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solcher  Rolle  auf  der  Empfangsstation  durch  2  Leitungsdrähte  verbunden  (von
denen  jedoch  der  eine,  ganz  wie  bei  der  Telegraphenleitung,  durch  die  Erde  ersetzt
werden  kann).  Gegenüber  dem  Ende,  das  von  der  Rolle  umgeben  ist,  befindet
sich  eine  dünne  elastische  Eisenplatte  (e).  Spricht  man  in  den  trichterförmigen
Schallbecher  (ki  f)  gegen  die  Eisenplatte  (e),  so  gerät  diese  in  Schwingungen,
verändert  unausgesetzt  ihre  Entfernung  vom  Magnet  und  verstärkt  und  schwächt
dessen  Magnetismus.  (Warum?  s.  8  110sn)")  Dadurch  aber  werden  in  der
Drahtrolle  magnetelektrische  Ströme  von  wechselnder  Stärke  hervorgerufen,  die
sich  nun  durch  den  Leitungsdraht  bis  zur  andern  Station  fortpflanzen.  Hier  laufen
sie  durch  die  dort  befindliche  Drahtrolle,  umkreisen  den  darin  liegenden  Magnet
und  erzeugen  in  ihm  abwechselnd  stärkern  oder  schwächern  Magnetismus.  Daher
kommt  es,  daß  das  vor  dem  Magnetpole  befindliche  Eisenplättchen  bald  stärker,
bald  schwächer  angezogen  wird  und  so  genau  in  derselben  Weise  hin  und  her
schwingt  wie  das  Plättchen  in  der  Anfangsstation.  Dadurch  müssen  in  der  Endstation
  auch  dieselben  Schallwellen,  mithin  auch  dieselben  Töne  und  Laute  wie  auf
der  Anfangsstation  erzeugt  werden.

112.  Das  Nordlicht,  bei  uns  eine  seltene  Erscheinung,  ist  besonders  in  nördlichen
aber  auch  in  südlichen  Gegenden  (daher  richtiger:  Polarlicht)  zu  gewissen  Zeiten  fast  in
jeder  Nacht  sichtbar.  Daher  trägt  es  sehr  viel  zur  Erleuchtung  der  oft  monatelangen  Winternächte
  in  jenen  Gegenden  bei.  Es  erscheint  am  Horizonte  als  heller  Lichtbogen,  der  einen
dunkeln  Kreisausschnitt  umschließt.  Von  Zeit  zu  Zeit  strömen  von  dem  hellen  Lichtbogen
rote,  gelbe  und  violette  Strahlenbüschel  aus,  die  sich  zuweilen  bis  über  unsern  Zenith
(Scheitelpunkt)  erstrecken.  Uber  die  Art  der  Entstehung  des  Nordlichts  hat  man  zwar  noch
keine  vollkommene  Gewißheit  erlangt;  doch  ist  es  unzweifelhaft,  daß  diese  wunderbare  Erscheinung
  mit  dem  Erdmagnetismus  zusammenhängt,  da  das  Nordlicht  Schwankungen  der
Magnetnadel  oft  in  großer  Entfernung  und  schon  am  Tage  vor  seinem  Erscheinen  hervorruft.
  Ebenso  übt  es  auf  den  elektrischen  Strom  im  Telegraphen  einen  so  großen  Einfluß
aus,  daß  die  Geräte  von  selbst  anfangen  zu  arbeiten  und  so  die  Beförderung  von  deutlichen
  Depeschen  verhindert  wird.  Man  nimmt  an,  daß  sich  infolge  der  Achsendrehung  der
Erde  durch  den  Erdmagnetismus  elektrische  Sträme  entwickeln  (wie  man  solches  auch  bei
einem  sich  drehenden  künstlichen  Magnet  nachgewiesen  hat)  und  daß  das  Ausströmen  dieser
Elektricität  das  Nordlicht  bildet.

E.  Chemie.

1.  Chemische  Prozesse.  Erhitze  in  einem  Probiergläschen  unter  Luftabschluß
Sägespäne!  Es  entweichen  Rauch  und  brennbare  Gase,  und  ein  schwarzer  Rückstand,
  Kohle,  bleibt  übrig.  Wir  sagen,  es  habe  eine  chemische  Zersetzung
stattgefunden.  Stellt  man  süße  Milch  längere  Zeit  an  die  Luft,  so  wird  sie  sauer.
Es  hat  sich  mit  ihr  ein  neuer  Körper,  der  Sauerstoff,  verbunden.  In  diesem
Falle  hat  eine  chemische  Verbindung  stattgefunden.  Kohle  und  Rauch  sind
ganz  andre  Körper  als  Holz,  saure  Milch  ist  ein  andrer  Körper  als  süße  Milch.
Vorgänge,  durch  die  aus  verschiedenen  Stoffen  andre  Stoffe  mit  ganz  andern  Eigenschaften
  entstehen,  nennt  man  chemische  Prozesse.  Solche  haben  sich  auch  vollzogen,
  wenn  die  saure  Weintraube  süß,  der  Apfel  faul,  das  Bier  sauer  geworden  ist.

2.  Elemente.  Ein  Körper,  der  sich  nicht  chemisch,  d.  h.  nicht  mehr  in  andre
Stoffe  zerlegen  läßt,  wie  z.  B.  das  Gold,  wird  Element  oder  Grundstoff  genannt.
Weitaus  die  meisten  Körper  unfrer  Erde  aber  sind  aus  verschiedenen  Elementen

 

 

"  *)  Gewöhrlich  setzt  man  an  das  der  Rolle  zugekehrte  Ende  des  Magneten  ein  Stück
weiches  Eisen  (Anker)  an,  das  als  solches  besser  geeignet  ist,  die  Stärke  seines  Magnetis-=mus

  söhnell  zu  verändern.  Dieses  Eisen  taucht  in  die  Rolle  und  bildet  den  einen  Pol  des
agnets.