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und  werden  dann  wieder  abgestoßen.  Halte  die  geriebene  Stange  über  kleine
Kügelchen  von  Binsen=  oder  Holundermark  auf  einem  Bogen  Papier!  Sie  tanzen
einen  Augenblick  lebhaft  auf  und  ab.  Ahrliche  Versuche  lassen  sich  mit  einer  Siegellackstange
  oder  mit  Hartgummi  (Gummifederhalter)  anstellen,  wenn  diese  Sachen
mit  einem  Wolllappen  gerieben  werden.  Schon  die  Alten  beobachteten  diese  Erscheinung
  am  Bernstein.  Sie  nannten  dieses  Harz  „Elektron“,  daher  die  Bezeichnung
„Elektricität.“  Elektrische  Körper  ziehen  leichte  unelektrische  Körper
an.  Nähert  man  der  geriebenen  Glasstange  die  Fingerknöchel,  so  hört  man  ein
schwaches  Knistern.  Im  Dunkeln  springt  ein  schwacher  Funke  leise  knisternd  aus  der
Glasstange  gegen  die  nahen  Finger  und  verursacht  in  ihnen  ein  schwaches  Stechen.
Zugleich  macht  sich  ein  eigentümlicher  (Ozon-)Geruch  bemerkbar.

95.  Glas=  und  Harzelektricität.  An  einem  seidenen  Faden  hängt  eine
Kugel  aus  Holundermark.  Berühren  wir  diese  mit  einer  geriebenen  Harz=  oder
Siegellackstange,  so  wird  die  Kugel  selbst  elektrisch  und  vermag  Papierstückchen
u.  dgl.  anzuziehen.  Nähert  man  ihr  jetzt  abermals  eine  Harzstange,  so  stößt  diese
die  Kugel  ab,  während  eine  geriebene  Glasstange  sie  lebhaft  anzieht.  Harz  und
Glas  können  also  unmöglich  dieselbe  Elektricität  besitzen;  denn  sonst  würde  nicht
das  Glas  anziehen,  was  das  Harz  abstößt.  Man  unterscheidet  deshalb  Glas=  und
Harzelektricität  (oder  positive  und  negative  Elektricität).  Aus  obigem  Versuche
ergiebt  sich  das  Gesetz:  Gleichnamige  Elektricitäten  stoßen  einander  ab,
ungleichnamige  ziehen  einander  an.

96.  Elektrische  Verteilung.  Wir  nehmen  eine  Metallkugel  (a)  und  einen  Metalleylinder
(c)  zur  Hand.  Beide  ruhen  je  auf  einem  Glasfuße  (b  und  d),  also  einem  Nichtleiter.  Die
Metallkugel  berühren  wir  wiederholt  mit  einer  Glasstange.  Sie  enthält  nun  positive  Elektricität.
  Nähern  wir  sie  jetzt  dem  Metallcylinder,
so  wird  auch  dieser  elektrisch.  Beweis:  Halten  wir
ein  an  einem  Seidenfaden  hängendes  Markkügelchen,
  das  mit  einer  geriebenen  Siegellackstange
berührt  ist,  an  das  Ende  des  Cylinders,  das  der
Metallkugel  zugekehrt  ist,  so  wird  das  Markkügelchen
  abgestoßen  (e).  Dieses  Ende  enthält  also  negative
  Elektricität.  Von  dem  andern  Ende  dagegen
wird  es  angezogen  (1).  Dieses  Ende  enthält  also  ..
positiveElektricität.—EntserntmandenMetall·—
cyliudervvnderMetallkugchsvzeigtersichwiedet;,z:;.;;s-—-vollkommenunelektrisch.DerCylinderiftalfo·’-:s-—T-s"-——-—

elektrisch  geworden,  ohne  daß  ihm  etwa  Elektricität  mitgeteilt  worden  ist;  denn  es  hat
ja  keine  Berührung  stattgefunden.  Folglich  müssen  beide  Elektricitäten  schon  vor  dem
Versuche  in  ihm  gewesen  sein.  Und  dies  ist  auch  der  Fall.  In  jedem  Körper  sind
beide  Elektricitäten  von  Natur  schon  vorhanden,  aber  gebunden,  so  daß  sie
sich  gegenseitig  in  ihrer  Wirkung  aufheben.  Dadurch  aber,  daß  dem  unelektrischen
Körper  ein  elektrischer  genähert  wird,  werden  beide  Elektricitäten  getrennt  oder  verteilt,  wie
man  gewöhnlich  sagt:  die  ungleichnamige  wird  angezogen,  die  andre  abgestoßen.  Der
Körper  ist  durch  Verteilung  elektrisch  geworden.

97.  Gute  und  schlechte  Leiter.  Wir  befestigen  an  einem  seidenen  Faden
in  einiger  Entfernung  (15—20  cm)  voneinander  2  Holundermarkkugeln,  ebenso
zwei  andre  an  einem  Drahte  (oder  einem  leinenen  Faden).  Jedes  dieser  Kugelpaare
  hängen  wir  an  einem  seidenen  Faden  auf.  Berühren  wir  nun  die  eine  der
beiden  Kugeln  am  Drahte  mit  einer  geriebenen  Siegellackstange,  während  wir  der
zweiten  Kugel  z.  B.  ein  Wollflöckchen  nähern,  so  wird  das  Flöckchen  von  der
zweiten  Kugel  angezogen.  Es  zeigt  sich  also  auch  die  zweite  Kugel  am  Drahte
elektrisch.  Machen  wir  dagegen  diesen  Versuch  bei  einer  der  Kugeln,  die  durch
den  Seidenfaden  verbunden  sind,  so  bleibt  die  zweite  unelektrisch.  Der  Draht  hat
also  die  Elektricität  weiter  geleitet,  der  Seidenfaden  nicht.  Bei  einigen  Körpern
verbreitet  sich  die  Elektricität  auf  der  Oberfläche  schnell  von  einem

 

 