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E.  Der  Magnetismus.

89.  Anziehungskraft  und  Pole  eines  Magnets.  a.  Der  Magnet  hat
angeblich  seinen  Namen  von  der  Stadt  Magnesia  in  Kleinasien  erhalten.  Dort
soll  man  bereits  im  Altertum  Eisensteine  gefunden  haben,  die  die  Eigenschaft
zeigten,  kleine  Eisenstücke  anzuziehen.  Man  nennt  solche  Eisenteile  „natürliche"
Magnete.  Später  entdeckte  man,  daß  sich  auch  „künstliche“  Magnete  herstellen
lassen,  indem  man  Stahlstäbe  mit  einem  natürlichen  Magnet  bestreicht.

b.  Bringe  den  Magnetstab  in  die  Nähe  von  Nähnadeln!  Sie  werden  von
ihm  angezogen  und  festgehalten.  Nähere  den  Magnet  dagegen  Kupfer=  und  Zinnteilchen
  oder  Holzstückchen!  Es  findet  keine  Anziehung  statt.  Hänge  einen  kleinen
Magnet  in  der  Mitte  an  einem  Faden  auf  und  bringe  dann  ein  größeres  Stück
Eisen  seitwärts  in  seine  Nähe!  Der  Magnet  wird  von  dem  Eisen  angezogen.
Ein  Magnet  zieht  Eisen  an  und  wird  von  Eisen  angezogen.

c.  Lege  einen  Magnetstab  in  Eisenfeilspäne!  Sie  haften  vorzugsweise  an
seinen  beiden  Enden,  während  nach  der  Mitte  zu  seine  Anziehungskraft  geringer
wird.  Die  beiden  Punkte  eines  Magnets,  wo  seine  Anziehungskraft  am  größten
ist,  werden  Pole  genannt.  Hängt  man  einen  Magnetstab  an  einem  Faden  wagerecht
  auf,  so  stellt  sich  der  Stab  in  der  Ruhe  stets  so,  daß  der  eine  Pol  ziemlich
nach  Norden,  der  andre  ziemlich  nach  Süden  gerichtet  ist.  Jener  heißt  Nordpol,
dieser  Südpol.  Nähert  man  dem  Nordpole  dieses  Magnets  den  Nordpol  eines
andern  Magnets,  so  flieht  der  Nordpol  des  freischwebenden  Magnets  schnell  hinweg.
(Was  geschieht,  wenn  man  die  beiden  Südpole  einander  nähert?)  Dagegen  wird
der  Nordpol  von  dem  Südpole  und  der  Südpol  von  dem  Nordpole  eines  andern
Magnets  angezogen.  Gleichnamige  Pole  zweier  Magneten  stoßen  sich
ab,  ungleichnamige  ziehen  sich  an.

90.  Magnetnadel  und  Kompaß.  a.  Betrachte  eine  Magnetnadel!  Sie
besteht  aus  einem  an  beiden  Enden  nadelförmig  zugespitzten  magnetischen  Stahlstabe,
  der  wagerecht  auf  einer  senkrechten  Spitze  so  angebracht  ist,  daß  er  sich  leicht
nach  allen  Himmelsgegenden  drehen  kann.  Wird  die  Nadel  in  ein  rundes  Gehäuse
eingeschlossen,  das  am  Boden  mit  einer  Windrose,  oben  aber  mit  einer  Glasscheibe
bedeckt  ist,  so  hat  man  einen  Kompaß.  (S.  Abb.  I)  Ein
solcher  ist  dem  Schiffer  auf  dem  Meere  unentbehrlich.
Mag  der  Schiffer  eine  Richtung  einschlagen,  welche  er
will,  die  Magnetnadel  läßt  sich  nicht  irre  führen,  sondern
zeigt  stets  mit  dem  einen  Ende  in  die  Nähe  des  Nordpols,
  mit  dem  andern  in  die  Nähe  des  Südpols.  10

b.  Die  Erde  ist  nämlich  selbst  ein  großer  Magnet,
der  mit  seinen  Polen  die  Pole  der  Magnetnadel  anzieht.
Doch  decken  sich  die  magnetischen  Pole  der  Erde  nicht
mit  den  geographischen  Polen.  Vielmehr  liegt  der  magnetische
  Südpol  der  Erde  auf  der  Westküste  von  Boothia  ——
(bußia)  Felix,  nördlich  von  der  Hudsonsbai,  der  mag-  «
netische  Nordpol  der  Erde  auf  dem  Südpolarlande  zwischen  Neuholland  und  dem
geographischen  Südpole.  An  der  Westküste  von  Boothia  stellt  sich  eine  Magnet—
nadel,  die  wie  ein  kleiner  Wagebalken  frei  in  einer  Schere  schwebte,  mit  ihrem
Nordpole  senkrecht  nach  unten.  Den  eigentlichen  magnetischen  Nordpol  der  Erde
hat  man  noch  nicht  genau  erreicht.

c.  Eine  wagerecht  aufgestellte  Magnetnadel,  die  stets  diesen  beiden  magnetischen
  Erdpolen  zugewendet  ist,  weicht  daher  an  verschiedenen  Orten  auch  verschieden
  von  den  geographischen  Polen  ab,  in  Berlin  z.  B.  etwa  16  0  nach  Westen.
Die  Abweichung  einer  Magnetnadel  von  ihrer  Nordsüdlinie  nach  Westen  oder

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