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des  Auges  hervorgerufen  wird,  erlischt  nämlich  nicht  sofort  wieder,  sondern  dauert  bei
mäßiger  Lichtstärke  gewöhnlich  noch  ½10  Sekunde  fort.  Folgen  daher  mehrere  Lichteindrücke
  so  schnell  hintereinander,  daß  der  vorhergehende  noch  nicht  erloschen
  ist,  wenn  wir  die  nachfolgenden  empfinden,  so  verfließen  sie  ineinander.
  Aus  diesem  Gesetze  erklärt  sich  auch  die  Wirkung  des  „Lebensrades“.  Dieses  besteht
  aus  einem  hohlen  Pappcylinder,  der  in  der  obern  Hälfte  zahlreiche  Ausschnitte  hat
und  sich  um  seine  Achse  drehen  läßt.  An  der  Innenseite  des  Cylinders  liegt  ein  handbreiter
  Papierstreifen,  der  eine  Figur  in  verschiedenen  Stellungen  darstellt,  wie  sie  in  einer
bestimmten  Bewegung,  z.  B.  beim  Herabfallen  eines  Reiters  vom  Pferde,  der  Reihe  nach
vorkommen.  Sieht  man  nun  bei  der  Umdrehung  des  Cylinders  durch  die  Ausschnitte,  so
laufen  die  Figuren  infolge  des  dauernden  Lichteindrucks  ineinander,  und  es  sieht  aus,  als
ob  der  Reiter  wirklich  vom  Pferde  fiele.

73.  Zurückwerfung  der  Lichtstrahlen.  a.  Halte  in  einem  Zimmer  ein  Stück
Spiegelglas  (ein  blankes  Messer  u.  s.  w.)  so  in  der  Hand,  daß  es  von  der  Sonne
in  schräger  Richtung  getroffen  wird!  Es  zeigt  sich  an  der  Wand  ein  heller  Fleck.
Die  Lichtstrahlen  können  nämlich  nicht  durch  diese  Gegenstände  hindurch,  sondern
prallen  von  ihnen  zurück  wie  ein  Gummiball  von  einer  Mauer.  Lichtstrahlen,
die  einen  glatten,  undurchsichtigen  Körper  treffen,  werden  von  diesem
zum  großen  Teile  zurückgeworfen.

b.  Sieh  in  einen  Stubenspiegel,  in  eine  ruhige  Wasserfläche!  Du  erblickst
darin  dein  Bild.  Die  Lichtstrahlen,  die  von  deinem  Körper  ausgehen,  werden
nämlich  von  der  blanken  Fläche  zurückgeworfen  und  gelangen  in  unverändertem
Verhältnis  zu  einander  so  in  unser  Auge.  Von  sehr  glatten  Flächen  werden
die  Lichtstrahlen  so  zurückgeworfen,  daß  Bilder  der  Gegenstände  entstehen,
  von  denen  sie  ausgehen.

74.  Der  ebene  Spiegel.  a.  Sieh  in  gewöhnliches  Glas!  Du  erblickst  darin
dein  Bild  nicht.  Stelle  hinter  das  Glas  ein  Stück  blaue  Pappe  oder  einen  andern
dunkeln  Gegenstand!  Dein  Bild  spiegelt  sich  in  dem  Glase.  Unser  Stubenspiegel
(Planspiegel,  „ebener“  Spiegel)  besteht  aus  einer  Glasscheibe,  die  auf  der  Hinterseite
  mit  einem  Gemisch  von  Quecksilber  und  Zinn  belegt  ist.  Wo  dieser  Belag
gestört  ist,  da  spiegelt  das  Glas  nicht  mehr.  Die  Hinterseite  des  Glases  wirft
also  die  durch  das  Glas  gehenden  Strahlen  zurück.

b.  Eine  vor  den  Spiegel  gehaltene  Bleifeder  erscheint  im  Spiegel  ebenso  groß
als  der  Gegenstand  selbst.  Entfernen  wir  die  Bleifeder  etwas  von  dem  Spiegel
so  rückt  das  Bild  im  Spiegel  weiter  zurück;  nähern  wir  die  Bleifeder  dem  Spiegel,
so  rückt  auch  das  Bild  weiter  nach  vorn.  Die  Bilder  in  einem  ebenen
Spiegel  sind  dem  Gegenstande  an  Größe  gleich  und  erscheinen  dem
Auge  ebenso  weit  hinter  dem  Spiegel,  als  sich  die  Gegenstände  vor
dem  Spiegel  befinden.

c.  Heben  wir  die  rechte  Hand  vor  dem  Spiegel  hoch,  so  erscheint  im  Spiegel
die  linke  Hand  erhoben;  heben  wir  die  linke  Hand  hoch,  so  erscheint  im  Spiegel
die  rechte  Hand  erhoben.  Die  rechte  und  linke  Seite  eines  Gegenstandes
erscheinen  im  Spiegel  miteinander  vertauscht.  Wie  erscheinen  die  Bilder
in  einem  Wasserspiegel?

75.  Der  Hohlspiegel.  a.  An  Wandlampen,  Wagenlaternen,  Lokomotiven  u.  s.  w.  sind
häufig  sogenannte  Blenden  angebracht.  Sie  sind  meist  aus  blank  poliertem  Metalle  gefertigt
und  haben  den  Zweck,  die  Leuchtkraft  der  Lichtflamme  zu  verstärken.  Eine  solche  Blende
heißt  auch  Hohlspiegel.  Sie  gleicht  einem  an  seiner  innern  Fläche  spiegelnden  Stück  einer
Hohlkugel.  Eine  gerade  Linie,  die  den  Mittelpunkt  des  Hohlspiegels  mit  dem  Mittelpunkte
der  Hohlkugel  (dem  Krümmungsmittelpunkte  des  Spiegels)  verbindet,  heißt  die  Achse  des
Hohlspiegels.  Läßt  man  parallel  mit  dieser  Achse  die  Sonnenstrahlen  auf  den  Hohlspiegel
fallen,  so  werden  sie  von  ihm  zurückgeworfen  und  zwar  so,  daß  sie  sich  alle  in  einem
Punkte  vereinigen.  Diese  zurückgeworfenen  Strahlen  lassen  sich  auf  einem  Blatte  Papier
auffangen,  das  rechtwinklig  zur  Achse  des  Hohlspiegels  gehalten  und  auf  ihr  in  entsprechenden
  Grenzen  in  der  Längsrichtung  der  Achse  bewegt  wird.  Hier  werden  sie  als  ein  kleiner,