fast göttliche Verehrung. aus Freundschaft, sondern um ihnen einen hohen Begriff von dem Reichthum und der Bedeutung des Monarchen zu geben. Aber man lebe im Lande, bis der Reiz der Neuheit vorüber und die Gastfreundschaft nachgelassen hat; man äußere sein Entsetzen über die bar- barischen Gebräuche selbst bei Hofe, man ver- damme die herrschende Verrätherei, Lügen- haftigkeit, Wollust, Grausamkeit und den Mord — dann ist der Zauber gebrochen, und der Charakter des Volkes zeigt sich in seinem wahren Lichte. Statt Gastfreundschaft Haß, statt Brot und Nahrung die Aussicht zu ver- hungern; man wird als Spion verschrieen, man wird beschuldigt, fremde Gebräuche einzuführen und die nationalen Einrichtungen und religiösen Anschauungen zu untergraben. Massenhin- richtungen der eigenen Unterthanen, Raubzüge gegen die Nachbarn, Sklavenfang und Grau- samkeiten sind an der Tagesordnung.“ Es ist zuweilen behauptet worden, daß die von den Eingeborenen in Afrika selbst bereiteten berauschenden Getränke verhältniß- mäßig unschädlich seien. Mackay äußert sich darüber wie folgt: „Wie oft trage ich beim Passiren vieler Gebiete in mein Journal ein: „Der Trunk ist der Fluch Afrikas! Useguha, Usagara, Ugogo, Usukuma, Ukerewe und Uganda dazu — man mag hingehen, wohin man will, man findet jede Woche, ja, wenn Korn reichlich vorhanden ist, jede Nacht Männer, Weiber und Kinder bis zum Säugling herab taumelnd vom Alkoholgenuß.. Auf Zanzibar wird ein schlechter Schnaps aus Zuckerrohr in Kokotoni gebraunt und von jedem Hindu, Banianen und Goahändler in sämmtlichen Küstenstädten zum Ruin der Suahelirasse im Kleinhandel ver- schenkt. — Die Wanika zapfen den Kokosnuß- halmen ein, bis jedes Dorf, das ich durchzog, selbst am frühen Morgen, in Trunkenheit ver- sunken schien. Im Binnenlande dient Korn zur Bereitung des berauschenden Getränkes — Mtamo vertritt im Allgemeinen das Malz — in Ermangelung desselben wird eine kleine Hirse- art, Mavere, verwendet, wobei der Alkohol- gehalt häufig durch Zusatz von Honig erhöht wird. An den Gestaden des Viktoria-Nyanza sind Plantanen reichlich vorhanden, aus welchen ein Wein bereitet wird, dessen Genuß König und Volk in Trunkenheit vereint." Auf sonstige für uns interessante Bemer- kungen näher einzugehen, fehlt hier der Raum. Dieselben betreffen u. A. die Verwerthung der Dampfkraft für den Transport zu Lande und zu Wasser (Mackay hatte bereits in Kagei 349 Fremde sind bei kurzem Besuche gut behandelt worden, nicht am Südufer des Viktoria-Sees eine Maschine für einen Dampfer zusammengesetzt), das reiche Gedeihen der Baumwollstaude am Viktoria- See, die klimatischen Verhältnisse, Emin, Dr. Junker und Stanley, welcher einige Zeit bei Mackay in Msalala verweilte. Im Inneren Afrikas. Die Erforschung des Kassai während der Jahre 1883, 1884 und 1885. Von Hermann v. Wissmann, Ludwig Wolf, Kurt v. Frangois, Hans Mueller. Leipzig, F. A. Brock- haus 1891. Preis 12 M. Das in seiner ersten Auflage 1888 er- schienene Werk der Expedition der vier deut- schen Forscher im Kassaigebiet liegt nunmehr in zweiter Auflage vor, ein Beweis, daß das anuregende und inhaltreiche Buch in seiner mit militärischer Ordnung und Klarheit verfaßten Schreibweise einen guten Anklang gefunden hat. Der größere Theil des Werkes, welches die Beschreibung der Erlebnisse und wissen- schaftlichen Ergebnisse der ergebnißreichsten bis jetzt im südlichen Kongobecken unternommenen Expeditionen zum Vorwurf hat, stammt aus der Feder des tiefbeklagten Dr. L. Wolf, der sich damit selbst ein dauerndes Denkmal in der Reiseliteratur gesetzt hat. Aber auch die Einzelexpeditionen der anderen Mitglieder, die Reise Muellers zu Muata-Kumbana, der Zug v. Frangois'“ zu Mona-Tenda haben den ihnen gebührenden Raum in dem Ge- sammtbilde der Thätigkeit der Expedition zu- gewiesen erhalten. Besonders werthvoll ist das Buch durch die zahlreichen in demselben enthaltenen ethnographischen Angaben. Denn bei dem auch in diesen Gebieten rasch vor sich gehenden Eindringen der Civilisation, welche baum an und saugen den Saft mit Stroh- mit den alten Gebräuchen, Eigenthümlichkeiten, Sitten und Trachten der Eingeborenen er- barmungslos aufräumt, ist kein Tag zu ver- lieren, um der Nachwelt wenigstens noch die Ueberlieferung von dem Wesen und der Lebens- weise der verschiedenen am oberen Kassai sitzenden Stämme zu retten. –3 v. Höhnel, Ostäquatorial-Afrika zwischen Pangani und dem neuentdeckten Ru- dolf-See. Ergänzungsheft Nr. 99 zu Petermanns Mittheilungen. Gotha, Justus Perthes. Preis 4 M. 20 Pf. In diesem Heft sind die Ergebnisse einer Forschungsreise niedergelegt, welche in den Jahren 1887 und 1888 in Ostäquatorial- Afrika auf Kosten und unter der Führung des