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Sonne  erwärmten  Lande  (Seewind),  während  der  Wind  des  Nachts  umgekehrt
vom  Lande  nach  der  See  gerichtet  ist  (Landwind),  da  das  Wasser  nach  Sonnenuntergang
  noch  länger  warm  bleibt  als  das  Land.

d.  In  der  Nähe  des  Aquators  giebt  es  Winde,  die  unaufhörlich  aus  ein
und  derselben  Richtung  wehen.  Man  nennt  sie  Passatwinde,  weil  sie  die  Passage,
die  Schiffahrt,  befördern.  Sie  entstehen  dadurch,  daß  sich  die  Luft  dauernd  in
der  heißen  Zone  erwärmt  und  daher  oben  nach  den  Polen  zu  abweicht.

65.  Der  Luftballon.  Auf  das  Emporsteigen  der  erwärmten  Luft  gründet
sich  auch  die  ältere  Einrichtung  des  Luftballons.  Man  machte  unter  dem  Ballon
ein  Feuer  an,  wodurch  die  in  ihm  befindliche  Luft  erwärmt  und  er  so  zum  Steigen
gebracht  wurde.  Jetzt  wird  der  Ballon  in  der  Regel  mit  Leuchtgas  gefüllt.  Dieses
Gas  ist  zweimal  so  leicht  als  die  gewöhnliche  Luft  und  steigt  darin  empor  wie
ein  Kork  im  Wasser.  Der  Ballon  ist  aus  Häuten  oder  luftdichten,  gefirnißten  Geweben
  hergestellt.  Während  der  Füllung  wird  er  durch  10—20  Stricke  festgehalten.
Er  schwillt  nun  immer  mehr  an.  Ist  endlich  die  Füllung  beendet,  so  besteigt  der
Luftschiffer  die  unten  am  Ballon  befestigte  Gondel,  die  Stricke  werden  gelöst,  und
der  Ballon  steigt  empor.  Manche  Luftschiffer  sind  schon  über  9000  m  hoch  gestiegen.
  Will  man  wieder  zur  Erde  nieder,  so  öffnet  man  mittels  einer  Leine
eine  Klappe  am  Ballon  und  läßt  etwas  Gas  ausströmen.  Da  man  den  Luftballon
nicht  lenken  kann,  so  folgt  er  stets  der  Richtung  des  Windes  und  läßt  sich  zuweilen
auf  das  Meer  nieder.  Während  der  Belagerung  von  1870—71  bedienten  sich  die
Pariser  des  Luftballons,  um  Briefe  und  Personen  nach  außen  hin  zu  befördern.

D.  Das  TLicht.

66.  Selbstleuchtende  und  dunkle  Körper.  Treten  wir  in  ein  völlig  dunkles
Zimmer,  so  können  wir  die  Gegenstände  darin  nicht  sehen.  Zünden  wir  aber
ein  Licht  an,  so  wird  es  hell,  und  wir  sehen  die  Gegenstände.  Wir  bedürfen
also  zum  Sehen  des  Lichts.  —  Die  Lichtflamme  leuchtet  durch  sich  selbst.  Sie
ist  deshalb  durch  sich  selbst  sichtbar.  Ebenso  ist  es  mit  einer  glühenden  Kohle.
Tische,  Stühle  u.  s.  w.  leuchten  dagegen  nicht  durch  sich  selbst.  Sie  sind  an  und
für  sich  dunkel  und  werden  erst  sichtbar,  wenn  das  Licht  leuchtender  Körper  auf
sie  fällt.  Wir  unterscheiden  demnach  „selbstleuchtende“  Körper  oder  Lichtquellen
und  „dunkle“  Körper.  Zu  den  selbstleuchtenden  Körpern  gehören  die  Sonne  (die
größte  Lichtquelle  für  uns)  sowie  alle  übrigen  Fixsterne,  alle  glühenden  und
brennenden  Körper,  Phosphor  (Leuchten  des  Phosphors  im  Dunkeln),  leuchtende
Tiere  (Johanniswürmchen,  Leuchten  des  Meeres,  durch  unzählige  Infusorien  hervorgebracht),
  faulendes  Holz  (leuchtet  von  Pilzfäden,  die  es  durchziehen),  der  elektrische
  Funke  (Blitz).  —  Diamant,  Marmor,  Eierschalen  u.  dgl.  sind  an  und  für
sich  nicht  selbstleuchtend,  leuchten  aber  im  Dunkeln  noch  eine  Zeitlang  nach,  wenn
sie  vorher  dem  Sonnenlichte  ausgesetzt  gewesen  sind.  Wie  ist  es  mit  dem  Monde?

67.  Lichtverbreitung.  Zünden  wir  in  einem  dunkeln  Zimmer  ein  Licht  an,
so  werden  sowohl  die  Decke  als  auch  die  Wände  und  der  Fußboden  u.  s.  w.  erleuchtet.
  Die  Lichtstrahlen  breiten  sich  nämlich  nach  allen  Seiten  aus.  —  Füällt
dagegen  das  Sonnenlicht  durch  eine  kleine  Offnung  des  Fensterladens  in  ein  dunkles
Zimmer,  so  wird  nicht  das  ganze  Zimmer  gleichmäßig  erleuchtet,  sondern  man  erblickt
nur  einen  hellen  Lichtstreifen,  der  in  schnurgerader  Richtung  aus  der  Öffnung
durchs  Zimmer  geht.  (Sonnenstäubchen.)  Das  Licht  verbreitet  sich  zwar
nach  allen  Richtungen,  aber  nur  in  geraden  Linien.  —  Lassen  wir  ein
Buch,  einen  Bogen  Seidenpapier  und  ein  Stück  Fensterglas  von  der  Sonne  bescheinen,
  so  sehen  wir,  daß  das  Buch  gar  kein  Licht,  das  Seidenpapier  etwas,