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bunden  war.  Als  Franklin  während  des  Gewitters  die  Hand  dem  Schlüssel
näherte,  flogen  lange  Funken  aus  dem  Schlüssel  hervor.  Aus  der  Gewitterwolke
  war  nämlich  Elektricität  in  den  Draht  übergegangen  und  durch  den  Leinen—
faden  in  den  Schlüssel  geleitet  worden.  Dieser  Versuch  führte  Franklin  zur  Er—
findung  des  Blitzableiters.  Der  Blitzableiter  besteht  aus  2  Stücken,  der  Auffangestange
und  der  Ableitung.  Die  Auffangestange  ist  ein  Eisenstab  mit  vergoldeter  Spitze.  Er
ist  lotrecht  auf  der  höchsten  Spitze  eines  Gebäudes  angebracht.  Die  Ableitung  besteht
aus  einem  Seile  von  Kupferdrähten  oder  aus  Stabeisen.  Sie  ist  am  untern  Ende
der  Auffangestange  befestigt  und  wird  an  dem  Gebäude  abwärts  in  die  Erde  bis  zum
Grundwasser  (womöglich  bis  zu  einem  Brunnen  oder  Bache)  geleitet.  Wird
sie  in  einen  trocknen  Boden  geleitet,  so  ist  der  Blitzableiter  schädlich.

b.  Die  Wirkung  des  Bilitzableiters  ist  eine  doppelte.  Meistens  entladet  er
die  über  ihm  stehende  Wolke  allmählich,  indem  sich  die  aus  seiner  Spitze  ausströmende
  Elektricität  mit  der  Elektricität  der  Wolke  vereinigt.  So  verhindert
er  die  Anhäufung  der  Elektricität  in  der  Wolke  in  größerer  Menge.  Springt  aber
dennoch  ein  Funke  über  in  den  Blitzableiter,  so  wird  er  ohne  nachteilige  Wirkung
in  den  feuchten  Erdboden  geleitet.

104.  Berührungselektricität.  Lege  einen  Streifen  von  Silberblech  (Löffelstiel)  quer
über  die  Zunge  und  einen  Streifen  von  Zinkblech  ebenso  unter  die  Zunge  (oder  umgekehrt)
und  bringe  beide  an  einem  Ende  miteinander  in  Berührung!  Du  verspürst  einen  sauern
Geschmack.  Das  ist  die  Folge  davon,  daß  durch  die  Berührung  zweier  Metalle  in  einer
Flüssigkeit  Elektricität  entstanden  ist.  Ein  andrer  Versuch:  Wir  füllen  ein  Trinkglas  etwa
¾¾  voll  Wasser  und  gießen  in  das  Wasser  etwas  englische  Schwefelsäure,  so  daß  sie  ungefähr
den  zwölften  Teil  des  Gemisches  ausmacht.  In  diese  so  verdünnte  Schwefelsäure  tauchen
wir  eine  Zink=  und  eine  Kupferplatte,  so  daß  die  Platten  einander  nicht  berühren.  Das
hervorragende  Ende  der  beiden  Platten  ist  mit  einem  mit  Seide  übersponnenen  Kupferdrahte
  in  Verbindung  gebracht.  Nähert  man  die  beiden  blank  geschabten  Drahtenden  einander,
  so  zeigt  sich  zwischen  ihnen  ein  schwacher  (oft  allerdings  kaum  wahrnehmbarer)
Funke.  Sichtbarer  wird  der  Funke,  wenn  man  das  eine  Drahtende  gegen  eine  Eisenfeile
drückt,  die  man  an  dem  hölzernen  Hefte  in  der  Hand  hält,  während  man  mit  dem  andern
Drahte  über  die  rauhe  Seite  der  Feile  hinwegfährt.  Es  entsteht  dadurch  ein  förmliches
Funkensprühen.  Diese  Erscheinung  hat  ihre  Ursache  ebenfalls  darin,  daß  in  den  beiden
Platten  Elektricität  erregt  ist.  Die  Elektricität  ist  hervorgerufen  durch  die  Berührung  der
beiden  Platten  mit  der  Flüssigkeit.  Man  nennt  sie  deshalb  „Berührungselektricität".
105.  Galvanischer  Strom.  a.  Durch  die  Berührung  der  Zink=  und  der  Kupferplatte
mit  der  Flüssigkeit  haben  sich  die  Elektricitäten  in  jeder  der  beiden  Platten  getrennt.  Im
N  Zink  (s.  Abb.  2)  ist  die  negative  in  das  hervorragende  Ende  entwichen
und  die  positive  in  das  in  die  Flüssigkeit  getauchte  Ende.  Beim  Kupfer  (C),
das  nur  schwach  elektrisch  wird,  ist  es  umgekehrt.  Die  getrennten  Elektricitäten
  streben  danach,  sich  wieder  zu  vereinigen.  Dies  kann  jedoch  da,  wo
die  Platten  sich  mit  der  Flüssigkeit  berühren,  nicht  geschehen,  da  hier  die
Elektricitäten  getrennt  werden.  Daher  strömt  die  positive  Elektricität
des  Zinks  durch  die  Flüssigkeit  in  das  Kupfer  und  die  Drähte,  und  die
negative  Elektricität  des  Zinks  durch  die  Drähte,  das  Kupfer  und  die
Flüssigkeit  zum  Zink  zurück.  Diese  Doppelströmung  bezeichnet  man  als
„galvanischen  Strom“  (von  Galvani,  einem  italienischen  Arzte,  der  die
Berührungselektrieität  entdeckt  hat).  Gewöhnlich  meint  man  jedoch  mit
dem  „galvanischen  Strome“  nur  den  positiven  Strom.  Die  verbundene
Kette  nennt  man,  galvanische  Kette“  oder  „galvanisches  Element".  (S.  Abb.])
b.  Will  man  einen  stärkern  Strom  erzeugen,  so  muß  man  eine  größere  Anzahl  von
„Elementen“  zusammensetzen,  indem  man  die  Kupferplatte  des  ersten  Elements  mit  der
Zinkplatte  des  zweiten,  die  Kupferplatte  des  zweiten  mit  der  Zinkplatte  des  dritten  u.  s.  w.
durch  einen  Kupferdraht  leitend  verbindet.  Auf  diese  Weise  erhält  man  eine  galvanische
Batterie.  Das  Zink  des  ersten  und  das  Kupfer  des  letzten  Elements  sind  die  Pole  der  Batterie.
Verbindet  man  beide  Pole  durch  Leitungsdrähte,  so  geht  der  positive  Strom  durch  den  Draht
vom  Kupfer  zum  Zink  und  der  negative  in  umgekehrter  Richtung.  Die  Kette  ist  „geöffnet",
wenn  die  Leitungsdrähte  getrennt  sind,  „geschlossen"  dagegen,  wenn  sie  verbunden  sind.
106.  Elektrisches  Licht.  a.  Trennt  man  die  beiden  Schließungsdrähte  einer  galvanischen
  Batterie  ein  wenig  voneinander,  so  springt  ein  „galvanischer  Funke“  über.  Dieser

 

 

 

 