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32.  Taucherglocke.  Was  ein  solches  Trinkglas  (8  31)  im  kleinen,  das  ist  eine  Taucherglocke
  im  großen.  Sie  wurde  früher  von  Tauchern  benutzt  (jetzt  bei  Wasserbauten).  Meistens
ist  sie  aus  Eisenblech  hergestellt,  oben  geschlossen,  unten  aber  offen.  In  ihrem  obern  Teile
befindet  sich  für  den  Taucher  ein  Sitzbrett.  Ward  die  Glocke  in  die  Tiefe  des  Meeres
hinabgelassen,  so  saß  der  Taucher  auf  dem  Sitzbrette  vollständig  im  Trocknen.  Damit  er
aber  auch  atmen  konnte,  wurde  ihm  durch  Schläuche  frische  Luft  in  die  Glocke  gepreßt.
Auf  diese  Weise  war  es  dem  Taucher  möglich,  30  bis  45  Minuten  am  Meeresboden  zu
verweilen  und  Perlen  aufzulesen  u.  s.  w.

33.  Dehnbarkeit  der  Luft.  Eine  mit  Luft  gefüllte  Schweinsblase  läßt
sich  leicht  etwas  zusammendrücken,  dehnt  sich  aber  sofort  wieder  aus,  wenn  der
Druck  aufhört.  Die  Luft  ist  elastisch.  Wie  erklärt  sich  das  Abspringen  des
Pfropfens  von  der  Knallbüchse?

34.  Druck  der  Luft.  a.  Ist  eine  Literflasche  mit  Luft  gefüllt,  so  wiegt
sie  1,.3  g  mehr,  als  wenn  sie  luftleer  gemacht  ist.  Die  Luft  hat  Gewicht.

b.  Da  die  Luft  schwer  ist,  so  muß  sie  auf  ihre  Unterlage  ebenso  gut  einen
Druck  ausüben  wie  jeder  andre  Körper.  Denken  wir  uns  eine  Anzahl  Mauersteine
  (Bücher,  Tafeln)  übereinander  auf  dem  Tische  liegen.  Welcher  Mauerstein
wird  den  größten  Druck  zu  erleiden  haben?  Welcher  den  geringsten?  Statt  der
Mauersteine  stellen  wir  uns  jetzt  Luftschichten  vor.  Welche  Luftschicht  hat  den
größten  Druck  auszuhalten?

c.  An  unserm  Körper  merken  wir  den  Luftdruck  nicht.  Dies  liegt  daran,
daß  die  Luft  in  unserm  Körper  ebenso  stark  drückt,  als  die  Luft  außerhalb
desselben.  Dadurch  wird  der  Druck  vom  Gegendruck  aufgehoben.  Die  Wirkung  des
Luftdrucks  wird  uns  aber  sofort  klar,  sobald  der  Druck  nur  von  einer  Seite  seine
Kraft  ausübt.  Hat  z.  B.  ein  Gastwirt  einen  geöffneten  Bierhahn  an  das  Faß  geschraubt,
  so  fließt  nicht  eher  Bier  heraus,  als  bis  er  auch  das  Spundloch  des
Fasses  geöffnet  hat.  Die  Luft  drückt  nämlich  vorher  einseitig  auf  die  Offnung  des
Hahnes  und  verhindert  dadurch  das  Herausfließen  des  Bieres  so  lange,  bis  durch
den  Gegendruck  der  Luft  am  Spundloche  der  Druck  der  Luft  auf  die  Offnung  des
Hahnes  aufgehoben  wird.  Ein  gefülltes  Glas  Wasser,  mit  einem  Stück  Papier
zugedeckt,  läßt  sich  sogar  umkehren,  ohne  daß  das  Wasser  herausfließt.  Warum?
—  Wie  kommt  es,  daß  ein  hohler  Schlüssel,  aus  dem  man  die  Luft  heraussaugt,
an  der  Zunge  oder  an  den  Lippen  hängen  bleibt?

35.  Der  Blasebalg.  Wenn  der  Schmied  das  Feuer  anfachen  will,  dann
zieht  er  den  Blasebalg.  Dieser  besteht  aus  2  Holzplatten,  die  durch  Leder  zu
einem  Behälter  verbunden  sind.  Die  obere  Platte  ist  beweglich  und  läßt  sich
auf=  und  abziehen,  die  untere  ist  fest.  In  der  festen  Platte  (dem  Boden)  befindet
sich  eine  Klappe,  die  sich  nach  innen  öffnete.  Zieht  man  die  Deckplatte  aufwärts,
so  verdünnt  sich  die  Luft  im  innern  Raume,  die  Klappe  öffnet  sich  (warum?),
und  die  Luft  strömt  von  außen  hinein.  Beim  Niederdrücken  des  Deckels  schließt
sich  die  Klappe  wieder  (warum?),  und  die  Luft  im  Innern  strömt  aus  einer
Offnung  (Duse)  und  führt  dem  Feuer  neuen  Sauerstoff  zu.  (S.  332.)  Welchen
Zweck  hat  der  Blasebalg  bei  der  Orgel?

36.  Der  Stechheber.  Wenn  der  Weinhändler  eine  Probe  Wein  aus  einem
Fasse  entnehmen  will,  so  bedient  er  sich  dazu  des  Stechhebers.  Das  ist  eine
Glas-  und  Blechröhre,  die  in  der  Mitte  bauchig,  an  beiden  Enden  aber  offen  ist.
Diese  Röhre  taucht  er  von  oben  durch  das  Spundloch  in  den  Wein  ein,  saugt  an
der  obern  Offnung,  verschließt  sie  darauf  schnell  mit  dem  Daumen  und  zieht  den
Stechheber,  fast  ganz  mit  Wein  gefüllt,  empor.  Um  uns  diesen  Vorgang  zu  erklären,
tauchen  wir  einen  gläsernen  Stechheber  in  ein  Gefäß  mit  Wasser,  legen  den  Mund
auf  die  obere  Offnung  und  saugen  die  Luft  aus  dem  Heber,  bis  er  sich  ganz  mit
Wasser  gefüllt  hat.  Heben  wir  nun  den  Heber,  nachdem  wir  zuvor  seine  obere