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wären,  die  sich  nach  dem  Kessel  hin  öffnen.  An  die  Mündung  (g)  des  Steigrohrs
(h)  hat  man  einen  Schlauch  geschraubt.  Sobald  der  Windkessel  hinreichend  mit
Wasser  angefüllt  ist  und  die  Luft  darin  eine  möglichst  hohe  Spannkraft  erreicht
hat,  preßt  die  Luft  das  Wasser  durch  das  Steigrohr  (h)  in  den  Schlauch  mit
solcher  Gewalt  hinein,  daß  es  in  ununterbrochenem  Strahle  in  die  Höhe  steigt.

44.  Die  Luftpumpe  ist  vor  etwa  2½  Jahrhunderten  von  dem  Bürgermeister  Otto
von  Guerike  in  Magdeburg  erfunden  worden.  Mit  ihrer  Hilfe  kann  man  die  Luft  in
einem  Raume  sehr  verdünnen  und  so  den  Druck  der  äußern  Luft  deutlich  erkennen.  Otto
von  Guerike  stellte  zu  diesem  Zwecke  zwei  genau  aneinander  schließende  metallene  Halbkugeln
  her,  die  etwa  1  m  im  Durchmesser  hatten.  („Magdeburger  Halbkugeln“.)  Nachdem
diese  genau  aneinander  gelegt  und  die  Ränder  außerdem  noch  mit  Talg  bestrichen  waren,
pumpte  Guerike  möglichst  viel  Luft  aus  der  Kugel  heraus,  und  nun  waren  20  Pferde
nötig,  die  beiden  Halbkugeln  voneinander  zu  reißen.  Der  gewaltige  Druck  der  Luft  war
damit  klar  erwiesen.  Als  dann  später  ein  Hahn  an  den  Halbkugeln  geöffnet  wurde,  so
daß  die  Luft  in  die  Kugel  eindringen  konnte,  ließen  sich  die  Halbkugeln  mit  Leichtigkeit
auseinander  nehmen.  ,

Die  Luftpumpe  besteht  aus  einer  Pumpe,  die  Ahnlichkeit  mit  einer  Saugpumpe  hat,
statt  des  Wassers  aber  Luft  herausschafft.  Zu  der  Luftpumpe  gehört  aber  noch  eine  Glasglocke,
  die  auf  einem  Holz=  oder  Glasteller  steht.  Durch  eine  Röhre  ist  die  Luft  unter
der  Glocke  mit  der  Luftpumpe  verbunden.  Sobald  die  Pumpe  in  Thätigkeit  versetzt  wird,
verringert  und  verdünnt  sie  die  Luft  unter  der  Glocke  ganz  bedeutend.  Je  mehr  der  innere
Luftdruck  abnimmt,  um  so  mehr  macht  sich  der  äußere  bemerkbar,  und  bald  steht  die  Glocke
so  fest,  daß  sie  sich  selbst  mit  Gewalt  nicht  von  dem  Teller  abheben  läßt.  Ein  brennendes
Talglicht,  unter  die  Glocke  gestellt,  erlischt.  (Siehe  „Sauerstoff“,  S.  3321)  Tiere  sterben
unter  der  Glocke  aus  Mangel  an  Luft.  Ein  welker  Apfel  unter  der  Glasglocke  wird  rund
und  glatt.  Die  in  ihm  enthaltene  Luft  dehnt  sich  nämlich  in  dem  luftverdünnten  Raume
aus.  Ein  Heronsball,  halb  mit  Wasser  gefüllt,  fängt  von  selbst  an  zu  springen.

B.  Der  Schall.

45.  Entstehung.  a.  Wir  hören  den  Klang  der  Glocke,  den  Schall  der
Stimme  u.  a.  Alles,  was  wir  mit  dem  Ohre  wahrnehmen,  wird  Schall  genannt.
Wie  ein  solcher  entsteht,  zeigt  uns  folgender  Versuch:  Wir  spannen  einen  Stahldraht
  in  einen  Schraubstock  und  versetzen  ihn  in  Schwingungen.  Sind  die
Schwingungen  sehr  langsam,  so  sehen  wir  sie  zwar,  hören  sie  aber  nicht.  Werden
sie  aber  schneller,  so  hören  wir  einen  Schall.  Sobald  die  Schwingungen  aufhören,
  hört  auch  der  Schall  auf.  Ahnliche  Beobachtungen  lassen  sich  an  einer
Stricknadel,  an  einem  Tischmesser  u.  s.  w.  machen.  Auch  die  gestrichene  oder
gerissene  Geigensaite  schwingt  deutlich  sichtbar,  hört  aber  auf  zu  tönen,  sobald
man  die  Hand  darauf  legt.  Aus  diesen  Versuchen  ergiebt  sich:  Der  Schall
entsteht  durch  Schwingungen  eines  Körpers.

b.  Nicht  immer  sind  die  Schwingungen  deutlich  sichtbar,  z.  B.  wenn  man
auf  den  Tisch  oder  Ambos  schlägt.  Bei  einer  Trommel  lassen  sich  die  Schwingungen
  dadurch  sichtbar  machen,  daß  man  das  Fell  mit  Sand  bestreut.  Der
Sand  springt  beim  Trommeln  in  die  Höhe.  Bringt  man  ein  reichlich  bis  zur
Hälfte  gefülltes  Weinglas  durch  Streichen  mit  dem  Geigenbogen  zum  Tönen,  so
entstehen  durch  die  schwingenden  Glasteile  im  Wasser  Wellenringe.  .

Zc.  Aber  nicht  bloß  bei  festen,  sondern  auch  bei  flüssigen  und  luftförmigen
Körpern  wird  durch  Schwingungen  ein  Schall  erregt,  wie  uns  dies  ein  Schlag
aufs  Wasser  und  das  Zittern  der  Fenster  beim  Donnern  zeigt.  Der  Knall  der
Knallbüchse  entsteht  dadurch,  daß  die  zusammengepreßte  Luft  auf  eine  ruhende
Luftschicht  stößt.  (Wie  entsteht  der  Peitschenknall,  das  Heulen  des  Windes,  das
Zerspringen  der  Fenster  bei  heftigen  Explosionen?  Uber  den  Donner  S.  327.)

46.  Fortpflanzung.  a.  Der  Gesang  der  Lerche,  der  Donner  u.  s.  w.  dringen
zu  uns  durch  die  Luft.  Die  Schwingungen,  in  die  ein  Körper  durch  einen  Stoß,