404 Machrichten aus den deulschen Schuhgebieken. Deutsch-Dlkafrika. Perlfischerei. Das Kaiserliche Gouvernement hat die Perl- fischerei an der Küste südlich von Mikindani, vom Misetekrick bis zum Kap Mwambo, an den Araber Hamed bin Ali verpachtet. Togv. Ueber Ackerbau und biebz-ucht im Adelilande berichtet der früher in Bismarckburg thätig gewesene Landwirth Conradt Folgendes: Von Feldfrüchten sind der Ndams (Dioscorca sp.) und der Maniok (Aauibot utilissima), serner Mais (Zen mays), Guineakorn, eine Hirseart und die sehr ölhaltige und geröstet sehr angenehm schmeckende Erdnuß (Arachis hypogaca) zu nennen. Auch Gebirgsreis (Oryza sp.) wird stellenweise ge- pflanzt, während ich Zuckerrohr nicht vorfand, obwohl es an der englischen Goldküste vorkommen soll. Ferner konnte ich vereinzelt Baumwolle und Indigo, der zum Blaufärben ihrer Gewebe benutzt wird, feststellen, während von Gewürzen besonders der kleinschotige rothe Pfesfer vorkommt. Auch eine kleine Zwiebel gedeiht dort sowie zwei Arten Bohnen und eine kleine Erbse, serner noch eine Kürbisart. Von Früchten sind es besonders die zwei Arten Bananen, die recht zahlreich vorkommen und sehr wohlschmeckend sind, serner Ananas, Papaya, eine lleine Citrone und schon vereinzelter die Oelpalme (Elasis guinensis), die jedoch hier meistens zu Speisesett und zum Palmwein benutßt wird. Als Hauptausfuhrartikel dient aber der Kautschuk, der getrocknete milchige Saft einer Schlingpflanze (Lau- dolphia species), die hier in den zahlreichen Fluß- wäldern noch viel vorkommt, doch wird es wohl kaum viel mehr als zehn Jahre dauern, bis diese so werthvolle Pflanze durch den stetigen Naubbau im Adelilande fast ausgerottet sein wird. Auf ihren Farmländereien machen die Adeli zu- erst das Holz und Gras zu Beginn der Trockenzcit herunter und breunen es ab, worauf sie dann das Land mit ihren Hacken durcharbeiten und zu Beginn der Regenzeit bepflanzen. Der Yams und der Maniok wird in etwa 1 m nach allen Seiten abstehenden Haufen, die einen Fuß hoch sind, gepflanzt, worauf häufig noch einige Bohnen hineingesteckt werden, dann wird das Land, wenn nöthig, rein gehackt. Die Ernte findet meistens im August und September statt, wo noch bei der Yamsernte besondere Feierlich- keiten slattfinden. Es muß nämlich jeder Farmbesitzer die ersten Yams seines Feldes dem Priester bringen, der damit dem Fetisch opfert und dann erklärt, daß die Ernte stattfinden kann, worauf erst geerntet und gegessen werden darf, was unter Schießen, Tanzen und Trinken meist einige Tage dauert. Leider scheinen die Adeli den Werth des Düngers nicht zu kennen, sondern benutzen ihn höchstens so, daß sie aus einem Brei desselben rings um die ein- zelnen Farmen einen Streifen gießen, was nach ihrer Vorstellung die Antilopen, die den Farmen oft großen Schaden zusügen, abhalten soll. Zur Reifczeit wacht daun meistens ein Familienmitglied auf der Farm, um sowohl vier= als auch zweibeinige Diebe abzu- halten. Auch Viehzucht wird bei ihnen getrieben, natür- lich nur recht primitiv, doch würde man bei etwas intensiverer Wirthschaft und Fütterung jährlich Tausende von Rindern und anderem Vieh züchten und exportiren können, wenn man die schon an und für sich guten Vieharten noch mit Maniok, Mais und dergleichen füttern würde, ebenso auch Anbauversuche mit subtropischen zarten Futterkräutern machen würde. Von Vieh haben die Adeli ein größeres und kleineres Rind, ferner zwei Arten Schafe, Ziegen. Auch das Pferd wird von Salaga und den Tschau- tscholändern in einer größeren und kleineren Art ge- halten. Auf der Station warf eine Stute ein ganz schönes Füllen. Meistens haben die Pferde keinen schönen Kopf, sind jedoch sehr dauerhaft, es giebt jedoch auch recht schön gebaute Pferde. Schweine werden in allen Ortschaften, theils sogar in Menge gehalten und sind, obgleich ganz ohne Pflege, sehr fruchtbar. Auch bei den Schafen und Ziegen trifft das zu. Nun giebt es noch eine Menge Hühner, seltener Perlhühner und Enten; Tauben und Truthühner gedeihen auch, wie ich es aus cigener Erfahrung weiß, sehr gut. Ich hatte sogar augenfällige Beweise, wie durch Pflege und Fütterung die einheimischen Rassen verbessert werden. Durch Import einiger guter Hühner würde man natürlich noch bessere und schnellere Erfolge haben. Endlich wäre noch eine ordinäre Sorte von Hunden und auch eine Hauskaße zu erwähnen; mit dem Import großer, guter Rassehunde sollte man vorsichtig sein, da sic sehr viel Pflege bedürfen und sehr leicht eingehen. Ich halte noch Dachshunde und gewöhnliche, nicht zu kurzhaarige Haushunde für am geeignetsten für die Tropen. Dachshunde vermehren sich ganz gut und bleiben wachsam und munter. Ueber die Thierwelt des Dinterlandes berichtet derselbe Berichterstatter Folgendes: An Affen giebt es etwa fünf bis sechs Arten, darunter einen sehr großen Pavian, der selbst Menschen