— 316 aus dem englischen Gebiet kommende Händler . Die Wohnhäuser sind etwas wohnlicher ge- zu verhandeln. Die Nahrung blieb aus, und die Preise gingen um das Mehrfache in die Höhe. Die Farmen der Station brachten bei den mangelnden Arbeitskräften einen ungenü- genden Ertrag, so daß die Herren, zuerst Herr Bugslag allein, oft drei= und mehrstündige Ritte in die weitere Umgebung unternehmen mußten, um spärliches Essen für sich selbst und die Arbeiter, die manchmal aus Hunger fort- zulaufen drohten, zu erstehen. Später wurde in zwei Stunden Eutfernung eine aberntbare Maniokfarm erstanden, der alte Cissey in Ket- zum Essenaufkaufen entsendet, die dann erst nach langem Harren mit einigen Vorräthen 6 .. zurückkehrten. Der Garten lag aus Mangel an Samen unbenutzt, und die Provisionen der Station waren verbraucht. Dazu gab es langwierige Palaver über Streitigkeiten der Eingeborenen unter sich, so in Kebu, Aposso, Fasugn und Salaga. Endlich war Herr Bugslag von Mitte Februar bis Mitte Mai magenkrank und litt schwer an Gelenkrheumatismus, so daß er zeit- weilig sich gar nicht oder nur mit Krücken be- wegen konnte. Nachdem ich am 20. Juli mit den sehnlichst erwarteten Vorräthen und einigen neuen Arbeits- kräften hier angekommen bin und die Station übernommen habe, sind fünf Wochen der Arbeit verflossen. weitert worden, Maniok ist von Neuem gesteckt und in Bälde hoffen wir, die Mams zu ernten; der neue Mais ist bereits eingebracht worden. Es ist dort ferner ein eingezäunter zweiter Gemüsegarten angelegt, in welchem wie in dem oben gelegenen Hausgarten die von mir mit- gebrachten Samen in der jetzigen Saison pracht- voll aufgegangen sind. Bohnen, Erbsen, Kohl, Kohlrabi, Salat, Gurken, Kürbis,, Tomaten, Kartoffeln, Radieschen, Boretsch, Petersilie, Dill, Karotten und einiges Andere steht sehr gut, hat gar nicht von Insektenfraß gelitten und berechtigt zu besten Hoffnungen. Eine zweite Farm zur Aberntung des Maniok mußte er- standen werden, da wir die unsere erst im nächsten Jahre abbauen können. Der angefangene breite Weg nach Ketschenki ist mit Hülfe der Ketschenki-Leute bis an ihr Dorf vollendet und die Umsetzung der Palli- saden, sowie Ebenung des Hofraumes fortgesetzt worden. Die vorhandenen Apparate und In- strumente sind geprüft und einige neue, wie der Barograph, aufgestellt, in das Chaos der Apotheke, der Papiere, der Bibliothek ist Ord- nung gebracht und alles ist inventarisirt worden. worden, die lebensgefährlichen Planken auf den Veranden sind durch neue ersetzt, einige Regale, Tische, Stühlc, eine Nolle angefertigt worden. Es bleibt freilich noch genug zu thun. Unter solchen Umständen konnte ich der wissenschaftlichen Beschäftigung bisher nur wenig Zeit widmen, doch nehmen meine botanische, zoologische und ethnographische Sammlung guten Fortgang, besonders, nachdem meine zoo- logische Ausrüstung vor einigen Tagen hier eingetroffen ist. schenki zur Besorgung von Nahrung für die 6 Station engagirt und Leute bis nach Fasugn Landwiribschaftliche Kachrichten aus dem Togo-Gebiet. Der frühere Plantagenverwalter der deut- sechen Handels= und Plantagen-Gesellschaft der Südsee, Goldberg, welcher sich nach dem Togo-Gebiet begeben hatte, um daselbst Ver- suche mit Baumwollenkultur anzustellen (vergl. S. 179 des „Deutschen Kolonialblattes“) hat über seine Wahrnehmungen und Beobachtungen folgende Mittheilungen hierher gelangen lassen. Da bis Ende Juli die nöthigen Versuchs- flächen für Baumwolle so weit hergerichtet waren, daß solche mit Eintritt der kleinen Regenzeit (Ende September bis Anfang No- vember) bepflanzt werden konnten, so beschloß ich, um meine Zeit bis zum Pflanzen der Baum- . « er wolle nützlich zu verwerthen, eine Reise ins Die Farm am Oiba-Bach ist er- Innere der Kolonie zu unternehmen. Ich verließ Klein-Popo am 14. August und ging um 11 Uhr Vormittags von Gridji aus in den Busch. Nordwestlich marschirend gelangt man nach etwa einer Stunde zu der dem Ein- geborenen Wilson in Klein-Popo gehörigen Farm, woselbst unter Anderem einige Brot- fruchtbäume — Artocarpus incisa — ge- pflanzt waren. Die Bäume sind etwa 15 Jahre alt und gedeihen sehr gut. Es sind anscheinend die einzigen Exemplare in Togo. Bei der großen Fruchtbarkeit der Bäume und der Beliebtheit, deren sich diese Frucht in Ost-Indien und der Südsee erfreut, ist es auffallend, daß die Ein- geborenen nicht mehr für die Anpflanzung und Verbreitung dieser Bäume thun. Jedenfalls ist ihnen der Nutzen derselben noch unbetannt. Bis in die Nähe von Afue an der Wo- Lagune bleibt der Boden sich ziemlich gleich, es ist meistens die bei Sebbe gefundene röthlich chokoladenfarbene Kulturerde mit Laterit und einer marmorirten verwitterten Gesteinsart als Unterlage. Die ganze Fläche ist, wo nicht kleine Farmen von Mais, Maniok und Erd- nüssen angelegt sind, mit drei= bis achtjährigem