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werden.  Vom  Magen  und  Dünndarm  gelangt  der  flüssige  Zucker  durch  Blutund
  Lymphgefäße  in  das  Blut.  Hier  verwandelt  sich  der  Zucker  z.  B.  in  Fett.
Stärke  ist  daher  ein  Fettbildner.

17.  Eiweißstoffe.  a.  Gieße  das  Weiße  oder  Gelbe  vom  Ei  in  siedendes
Wasser!  Es  gerinnt.  Koche  die  Flüssigkeit,  die  sich  bei  Herstellung  der  Kartoffelstärke
  (S.  336  §  16)  über  dem  Bodensatz  sammelt!  Es  bilden  sich  Flocken  darin.
Die  Flocken  sind  durch  Gerinnen  von  Eiweiß  entstanden.  Das  Eiweiß  hat  nämlich
die  Eigentümlichkeit,  daß  es  beim  Kochen  gerinnt.

b.  Gieße  einige  Tropfen  Essig  in  Milch!  Die  Milch  gerinnt.  Es  scheidet
sich  eine  dicke  und  eine  wässerige  Masse  ab.  Die  dicke  Masse  enthält  meist  Käsestoff,
  die  wässerige  nennt  man  Molke.  Käsestoff  kommt  auch  in  den  Pflanzen
vor,  namentlich  bei  den  Hülsenfrüchten.  Er  heißt  hier  Legumin.

c.  Knete  Weizenmehl,  mit  Wasser  vermengt,  durch  ein  grobes  Tuch!  Es  bleibt
in  dem  Tuche  eine  zähe,  etwas  klebrige  Masse  zurück.  Das  ist  Kleber.  Er  hat  sich
von  dem  Stärkemehl  getrennt.  Das  Stärkemehl  ist  mit  dem  Wasser  durchs  Tuch
gegangen.  Der  Kleber  giebt  dem  Mehl  die  klebrige  Eigenschaft.  (Kleister!)  Er  ist  im
Wasser  unlöslich.  Durch  Behandlung  mit  Weingeist  läßt  er  sich  jedoch  in  2  Stoffe
zerlegen:  in  einen  löslichen,  den  Pflanzenleim,  und  in  einen  unlöslichen,  den  Faserstoff
  (Fibrin).  Der  Faserstoff  kommt  auch  im  Blute  der  Tiere  vor.  Schlägt  man
frisches  Blut  z.  B.  mit  einer  Rute,  so  setzen  sich  an  der  Rute  zähe,  weiche  Fäden  fest;
sie  bestehen  aus  Tierfaserstoff.  Beim  Erkalten  des  frischen  Blutes  gerinnt  dieser
Stoff,  und  bei  ruhigem  Stehen  scheidet  er  sich  als  sogenannter  Blutkuchen  aus.

d.  Eiweiß,  Käsestoff,  Kleber  und  Tierfaserstoff  nennt  man  mit  einem  Namen
Eiweißstoffe.  Sie  sind  die  eigentlichen  „Blutbildner".

18.  Einige  Nahrungsmittel.  a.  Milch.  Eins  der  wichtigsten  Nahrungsmittel
  —  besonders  für  Kinder  —  ist  die  Milch.  Frische  Milch  schmeckt  süßlich;  sie
enthält  nämlich  etwa  4  %  Zucker,  den  Milchzucker.  Gießt  man  in  die  Milch  einen
Tropfen  Essig,  so  gerinnt  sie  sofort  und  wird  sauer.  Das  geschieht  aber  auch,
wenn  man  die  Milch  einige  Tage  ruhig  stehen  läßt.  Die  Ursache  davon  ist  ein
kleiner  Pilz.  Dieser  ist  in  Mengen  in  der  Luft  verbreitet,  pflanzt  sich  in  der
Milch  fort  und  verursacht  die  Umwandlung  des  Milchzuckers  in  Milchsäure.  An
der  Oberfläche  der  sauern  Milch  zeigt  sich  Sahne  oder  Rahm.  Die  Sahne  bildet
sich  aus  lauter  kleinen  Fettkügelchen,  die  in  der  Milch  schwimmen.  Infolge  ihrer
Leichtigkeit  steigen  sie  allmählich  nach  oben.  Unter  der  Sahne  liegt  die  geronnene,
„magere“  oder  „saure“  Milch.  (§  17  b.)  Will  man  das  Sauerwerden  der  Milch
verhüten,  so  muß  man  sie  aufkochen,  da  dadurch  die  in  die  Milch  gefallenen
Pilze  getötet  werden.  Aus  der  Sahne  bereitet  man  Butter  und  Käse.  (S.  221.)
Butter  ist  ein  Fettbildner,  Käse  ein  Fleischbildner.  Der  Milchzucker  verwandelt  sich
im  Blute  ebenfalls  in  Fett.  Die  Milch  ist  also  als  Nährstoff  sehr  zweckmäßig
zusammengesetzt.  Dazu  kommt  noch,  daß  sie  leicht  verdaulich  ist.
br.  Die  Eier  gehören  zu  den  nahrhaftesten  Speisen.  Ihr  Nährstoff  liegt
in  dem  Eiweiß  und  noch  mehr  in  dem  Eigelb  (Dotter).  Das  Eiweiß  ist  der
vorzüglichste  Fleischbildner.  Das  Dotter  besteht  ebenfalls  aus  Eiweiß,  enthält
jedoch  außerdem  noch  gelbliche  Fettkügelchen;  deshalb  ist  es  Fleisch=  und  Fettbildner
  zugleich,  also  nahrhafter  als  das  Eiweiß.  Weich  gekochte  Eier  sind  leichter
verdaulich  als  hartgekochte,  da  sie  leichter  vom  Magensafte  durchdrungen  werden.
Das  Dotter  ist  wiederum  leichter  zu  verdauen  als  das  Weiße  im  Ei,  da  seine
Teilchen  infolge  der  Fettkügelchen  beim  Kochen  sich  nicht  so  verdichten  als  das  Weiße
des  Eies.  Durch  die  Poren  der  Schale  dringt  leicht  Luft  (Sauerstoff)  in  das  Ei
ein.  Dadurch  wird  es  „faul“.  Will  man  dieses  verhüten,  so  muß  man  die
Schale  mit  Wachs  überziehen  und  die  Eier  dann  in  Asche  legen.  Coorg-Scke,

Realienbuch.  B.  22  für  intoernat