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Teilchen  zum  andern,  bei  andern  nicht.  Wir  unterscheiden  demnach
gute  und  schlechte  Leiter.  Gute  Leiter  sind:  Metalle,  Leinen,  Baumwolle,
Kohle,  Kork,  Holundermark,  Wasser,  überhaupt  alle  feuchten  Körper;  schlechte  Leiter
sind:  Glas,  Harz,  Schwefel,  Seide,  Haare  u.  a.  Will  man  daher  Elektricität  in
einem  Körper  ansammeln  oder  festhalten,  so  muß  man  ihn  mit  Nichtleitern  (Isolatoren)
  versehen.  Gewöhnlich  nimmt  man  dazu  Glassäulen  oder,  wie  auf  Telegraphenstangen,
  Porzellanglocken.

98.  Der  Elektrophor  (d.  h.  Elektricitätsträger)  ist  geeignet,  eine  geringere
Menge  Elektricität  zu  erzeugen,  zugleich  aber  diese  längere  Zeit  aufzubewahren.
Er  besteht  aus  dem  sogenannten  „Kuchen",  der  auf  einem  „Teller“  liegt,  und
dem  „Deckel“.  Der  Kuchen  wird  von  Hartgummi  oder  einer  Harzmasse  gebildet,
der  Teller  von  einer  Blechplatte  oder  einem  mit  Stanniol  (dünn  gewalztem  Zinn)
überzogenen  Brette,  der  Deckel  von  einer  runden  Blechscheibe  oder  einer  ebenfalls
mit  Stanniol  überzogenen  Pappscheibe.  Zum  Handgriffe  des  Deckels  dient  ein
Nichtleiter,  z.  B.  ein  Stab  aus  Hartgummi.  Erwärmt  man  den  Kuchen  mäßig
und  schlägt  ihn  alsdann  mit  einem  Fuchsschwanze,  so  wird  er  auf  seiner  Oberfläche
stark  negativ  elektrisch.  Bedeckt  man  hierauf  den  Kuchen  mit  dem  Deckel,  so  werden
die  beiden  im  Deckel  befindlichen  Elektricitäten  voneinander  geschieden.  Die  positive
Elektricität  des  Deckels  wird  von  der  negativen  Elektricität  des  Kuchens  „gebunden",
  d.  h.  an  der  den  Kuchen  berührenden  Seite  des  Deckels  festgehalten;  die
negative  Elektricität  des  Deckels  dagegen  wird  „frei“  und  sammelt  sich  an  der
andern  Seite  des  Deckels.  Berührt  man  den  Deckel  mit  dem  Finger,  so  entweicht
die  negative  Elektricität  durch  den  Körper  in  den  Erdboden.  Jetzt  ist  also  der
Deckel  nur  mit  positiver  Elektricität  geladen.  Hebt  man  ihn  auf,  so  wird  diese
frei  und  springt  als  Funke  in  einen  Leiter,  z.  B.  in  die  Fingerknöchel,  die  man
in  seine  unmittelbare  Nähe  bringt.

99.  Die  Elektrisiermaschine.  a.  Die  Elektrisiermaschine  dient  dazu,  größere
Massen  von  Elektricität  zu  erzeugen.  Sie  besteht  1)  aus  dem  zu  reibenden  Körper,
einer  kreisrunden  Glasscheibe,  die  vermittels  einer  Kurbel  um  ihre  Achse  gedreht
werden  kann;  2)  aus  dem  Reibzeuge,  2  Lederkissen,  die  mit  einem  Amalgam
(Zinn,  Zink  und  Quecksilber)  überzogen  sind;  3)  aus  einer  hohlen  Messingkugel,
dem  Konduktor  (Ansammler  der  Elektricität).  An  dieser  Kugel  sind  die  sogenannten
„Saugarme“  angebracht,  2  Holzringe,  zwischen  denen  sich  die  Scheibe  hindurch
bewegt.  Jeder  Arm  ist  auf  der  der  Scheibe  zugekehrten  Seite  mit  Metallspitzen
versehen,  die  mit  dem  Konduktor  leitend  verbunden  sind.  Werden  2  Körper  aneinander
  gerieben,  so  wird  der  eine  positiv,  der  andre  negativ  elektrisch  (§  98).
Dreht  man  nun  die  Glasscheibe  so,  daß  sie  sich  durch  die  beiden  Lederkissen  bewegt,
  so  werden  die  Lederkissen  negativ,  sie  selbst  aber  wird  positiv  elektrisch.
(Damit  sich  auf  der  Strecke  von  dem  Reibzeuge  bis  zu  der  Saugvorrichtung  die
positive  Elektricität  des  Glases  nicht  in  der  Luft  verliere,  ist  hier  die  Scheibe  mit
schlechtleitendem  Wachstaffet  bedeckt.)  An  der  Saugvorrichtung  angekommen,  wirkt
die  positive  Elektricität  des  Glases  verteilend  auf  die  Elektricität  des  Konduktors,
d.  h.  sie  zieht  die  negative  an,  die  nun  durch  die  angebrachten  Metallspitzen  auf
die  Glasscheibe  überströmt,  und  vereinigt  sich  mit  ihr.  Auf  dem  Konduktor  aber
bleibt  positive  Elektricität  zurück.

b.  Nähert  man  die  Handknöchel  dem  mit  positiver  Elektricität  geladenen  Konduktor,
  so  springen  Funken  über.  (Will  man  sehr  große  Funken  haben,  so  muß
man  das  Reibzeug  zur  Ableitung  der  negativen  Elektricität  durch  eine  metallene
Kette  mit  dem  Fußboden  verbinden.)  Mit  dem  Funkenzieher  (einer  hin  und
her  schiebbaren,  isolierten  Metallkugel)  kann  man  aus  dem  Konduktor  einer  starken
Elektrisiermaschine  Funken  von  1  m  Länge  ziehen.  Bei  Annäherung  des  Gesichts