— 227 Mai“, durch Anfeuerung der Kämpfenden und durch Samariterdienste für die scheinbar Verwundeten und Gefallenen. Die Waffen waren eigens für die Spiele gesertigt und zuweilen mit sehr geschmackvollem Flecht- werk verziert. Nach Schluß der Aufführungen legten die Häupt- linge Geschenke, bestehend in Kokosnüssen, Brotfrüchten, Hühnern und Eiern, nieder, die ich später unter die anwesenden Weißen vertheilen ließ. Ich habe den Obermissionar sowie die Häuptlinge anderen Tages zu Abend unter den Weihnachtsbaum geladen und ihnen dabei die üblichen Gegengeschenke gemacht. Schiffsverkehr im Schutzgebiete der Marshall. Inseln im Jahre 1894. Ueber den in Jaluit im Jahre 1894 stattgehabten Schiffsverkehr giebt nachstehende Tabelle Aufschluß, auf der die Zahlen für das Jahr 1893 in Klammern beigefügt sind. Faluit liesen an: 53 (23) deutsche Schiffe mit 4042 (3986) Reg. Tons, 5 (6) englische) 1872 (2640) 4 (4) amerikan. 650 (244 — 10— französ. - 379 (—) - 1 (2) norweg. - 699 (946) 2 (3) dänische - 868 (1694) 2 (2) hawaische 94 (960) 7 (15) einheim. : . 189 (444) 75 (56) Schiffe mit 8793 (7973) Reg. Tous. Dem deutschen Handel dienten außer den deut- schen Schiffen auch sämmtliche fremden Schiffe mit Ausnahme von 10 Schiffen mit 2901 Reg. Tons. Aus dem Brreiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung. Die geistliche Versorgung der in Dar-es-Saläm und dessen Umgebung ansässigen deutschredenden Evangelischen ist dem Missionar Holst in Dar-es- Saläm durch den evangelischen Oberkirchenrath über- tragen worden. Der Pfarrer Holst wird außerdem, soweit Zeit und Umstände es gestatten, die übrigen in nicht zu großer Entsernung von Dar-es-Saläm belegenen Küstenstationen des ostafrikanischen Schutz= gebietes, an welchen deutschredende Evangelische an- sässig sind oder sich aufhalten, behufs seelsorgerischer Bedienung ausfsuchen. Der stellvertretende Gouverneur von Kamerun Herr v. Puttkamer hat am 2. März d. Is. der Schule der Basler Mission zu Bonaberi einen Be- such abgestattet. *) Darunter 1 englischer Dampfer mit 4 Einklarirungen. Die Station ist im Augenblick besetzt mit dem Missionar Herrn Bohner, seiner Frau, Herrn Schuler und Frau sowie den beiden ledigen Herren A. Unger und G. Gonser. Die als Ruine im Jahre 1887 von den englischen Baptisten übernom- mene Station ist jetzt vollständig nenu aufgebaut und erweitert worden und in dem vergangenen Jahre 1894 hat sie ein solid gebautes Schulhaus mit Vorsteher= wohnung erhalten. Die Arbeit der Missionare besteht: 1. In der Reisepredigt, welche darauf hinzielt, an allen Orten, wo es gewünscht wird, Filialen zu errichten, an welchen sich kleine Christengemeinden sammeln, denen ein schwarzer Lehrer vorsteht, der auch zugleich eine, seinen Gaben entsprechende Ele- mentarschule leitet. Außer dem Stationsort selber ist das jetzt an verschiedenen anderen Orten, 14 an der Zahl, der Fall und befinden sich in diesen Schulen zur Zeit 389 Schüler. Die Lehrer dieser Schulen werden von dem Komitee der Basler Mission besoldet, die Christen sind aber auch verpflichtet, zur Besoldung beizutragen, was im verflossenen Jahre von den 414 Christen einschließlich Kindern mit 1001 Mark geschehen ist. Arbeit, Beaussichtigung und Bedienung dieser Filiale liegt Herrn Bohner ob, der darin von Herrn Gonser unterstützt wird. 2. In Schularbeit. Die Schule soll später einmal als Uebergang von der Elementarschule zum Seminar dienen. Jetzt muß sie aber noch dieses selbst ersetzen. Die Schule soll aber nicht nur der Gehülfenerziehung, sondern dem allgemeinen Interesse dienen, da nicht jeder Schüler nach Absolvirung der Mittelschule zum Gehülsen tanglich ist. Die Schüler werden deshalb außer den religiösen Fächern in Lesen, Schreiben, Nechnen, Weltgeschichte, Geographie und hauptsächlich in der deutschen Sprache sorgfältig unterrichtet. Die Schüler erhalten Kost, Logis, Kleider und Unterricht gratis, sind aber verpflichtet, jeden Tag mindestens 1½ Stunden mit der Haue zu arbeiten und auch Ruderdienste zu thun. Die Schule wurde 1889 von der Basler Mission in Bonaku begonnen. Bei ihrer Uebersiedelung vom linken auf das rechte Flußufer hat sie fast sämmtliche Schüler verloren, da sie sich weigerten, mit über- zusiedeln. Die älteste Klasse der Schule hat deshalb nicht einmal ein volles Jahr Unterricht erhalten und die jüngste besteht seit erst ein paar Wochen. Die Schule rekrutirt sich aus den oben genannten Elementarschulen der Außenorte. Es geht der Auf- nahme ein niedrige Anforderungen stellendes Examen voraun. Das Schulhaus bietet reichlich Raum für 100 Schüler, gegenwärtig haben wir 43 Zöglinge: 6 Bakoko, 3 Malimba, 8 Dibombarl, 4 Bankon, 7 Mongo, 3 Victoria und die übrigen Duala. Somit hat die Schule Leute aus der ganzen Kolonie. Die gegenwärtigen Vorsteher der Schule sind die beiden Herren Schuler und Unger. Ersterer hat die Aufgabe, neben der Schularbeit uns für eine