frühere  lotrechte
Stellung  wieder  einzunehmen.  Sie  bleibt  aber  in  dieser  lotrechten  Stellung  nicht
sogleich  stehen,  sondern  schießt  vielmehr  (infolge  der  Beharrungskraft)  über  das
Ziel  hinaus  nach  links,  bis  wiederum  die  Schwerkraft  die  Oberhand  gewinnt  und
die  Kugel  in  die  lotrechte  Richtung  zurückzieht.  So  schwingt  die  Kugel  noch  eine
Weile  hin  und  her.  Ihre  Schwingungen  werden  aber  immer  kleiner.  Endlich
siegen  Luftwiderstand  und  Reibung,  und  die  Kugel  steht  still.  Die  schwingende
Kugel  bildet  mit  dem  Faden  ein  Pendel.