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deutlich  genug  hervortritt.  Die  volle  Schärfe  giebt  er  ihm  gewöhnlich  erst  durch  Verlängerung
  oder  Verkürzung  des  Rohres.  Ist  so  die  Kammer  richtig  vueingestellt",  dann  setzt
der  Photograph  an  Stelle  des  mattgeschliffenen  Glases  eine  mit  einer  bromsilberhaltigen
Masse  überzogene  Glastafel  ein.  Er  nennt  sie  „Trockenplatte",  weil  sie  nach  dem  Eintauchen
  in  die  bromsilberhaltige  Lösung,  der  noch  Gelatine  beigesetzt  ist,  in  besondern
Trockenschränken  rasch  zum  Trocknen  gebracht  wird.

b.  In  dem  Augenblicke,  wo  die  Lichtstrahlen  von  dem  Gegenstande  durch  die  Linse
auf  die  Trockenplatte  fallen,  entsteht  dort  ein  Bild  von  ihm.  Das  Bromsilber  ist  sehr
empfindlich  gegen  das  Licht  und  wird  an  den  getroffenen  Stellen  leicht  in  Brom  und
Silber  zersetzt.  Vorerst  kann  man  jedoch  von  der  Zersetzung  noch  nichts  merken,  aber  sie
ist  bereits  eingeleitet.  Nach  einigen  Sekunden  verschließt  der  Photograph  die  Linse  durch
den  Deckel  und  trägt  die  Glastafel  in  ein  dunkles  Zimmer.  Dort  gießt  er  den  „Entwickler"
(eine  Lösung  von  Eisenvitriol,  Eisessig,  Alkohol  u.  s.  w.)  über  die  Glasplatte.  Dadurch
wird  das  Bromsilber  so  zersetzt,  daß  das  Bild  sichtbar  („hervorgerufen")  wird.  Da  die
hellern  Stellen  des  Körpers,  z.  B.  Gesicht  und  Wäsche,  mehr  Lichtstrahlen  aussenden  als
die  dunklern,  so  wird  das  Bromsilber  da,  wo  es  von  den  Lichtstrahlen  der  hellern  Körperteile
  getroffen  wird,  auch  mehr  zersetzt  als  da,  wo  es  von  den  Lichtstrahlen  der  dunklern
Körperteile  getroffen  wird.  Bei  der  Zersetzung  verdampft  das  Brom,  und  das  Silber  bleibt
als  schwärzliche  Masse  zurück.  So  erscheinen  die  hellern  Stellen  des  Körpers  auf  der
Platte  dunkel,  während  die  dunklern  Stellen,  die  das  Brom  nur  teilweise  vom  Silber
trennen,  weiß  bleiben.  Es  entsteht  ein  „negatives“  Bild.  Damit  aber  die  hellen  Stellen
(d.  i.  das  nicht  zersetzte  Bromsilber)  nicht  durch  fortdauernde  Einwirkung  des  Lichts  geschwärzt
  werden,  taucht  man  die  Platte  in  unterschwefligsaures  Natron.  Dadurch  wird  das
nicht  zersetzte  Bromsilber  entfernt  und  das  Bild  unverändert  festgehalten  („fixiert“).

c.  Hierauf  wässert  man  die  Platte  mit  dem  negativen  Bilde,  läßt  sie  trocknen  und
legt  sie  auf  lichtempfindliches  Papier.  Dieses  ist  mit  verschiedenen  Lösungen  durchtränkt.
Der  Hauptteil  der  Lösungen  ist  Chlorsilber.  Sobald  das  Sonnenlicht  durch  die  Platte  auf
das  Papier  einwirkt,  entsteht  auf  dem  Papier  ein  „positives“  Bild,  auf  dem  die  hellen
Stellen  der  Person  wirklich  hell,  die  dunkeln  aber  wirklich  dunkel  aussehen.  Durch  die
hellern  Stellen  der  Platte  dringen  nämlich  die  meisten  Lichtstrahlen,  zersetzen  das  Chlorsilber
  und  schwärzen  so  das  Papier,  während  durch  die  dunklern  Stellen  der  Platte  nur
wenige  Strahlen  hindurchdringen  und  so  das  Papier  hier  weiß  bleibt.  Auch  das  positive
Bild  bedarf  des  Fixierens.  Von  der  negativen  Platte  lassen  sich  beliebig  viele  positive
Bilder  anfertigen.

84.  Die  Zauberlaterne  malt  uns  in  einem  dunkeln  Zimmer  allerlei  Bilder  an  die
Wand.  Sie  besteht  aus  einem  Blechkasten  mit  einem  Hohlspiegel  an  der  innern  Hinterwand,
  in  dessen  Brennpunkte  sich  eine  Lichtflamme  befindet.  An  der  Vorderwand  des  Blechkastens
  ist  eine  Röhre  mit  einem  senkrechten  Einschnitt  und  einer  erhabenen  Linse  angebracht.
In  den  Einschnitt  schiebt  man  die  auf  Glasstreifen  gemalten  Bilder  (verkehrt)  hinein,  wodurch
  sie  zwischen  das  Licht  und  die  Linse  zu  stehen  kommen.  Der  Hohlspiegel  dient  nur
zur  Beleuchtung  des  Bildes,  das  innerhalb  der  doppelten  Brennweite  der  Linse  steht  und
daher  auf  der  andern  Seite  der  Linse  als  ein  auffangbares,  vergrößertes  Bild  erscheint
(§  76).  Dieses  wird  alsdann  von  der  Wand  des  verdunkelten  Zimmers  oder  zur  größern
Überraschung  der  Zuschauer  von  einem  durchsichtigen  Vorhange  aufgefangen.

85.  Zerlegung  der  Lichtstrahlen.  Wenn  man  eine  dreikantige  Glassäule
(Prisma)  in  einem  Zimmer  in  passender  Weise  gegen  das  Sonnenlicht  hält,  so
entsteht  an  der  gegenüberliegenden  Wand  ein  buntes  Farbenband.  In  diesem
unterscheidet  man  von  unten  nach  oben  folgende  7  Farben:  Rot,  Orange,  Gelb,
Grün,  Hellblau,  Dunkelblau  (Indigo)  und  Violett.  Dieses  Bild  ist  dadurch  hervorgerufen,
  daß  die  Sonnenstrahlen  im  Prisma  zweimal  (beim  Ein=  und  beim
Austritt)  gebrochen  werden.  Wird  das  Sonnenlicht  durch  ein  Prisma  gebrochen,
  so  wird  es  in  seine  7  Farbenstrahlen  zerlegt.  Die  weiße
Farbe  des  Sonnenlichts  ist  also  keine  einfache,  sondern  eine  zusammengesetzte.  Die
einzelnen  Farbenstrahlen  haben  aber  eine  verschiedene  Brechbarkeit,  am  schwächsten
wird  der  rote,  am  stärksten  der  violette  Strahl  gebrochen.  So  erklärt  es  sich,  daß
die  im  Prisma  gebrochenen  Strahlen  auseinander  laufen.

86.  Der  Regenbogen.  a.  Dieselben  Farben,  in  die  das  weiße  Sonnenlicht
durch  das  Prisma  zerlegt  wird,  erkennen  wir  auch  im  Regenbogen  wieder;  denn
auch  er  ist  durch  die  Zerlegung  des  Sonnenlichts  in  die  einzelnen  Farbenstrahlen

Realienbuch.,  B.  21