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schwer  verdaulich  wird.  Die  Hülsenfrüchte  müssen  daher  stets  mit  kaltem  Wasser  an—
gesetzt  werden.  Besonders  viel  trägt  es  zur  Verdaulichkeit  und  Schmackhaftigkeit  der
Hülsenfrüchte  bei,  wenn  sie  am  Abend  vorher  in  kaltem  Wasser  eingeweicht  werden,
wodurch  sie  aufquellen.  In  kalkhaltigem  Wasser  werden  die  Hülsenfrüchte  nicht
„gar“,  sondern  bleiben  hart.  Der  Kalk  geht  nämlich  teils  mit  einigen  Pflanzenstoffen
eine  unlösliche  Verbindung  ein,  teils  umgiebt  er  die  Hülsenfrüchte  wie  eine  Kruste.
Durch  einen  Zusatz  von  etwas  Soda  wird  jedoch  das  harte  Wasser  in  weiches  verwandelt.
  Die  Hülsenfrüchte  dürfen  dann  aber  erst  nach  dem  Abkochen  mit  Fett  versehen
  werden,  sonst  verbindet  sich  die  Soda  mit  dem  Fette  zu  Seife,  und  die  Speise
nimmt  dann  einen  Seifengeschmack  an.  Die  Verdaulichkeit  der  Hülsenfrüchte  wird  auch
sehr  erhöht,  wenn  sie  durchgeschlagen,  d.  h.  von  ihrer  harten  Schale  befreit  werden.

g.  Kartoffeln  enthalten  20—21  %  Stärkemehl  und  nur  etwa  1½  %
Eiweiß.  Sie  bilden  somit  wohl  Fett,  aber  keine  Muskeln.  (S.  336).  Dagegen
befördern  sie  das  Atmen.  Das  in  Zucker  verwandelte  Stärkemehl  wird  z.  T.
durch  den  eingeatmeten  Sauerstoff  verbrannt  und  als  Kohlensäure  und  Wasser
ausgeatmet.  Daher  rührt  die  Wärme  des  Blutes.

h.  Gemüse.  Mit  Gemüse  bezeichnet  man  Kohl,  Mohrrüben,  Kohlrüben,
Teltower  Rüben,  grüne  Bohnen,  Gurken,  Spinat  u.  a.  Das  Gemüse  hat  nur
einen  geringen  Nährwert,  sogar  einen  weit  geringern  als  die  Kartoffel;  denn
es  hat  auch  nicht  einmal  viel  fettbildende  Stoffe  (Stärkemehl)  wie  die  Kartoffel,
noch  viel  weniger  aber  fleischbildende  Stoffe.  Und  dennoch  ist  das  Gemüse  für  die
Ernährung  des  Menschen  wichtig.  Es  führt  nämlich  dem  Magen  allerlei  Säuren
(Milchsäure,  Spargelsäure  u.  s.  w.)  sowie  feste  mineralische  Stoffe  (Kalk,  Kali,
Natron  u.  s.  w.)  zu.  Während  die  Säuren  hauptsächlich  dazu  beitragen,  die  Fleischund
  Fettspeisen  im  Magen  zu  verdauen,  sind  die  mineralischen  Stoffe  selbst  zum
Aufbau  des  Körpers  ganz  unentbehrlich.  (Warum  sollen  die  Gemüse  vor  dem  Genusse
nicht  so  stark  ausgepreßt  werden,  wie  das  z.  B.  beim  Gurkensalat  oft  geschieht?)

i.  Obst  enthält  wie  Gemüse  ebenfalls  nur  geringe  Nahrungsstoffe.  An  Eiweiß
  ist  es  noch  ärmer  als  Gemüse.  Es  ist  aber  reich  an  erfrischenden  Säuren
(Apfelsäure  u.  dgl.).  Durch  diese  wird  die  Verdauung  (besonders  der  Eiweißstoffe)
befördert.  Namentlich  bilden  die  Apfel  deshalb  eine  gesunde  Kost.

19.  Verwesung,  Vermoderung,  Fäulnis.  Apfel  und  Birnen  faulen;  das
Holz  alter  Bäume,  besonders  der  Weidenbäume,  wird  morsch  und  verwandelt  sich
in  Mulm;  Tierleichen  verwesen.  In  der  Regel  entsteht  durch  die  Verwesung
und  Fäulnis  ein  widerlicher  Geruch.  Oft  wird  die  Verwesung  durch  kleine  Pilze
eingeleitet.  Diese  siedeln  sich  z.  B.  gern  in  feuchtem  Holze  an,  wuchern  hier,  entziehen
  dem  Holze  gewisse  Nährstoffe  und  zersetzen  so  das  Holz.  Jedoch  sind  diese
Pilze  nicht  immer  zur  Verwesung  nötig.  Oft  siedeln  sie  sich  erst  auf  den  bereits
in  Verwesung  übergegangenen  Gegenständen  an  und  beschleunigen  nur  die  Zersetzung.
  Worin  besteht  nun  diese  Zersetzung  oder  Verwesung  eigentlich?  Wie  die
Rflanze  beim  Verbrennen  wieder  in  die  Stoffe  aufgelöst  wird,  aus  denen  sie  besteht
(S.  331),  so  ähnlich  löst  sich  auch  der  verwesende  Körper  in  die  Grundstoffe  auf,
aus  denen  er  zusammengesetzt  ist.

Wird  die  Verwesung  bei  beschränktem  Luftzutritt  durch  Wasser  herbeigeführt,
so  heißt  sie  Fäulnis.  Geschieht  sie  bei  verhindertem  Luftzutritt  ohne  Einwirkung
von  Feuchtigkeit,  so  heißt  sie  Vermoderung.  (Mulm  der  Bäume.)

20.  Seife.  Man  unterscheidet  harte  Seife  (Kernseife)  und  weiche  Seife
(Schmierseife).  Die  Kernseife  wird  aus  Fett  (Talg  oder  Ol)  und  Atznatron,  die
weiche  Seife  aus  Fett  und  Atzkali  hergestellt.  Koche  etwas  Atznatron,  Rizinusöl
und  Wasser!  Setze,  wenn  das  Ol  verschwunden  ist,  etwas  Kochsalz  hinzu!  Bald
bildet  sich  ein  fester  Körper  auf  der  Flüssigkeit:  es  ist  Seife.  Ahnlich  bereitet

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